Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Ohne weitere Worte (vom 22. Oktober)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

*****

Was passiert, wenn sich in Brasilien die Gegentore ebenso häufen sollten wie (…) in Stockholm gegen ein Schweden ohne den schrecklichen Ibrahimovic? Wenn plötzlich harte Männer aus Uruguay auf der anderen Seite stehen oder raffinierte Italiener? (Süddeutsche Zeitung)

*

»Ich habe mich früher gescheut, von Leistungssport zu sprechen. Heute kann man das. Fußball hinkt, auch was den zeitlichen Aufwand angeht, sicher weit hinter Turnen oder Basketball hinterher, aber im Vergleich zu den 90ern ist alles viel weiter.« (Ex-Profi Yves Eigenrauch im taz-Interview)

*

»Philipp Lahm (…) ist zum Fußballroboter mutiert. Da (…) kann ich nur sagen: tiefste Verneigung. Er wird innerhalb von ein paar Wochen mal eben vom besten Rechtsverteidiger der Welt zum besten Sechser der Welt. Lahm im Zentrum ist für den Gegner fürchterlich.« (Thomas Tuchel im SZ-Interview)

*

Die Weltbestmarke im Brüllen hielten bis zu der vergangenen Woche die Fans der Seattle Seahawks. (…) Nun aber haben die Anhänger der Kansas City Chiefs zurückgebrüllt. 76 000 Zuschauer ließen im Spiel gegen die Oakland Raiders das Arrowhead Stadium mit 137,5 Dezibel erschüttern. Das entspricht dem Lärm eines startenden Düsenjets. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

*

So doll, liebe Amis, ist das aber auch wieder nicht, das erlebt beispielsweise ein Anwohner des Frankfurter Flughafens jeden Tag – und das nicht nur einmal. (FAS)

*

»Ich habe (…) immer schon diesen schlauen Spruch abgelehnt, wonach man aus Niederlagen mehr lernt als aus Siegen. Ja, was lerne ich denn aus Niederlagen? Dass ich schlecht bin, bedrückt, nicht gut drauf – na toll. Dann möchte ich lieber aus Erfolgen lernen.« (DFB-U 21-Trainer Horst Hrubesch im FAZ-Interview)

*

Von weitem sieht sie aus wie Anfang 20 (…) Auch aus der Nähe wirkt sie nicht wie Mitte 50. Nur mit den Händen, da hält sie es wie Karl Lagerfeld. Sie verbirgt die wohl einzigen Stellen ihres Körpers, die sich nicht mit Training in Form bringen lassen und ihr wahres Alter verraten könnten, in fingerlosen Handschuhen. (SZ über Madonna)

*

»In Amerika haben wir Las Vegas und andere sonderbare Dinge, die in unserem Land geschehen; bei uns passieren sie nur nicht alle zusammen an einer Stelle. Aber gut, die Show ist, was sie ist. Ich war für einen Abend dabei, ich wurde weder verletzt, noch habe ich jemanden verletzt.« (»Wetten, dass…?«-Gast Harrison Ford im Welt-Interview)

*

»Ich bin kein Philosoph, ich bin amerikanischer Staatsbürger. Das ist gerade schwer genug.« (Harrison Ford im Stern-Interview)

*

Nach mehr als zwanzig Fällen ähneln die Ermittler Thiel/Boerne allmählich sehr den Herren Delling/Netzer in der Spätphase: eine kalkulierte Rivalennummer, der Dialogwitz längst zur Alberei geronnen. (aus der »Tatort«-Kolumne von Holger Gertz in der SZ)

*

Boris hat als Sportler die Nation, mehr noch, die Welt elektrifiziert. (Günter Netzer in seinem Vorwort zu Beckers Autobiografie, gefunden im »Hohlspiegel« des Spiegel) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle