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Sport-Stammtisch (vom 12. September)

3:0 + 3:0 = 6:0 + 6 … aber die Tor- und Punktrechnung haben wir noch ohne den Wirt gemacht. Der heißt Ibrahimovic und wird in Schweden überprüfen, wie bombensicher die Abwehr steht beziehungsweise das Defensivverhalten funktioniert. Und erst dann könnte die große allgemeine Verunsicherung weichen, die nach dem aberwitzigen 4:0 + 0:4 = 4:4 begonnen hatte.
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Leider nicht zu beweisende Behauptung: Thomas Bach ist heilfroh, aus der deutschen Gemengelage rauszukommen, das kleine undankbare Amt abgeben und das große ehrenvolle übernehmen zu können, das leichter und nervenschonender zu leiten sein wird als das mit Selbstschussanlagen umgebene deutsche. Als IOC-Präsident wird Bach eher eine Art Weltsportbundespräsident sein, als DOSB-Boss war er Sportbundeskanzler, umzingelt und unter Feuer von »Freund« und Feind.
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Bach hat einige meiner früheren Kolumnen gelesen oder zumindest lesen lassen. So zum Beispiel »Sport ist fort – Abgesang auf ein kulturelles Phänomen des 20. Jahrhunderts« vom 26. Februar 2009. Es ging um das Thema, das ich nicht mehr erwähnen darf, wenn ich untätowiert bleiben will (für Interessierte: Ich stelle den Text online in den Blog »Sport, Gott & die Welt«).
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Bach schrieb mir damals, dass er den Text »mit Interesse gelesen« habe, aber: »Sie werden verstehen, dass ich einige Ihrer Schlussfolgerungen nicht teile, auch wenn wir im Ausgangspunkt einer Meinung sind.« Klar. Verstand ich. Wenn er meine außenseiterischen Schlussfolgerungen geteilt hätte (Untertitel: »Wie der Kampf gegen das D. den Sport zerstört«), wäre seine Karriere sofort beendet gewesen.
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Drei Jahre zuvor, aus ähnlichem Anlass, schrieb Bach mir schon einmal einen Brief (in echt, keine Mail), in dem er beteuerte, Kolumnen von mir »mit ebenso großem Interesse wie Vergnügen gelesen« zu haben. Und: »Da wir offensichtlich der gleichen Athletengeneration angehören, würde ich mich sehr freuen, wenn sich einmal die Gelegenheit zur persönlichen Begegnung ergäbe.« – Das wäre für manchen der elektrisierende Startschuss gewesen, den DOSB-Präsidenten journalistisch anzubaggern. Nicht mein Ding. Habe nie versucht, die persönliche Begegnung zu verwirklichen. Aber jetzt, als IOC-Präsident … kann er ja einfach mal bei mir vorbeikommen.
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Es folgt eine große Gemeinheit. Um die »Wer bin ich?«-Spitzengruppe etwas auseinander zu ziehen, beginnt heute, unauffällig am Kolumnenende und ohne Logo-Hinweis, schon die neue Runde mit einem Blitz-Prolog. Gesucht wird eine Frau. Eine starke Frau. Eine Frau, die alle Männer sportlich besiegt hat (ah, schon alles klar?). Bis sie im wichtigsten Wettkampf ihres Lebens unterlag (oh, schon wieder alles unklar?). Einem Mann. Reingelegt, auf unfairste Weise ausgetrickst. Wie heißt sie? Zwei Punkte für die richtige Blitz-Lösung. Schnell, schnell, Einsendeschluss ist schon morgen, Freitag, der 13. September. Aber Achtung, damit Freitag, der 13., kein WBI-Unglück bringt: Nächste Woche folgt die komplette Runde mit deutlicheren Hinweisen. Dann gibt es zwar nur noch einen Punkt zu gewinnen, aber wer jetzt schon teilnimmt, trotz der vagen Anhaltspunkte auf zwei Punkte zockt und daneben liegt, ist für die Ein-Punkt-Runde nicht mehr startberechtigt. Gemein, was?
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Bleibt nur noch die ebenso gemeine Frage: Erhält John Kerry den Günter-Schabowski-Gedächtnispreis? (gw)

Baumhausbeichte - Novelle