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Walther Roeber: Rassismus (und P.C. und mehr)

Mich berührt an dieser ganzen pc (political correctness)-Affäre etwas
eigenartig, dass sich da ein Mannschafts”kamerad” profiliert bzw. zu
profilieren versucht.

Da Costa hat irgendwo ein sehr vernünftiges Interview gegeben, damit war
das Thema eigentlich gegessen.

Aber wir Deutschen scheinen ein besonderes Talent darin zu haben, uns zu
beknirschen, Asche auf’s Haupt zu streuen oder “HIER°!” zu rufen, wenn
es gilt, Häme einzusammeln.

Zur Aussage von M. Beltz bleibt vielleicht hinzuzufügen, dass jeder fast
überall erstmal Ausländer ist, und dazu gehört dann auch, sich
entsprechend zu benehmen.

Auch wenn das manchmal schwerfallen mag, bzw. gerade dann, wenn man
nicht genug Informationen zu einem Thema hat.

So hatte nach meinem Gefühl Peter Scholl-Latour am Donnerstag ganz recht, als er die Meinung vertrat, dass man sich in den Ägypten-Konflikt nicht zu sehr einmischen sollte.
Aber ist es nicht “pervers”, wenn wenige Kilometer von den
Straßenschlachten entfernt sich die Urlauber im Sand aalen?

Oder – völlig anderes Thema – was soll man zu einer Kampagne in USA
sagen, wo gerade eine hitzige Diskussion um Jane Fonda läuft, die in
einem Film Nancy Reagan darstellt,

aber in manchen Kreisen als “whore of Hanoi” bezeichnet wird, weil sie
offenbar bei ihrem Eintreten gegen den Vietnam-Krieg einige seltsame
Dinge getan hat.

Bei Mohrrübe kann man ja noch auf Karotte ausweichen :-) Echte
Mohrenköpfe gibt es kaum noch, habe jedenfalls lange keine mehr in
irgendwelchen Konditoreien gesehen;

die Negerküsse – auch nein- Schaumküsse kommen aus Fabriken oder einer
Heimwerkstatt im Vogelsberg, dort immerhin noch weitgehend handgefertigt.

Gibt es eigentlich den Sarotti-Mohren noch? Oder wurde der auch
gestrichen? Es gibt ihn noch! Siehe http://www.sarotti.de/home , aber
“heller” gestrichen offenbar…

Jäger-Sosse und Riesen-Bratwurst haben offenbar keine eigene Lobby.

Schweinsteiger hat sich wohl mal gegen Tätowierung ausgesprochen, bei
Schweiger und Lahm wäre ich mir nicht so sicher;

letzterem würde ich glatt zutrauen, dass er irgendwo an öffentlich
unsichtbarer Stelle “I am the greatest!” mit sich herumträgt…

Aber nett von der Leserin, dass sie jetzt Mitleid mit Ihnen hat.
Vielleicht lässt sich die Wette ja auf einen Punkt auf der Rückseite des
Ohrläppchens reduzieren? Quasi als Floh-Punkt oder

ähnliches Klein-Haustierchen? Aber dokumentiert werden müsste es schon -
mit Ton!

Wie wird wohl die Zeitung über das Duell am Sonntag berichten, wenn ein
ehemaliger Basketballspieler und eine Turn-und-Sport-Gemeinschaft
gegeneinander antreten?

Aber das ist ja kein Box- , sondern Wahlkampf  und hat deswegen mit
Sport nicht viel zu tun. (Walther Roeber)

Baumhausbeichte - Novelle