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Ohne weitere Worte (vom 24. September)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Es war ja kaum zu vermeiden, selbst wenn man es vorgezogen hatte, nicht Borussia Dortmund beim Nightmare in Naples zuzuschauen, dass einen dieser Tage von irgendwoher das verzerrte Gesicht des aus der Rolle gefallenen Fußballtrainers Jürgen Klopp anschaute wie eine Gestalt aus einem Horror-B-Movie. (…) Vielleicht sollte man aus Klopps Gesichtsausdruck einfach schnell eine Latexmaske anfertigen wie von Guy Fawkes oder wie diese tolle Maske aus dem Film »Scream«. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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Alle, die Dortmunds Trainer mögen – und das sind Millionen, die die Romantik im Fußball lieben – wünschen ihm einen schönen, großen Spiegel, in dem er sich bei solchen Ausbrüchen selber sehen kann. (Süddeutsche Zeitung)

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Wiesinger ist 1,68 m groß, und an diesem Samstag begegnet er dem Kollegen Jürgen Klopp, der fast 25 Zentimeter größer ist. Er ist, wie man weiß, auch 25 Zentimeter lauter, manchmal ist er auch 25 Zentimeter witziger. Und in der Champions League hat man gerade wieder erlebt, dass er auch 25 Grimassen mehr drauf hat. (…) Michael Wiesinger ist ein leiser Mann in einer lauten Liga, das spricht eher gegen die Liga als gegen ihn. (SZ)

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»Ich war ja eh einer, der voller Zweifel steckte. Wenn ich das Selbstvertrauen der Spieler von heute gehabt hätte, hätte ich 100 Länderspiele gemacht. Mindestens.« (Bernd Hölzenbein im FR-Interview)

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Real Madrid hat für die Rekordsumme von 100 Millionen Euro Gareth Bale verpflichtet, während Spanien unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfte. Empört Sie das? – »Ich finde die Investition in Bale sinnvoller, als Fahrradwege in Düsseldorf zu bauen, wenn die EU schon mal Geld in die Hand nimmt.« (Harald Schmidt im Sport-Bild-Interview)

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»Ich bin einmal in sechs Minuten und 58 Sekunden um den Nürburgring gefahren …« – … der einzige, der je unter sieben Minuten blieb … – »… und als die Runde vorbei war, habe ich mir gesagt: Das machst du nie wieder, so einen Blödsinn. Das Risiko war derart hoch, das bringt nichts.« (Niki Lauda im Welt-Interview)

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Sie werden »master of the ass« bezeichnet … – »… weil mir noch kein Hintern begegnet ist, den ich nicht in die gewünschte Form – höher, tiefer, runder, flacher, kleiner, größer – bringen konnte.« – Haben Ihre Kundinnen ganz spezielle Wünsche – zum Beispiel Arme wie Michelle Obama oder Schenkel wie Madonna? – »Mit Verlaub: Keine möchte so aussehen wie Madonna. (…) Ich trainiere meine Frauen, damit sie aussehen wie Frauen.« (Fitness-Trainer David Kirsch im FAS-Interview)

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Haben Sie deutsche Lieblingswörter? – »Zunächst das Wort ›Auspuff‹, weil es das Lieblingswort meiner Kinder ist. (…) Und dann mag ich das Wort ›Brustwartz‹.« – Sie meinen Brustwarze? – »Sorry, ja. Das ist ein absolut wunderbares Wort. Aber natürlich ist mein Lieblingswort ›Sehnsucht‹.« (…) Man müsste vielleicht mal einen Satz finden, in dem meine drei Wortfavoriten vorkommen. Aber der wäre dann nichts für Ihr Blatt.« – Sind Sie sich sicher? (Spiegel-Interview mit Simon Rattle)

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»Auspuff, Brustwarze, Sehnsucht« (Spiegel-Überschrift des Interviews mit Rattle) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle