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Ohne weitere Worte (vom 27. August)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Gomez gilt als spektakulärster Transfer in der florentinischen Stadtgeschichte, seit die Medici 1610 Galileo Galilei aus Padua loseisen konnten. Die Einheimischen glauben jedoch, dass Gomez mittelfristig in der Lage sein sollte, mit seinen Toren noch weit mehr zu ihrem Glück beizutragen als Galilei mit seinem doch sehr theoretischen Hinweis, die Erde drehe sich um die Sonne. (Süddeutsche Zeitung)

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Papst Franziskus (…) erklärt seine Unkonventionalität mit seiner Nationalität. Vergangenen Dienstag empfing Franziskus die Fußballnationalmannschaften von Italien und Argentinien. Gegenüber dem italienischen Stürmer Mario Balotelli scherzte der Pontifex über sein Image als kleiner Revolutionär: »Hier im Vatikan schimpfen sie mit mir, weil ich undiszipliniert bin. Man sieht ja, aus welchem Land ich komme«, sagte er mit Blick auf die argentinischen Spieler, die einen Pulk bildeten, während die Italiener sich brav in eine Reihe gestellt hatten. (Spiegel)

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»Er hat eine Haselnussholzstange quer über dem Kinderwagen befestigt. Ich habe angefangen, mich hochzuziehen wie bei Klimmzügen, da war ich ein halbes Jahr alt. Mein Vater ist davon überzeugt, dass Bewegung schon ab früher Kindheit gerade auch für die geistige Entwicklung gut ist. Man sollte mal den Intelligenzquotienten von Kindern vergleichen, die mit und ohne Sport aufwachsen.« (Karin Büttner-Janz, Turn-Olympiasiegerin und Miterfinderin der ersten künstlichen Bandscheibe der Welt, im SZ-Interview)

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Auf der Startseite der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau heute zwei Schlagzeilen: 1. Über eine junge Frau aus der Nähe von Kassel, die vor der Küste Hawaiis schwimmen war: »Hai beißt Hessin den Arm ab«. 2. Direkt darunter über Stephan Schröck, einen Spieler von Eintracht Frankfurt: »Kettenhund mit Biss«. (aus Matthias Altenburgs Blog »Geisterbahn«)

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Beim ersten »Panzer-Biathlon« der Welt trat Russland gegen Kasachstan, Weißrussland und Armenien an. In bunten Kampfpanzern des Typs T-72B mussten die Dreierbesatzungen einen 20 Kilometer langen Parcours mit Hügeln, Minenfeldern und Steilhängen schnellstmöglich durchfahren und auf Pappziele ballern. (…) Wundern würde es niemanden, wenn er (OWW.-Anm.: Putin) nach der erfolgreichen Generalprobe befehlen würde, Panzer-Biathlon ins olympische Programm von Sotschi aufzunehmen. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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Adolf Hitler (…) war kein echter, überzeugter Vegetarier wie die Grünen. (…) Fleisch verursachte bei ihm solche Blähungen, dass, wegen der extremen Geruchsbelästigung in seiner Umgebung, an eine politische Karriere dieses Mannes nicht zu denken gewesen wäre. (…) Wenn Hitler regelmäßig Schnitzel gegessen und bei jeder Rede gestunken hätte wie ein alter Ziegenbock, dann wäre uns der Zweite Weltkrieg vermutlich erspart geblieben. (Harald Martenstein in seiner Zeit-Magazin-Kolumne über den »Veggie-Day«)

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Im Nordosten nennt man (…)  eine Krapfensorte »Kameruner«. Bisher ohne Beanstandungen. Möglicherweise hat sich bloß deshalb noch niemand diskriminiert gefühlt, weil sich einfach kein Kameruner nach Mecklenburg-Vorpommern traut. (Welt)

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»In diese Spiel es waren zwei, drei oder vier Spieler, die waren schwach wie eine Flasche leer!« (Giovanni Trapattoni am 10. März 1998)

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»Wenn du eine Flasche hast, die halb leer ist, dann kannst du sie umdrehen und sie bleibt halb leer. Sylvie ist leer und einsam.« (Guillaume Zarka, Kurzzeitlover von Sylvie van der Vaart, zitiert in Bild)

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»Ist klar diese Wörter, ist möglich verstehen, was ich hab gesagt? Danke. Ich habe fertig.« (Trapattoni) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle