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Ohne weitere Worte (vom 29.Oktober)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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»Wenn bei uns einer auf dem Internat ist und landet in der 4.Liga, dann ist das auch in Ordnung. Ich bin seit 18 Jahren Jugendtrainer, da könnte man ja auch fragen, warum trainierst du nicht Barcelona? Weil die mich halt nicht wollen. Das ist doch nicht schlimm. Ich kann trotzdem gut schlafen und bin etwas wert.« (Christian Streich im Zeit-Interview)

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Er mag das Gesunde. Zehn Liter Wasser trinke er am Tag, sagt er mit schüchternem Blick aus unschuldigen Rehaugen. »Es waren noch mehr, doch der Doktor hat gesagt, 15 Liter sind zu viel.« (Spiegel über Kevin-Prince Boateng)

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Was sollen beispielsweise die armen Braunschweiger sagen, die sich 90 Minuten lang (…) gegen Schalke wehrten und dann in der 91. Minute wie so oft das entscheidende Tor (…) kassierten? War das etwa gerecht? Und müsste man hier nicht über eine Wiederholung der Nachspielzeit nachdenken? (Süddeutsche Zeitung)

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Mittlerweile sind Sie (…) der gefühlte Abwehrchef. – »Na ja, Abwehrchef. Das ist eines dieser Worte, die gerne rausposaunt werden, von Außenstehenden, die Leuten gerne Titel zuschreiben – damit sie dir dann auf den Deckel geben können, wenn es nicht so läuft.« (Per Mertesacker im SZ-Interview)

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Was ist nur aus unserem Champ geworden, sagen jetzt alle, klebrig mitleidig, und schauen doch dabei zu, was aus ihm geworden ist: dass er sich bei RTL Fliegenklatschen an die Schläfen hängt und im Torf gräbt. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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Lieber Boris, (…) Doping- und Alkoholmissbrauch durfte dir Oliver Pocher kürzlich vorwerfen, neben vielem anderen. Zur Belohnung gehst du jetzt in seine Show. Leider hast du nicht verstanden, dass der, auf dessen Augenhöhe du dich da hinbegibst, nichts zahlt dafür und du alles. (aus einem »Brief an Boris« im ZDF-»heute-journal«, protokolliert in der FAS)

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Man schaut Becker heute beim Leben zu wie einem unschönen Autounfall. (Spiegel)

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»Warum haben Frauen bei aller Emanzipation immer noch die Neigung, gleich auszusehen? Sie tragen von einem Tag auf den anderen alle die gleichen Schals und die gleiche Ponyfrisur, als ob es um sechs Uhr morgens eine Durchsage nur für sie gäbe. Wieso machen die das? Wer bestimmt das? Frauen oder doch wieder nur Männer?« (Schauspieler Joachim Król im FAS-Interview)

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»Und wissen Sie, was das Allerschönste ist, der größte Unterschied zum Schauspiel? Die Schwerstalkoholikerquote liegt nicht bei über fünfzig Prozent.« (Theater-Regisseur Armin Holz, der zum ersten Mal eine Oper inszeniert, im FAS-Interview) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle