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Samstag, 5. Oktober, 17.40 Uhr

Steilvorlage. Gehört zu meinen nie verwendeten Unwörtern. Aber jetzt habe ich mir selbst eine gegeben, im “Sport-Stammtisch” für die “Montagsthemen”, und ich werde die Steilvorlage nutzen, um ein schönes Eigentor zu schießen. Hummels (und Lahm), so im “Sport-Stammtisch” geschrieben, wäre(n) nie so böd wie jener Freiburger Mehrfach-Dödel, im Strafraum wegen einer vagen Chance des Gegners so dappisch zu foulen, dass sie zur doppelten Strafe ein Elfmetertor und die rote Karte einfangen und dadurch das Spiel verlieren. Soeben geschehen, in Mönchengladbach, bei einem der einseitigsten Spiele, das ich lange gesehen habe, noch viel einseitiger als Münchens Gala in Manchester. Unterschied: Bei den Bayern wusste man schon früh, dass sie gewinnen würden, beim BVB ahnte man schon früh, nach all den versemmelten Chancen, dass sich dies rächen würde. Und noch mal getäuscht: Wie Lieberknecht tanzte, als Kumbela das 2:0 schoss, wie ihm die reine Freude aus dem Gesicht strahlte, widerlegt die “Sport-Stammtisch”-Theorie von der Gemeinsamkeit Sex/Sport (nix zu lachen). Ach ja, und zum Dritten: Dass Dortmund nach dem zweiten Spieltag die Führung übernimmt und nicht mehr abgeben wird, diese meine Expertise als Fußball-Fachmann überlebt den Spieltag ebenfalls nicht. Kommt alles in die “Montagsthemen” (falls nichts Weltbewegendes passiert, zum Beispiel Putin in den Ring springt und Klitschko k.o. schlägt). Als Masochist gönnt man sich ja sonst nix als Selbstgeißelung.

Ansonsten wird hier und da gerügt, dass ich den Blog schleifen lasse.  Nicht schleifen, wie im Mittelalter Burgen geschleift wurden. Bin nämlich gerade an Gustav Freytags “Die Ahnen”, erster Band ist abgehakt, langsam kommt das Mittelalter dran, habe noch vier Bände vor mir (bin am zweiten), ist eine Fleiß- und Überwindungsarbeit, aber ich will’s einfach mal ganz lesen, obwohl der hohe, schwülstige Stil und das germanisch-nationale Kitschpathos schwer zu ertragen sind. Habe seit Jahren, als einzige Erbschaft entfernter Verwandter, die Feldpostausgabe von “Ingo” (erster Teil des ersten Bandes) plus “Markus König” (Band vier, glaube ich), beide von 1917 … wie geht der Satz weiter? Mal vorne gucken;  ah ja, also: … im Bücherschrank stehen. Aber was wollte ich eigentlich schreiben? Schleifen. Schleifen lassen. Den Blog. Will mich bessern. Morgen geht’s weiter. Gleich Bayer – Bayern bei Sky, dann Klitschko bei RTL. Soll ich mich noch mal blamieren? Meine Expertisen: Bayer verliert nicht, und Klitschko haut den Russen spätrundig um. Und Putin sitzt erst gar nicht am Ring, weil er das ahnt und nicht als Mitverlierer dastehen und dabeisitzen will. Bis dann.

Baumhausbeichte - Novelle