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Sonntag, 25. August, 8.55 Uhr

Alle zurechtgelegte Lektüre durchgearbeitet, Nachtmeldungen gesichtet, im Themenzettelkasten gewühlt. Übrig bleiben im Steinesbruch für die “Montagsthemen”: Merkel in Dachau / 50 Jahre BL, Overkill der Nostalgie / BVB-Wespe, wie ein haushohes 1:0 auch hätte verloren werden können / Balic in Wetzlar und der Unterschied zu Madrid / die taz, die Grünen, die Verbrechen an Kindern / dummdreiste Coolness eines Labels / deutsche Innenansichten eines Arabers / der Schemel und die drei Beine / RTL und die Fußball-Rechte / Grasshoppers Skibbe / der Erbsenshake / Notbremse und Rote Karte / der Göttinger Elch / Luftgitarren-WM.

Mal aussortieren: Da eine Sportkolumne, sollten die meisten Sportthemen drin bleiben / Merkel in Dachau: zu komplex, zu tagespolitisch, ich versuch’s gleich im Blog / taz, Grüne, Pädophilie: kommt in “Ohne weitere Worte” / dummdreiste Coolness: versuch ich auch erst mal nur im Blog / Innenansichten eines Arabers: dito; wahrscheinlich dann auch “nur” “Ohne weitere Worte” / Göttinger Elch: kommt rein; zum Schluss?

Also, Merkel in Dachau: Ihr wird angekreidet, zwischen zwei Wahlkampf-Terminen in Bayern mal schnell Dachau “gemacht” zu haben. Grünen-Künast giftet: “Wer es ernst mit dem Gedenken an einem solchen Ort des Grauens meint, der macht einen solchen Besuch garantiert nicht im Wahlkampf.” Doch eingeladen hatte sie der Vorsitzende der Lagergemeinschaft Dachau, ein 93-Jähriger, der Auschwitz überlebt hat. Als er von den beiden Terminen der Kanzlerin erfuhr, bat er sie, dazwischen auch nach Dachau zu kommen. “Man stelle sich vor, sie hätte abgelehnt” (Süddeutsche Zeitung). Anschließend ging Merkel ins Festzelt, in dem bajuwarische Bierstimmung herrschte, und statt die CSUler mit deftigen Sprüchen zu erfreuen, berichtete sie zunächst von ihrem Besuch in Dachau. Da wurde es still im Zelt.

Dachau – da war ich mal. Weitläufige Anlage, am Vormittag war ich fast alleine. Viel zu denken dort. Floss auch ein in meine “Baumhausbeichte” (Link rechts). Die Novelle will ich auch in das endlich ins Auge gefasste längere Projekt einbauen, mit dem ich im Herbst (noch mal: endlich) beginnen will.

Dummdreiste Coolness: Abercrombie & Fitch, eine angesagte Modemarke (von der ich noch nie etwas gehört habe) hat ein supersympathisches Geschäftsmodell, das ihr Chef Mike Jeffries so beschreibt (Zitate aus der SZ): “Wir wollen die coolen Kids. Viele Menschen haben in unseren Kleidern nichts zu suchen. In jeder Schule gibt es coole und gut aussehende Kinder. Und es gibt solche, die nicht so cool sind. Wir sind ganz offen hinter den Coolen her. Wir wollen das attraktive All-American-Kid, das gut drauf ist und viele Freunde hat.”

Ich bin zwar strikt gegen jede Form von Prügelstrafe, aber warum haut nicht jemand diesem Typen mal eine in die … nee, viel besser: Ihn müsste mal ein fieser Lehrer meiner Schulzeit am Haaransatz neben dem Ohr in die Höhe ziehen, schön lange, bis er schreit. Nein, noch viel besser straft die Realität: Die A&B-Aktie verlor in der letzten Woche an der Börse ein Fünftel ihres Wertes. Das sind allerdings noch vier Fünftel zu wenig. – Das möchte ich gerne auch in die “Montagsthemen” bringen.

 

Die deutschen Innenansichten eines Arabers fand ich ebenfalls in der SZ, die diesmal den Steinesbruch großzügig beliefert. In der Kolumne “Mein Deutschland”, in der ausländische Journalisten schreiben, staunt Aktham Suliman “über deutsche Journalisten, die nach einigen Wochen Aufenthalt in einem arabischen Land gleich ein Buch über dessen Geschichte, Gegenwart und Zukunft veröffentlichen. Noch erstaunlicher sind diejenigen, die einem Syrer erklären, wer in seinem Bürgerkriegsland  auf wen schießt, warum und mit welcher Waffe. Es sind aber auch Politiker, die den Araber auf die Palme bringen: Guido Westerwelle gibt mit dem saudischen Außenminister eine Pressekonferenz zum Thema ‘Demokratie in Syrien’ – dabei hat das Königreich Saudi-Arabien nicht einmal ein Parlament” Und so weiter. Herrlich. Da staunt nicht nur der Araber, da staunt auch der Mittelhesse, den’s mit dem Araber auf die Palme treibt. Und damit Blog-Ende und “Montagsthemen”-Start. Bis dann.

 

Baumhausbeichte - Novelle