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Ohne weitere Worte (vom 20. August)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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»Im Gegensatz zu ihm habe ich meine Geheimratsecken extra reingeschnitten«, sagt Lieberknecht, ein Mann mit schütterem Haar. Und Klopps Werbung für Opel amüsiert ihn, zumindest mit Blick auf ihre Zeit in Mainz: »Meine Erinnerung sagt mir, dass er damals als gefühlter, ewiger Student keinen großen Wert auf Autos gelegt hat. Wenn man manchmal das Innenleben seines Autos betrachtet hat, dann ginge das nur noch in der Kategorie Nutzfahrzeug durch.« (Welt)

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Bela Rethy, der Mann, der einzelne Spieler nicht voneinander unterscheiden kann. Was bei einer eher miserablen Gesamtleistung wie gegen Paraguay für jeden, der da aufläuft und einen Fehler nach den anderen macht, von Vorteil ist. (FAZ)

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Man kann sich fragen, ob es aus pädagogischer Sicht sinnvoll ist, dass Joachim Löw für die Fehler im Team und im System einen Einzelnen besonders zur Verantwortung zieht. (…) Es ist auch nicht das erste Mal, dass er Hummels vor Publikum belehrt. (….) Wie er das tut, ist zweifelhaft. (Süddeutsche Zeitung)

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Christoph: »Robert ist kompromisslos, eiskalt. Alles muss so funktionieren, wie er das will.« (…) Robert: »Dickköpfig und zielstrebig hört sich besser an als eiskalt. Sonst denken die Leute noch, ich sei skrupellos …« – Christoph: »Genau: Harting, der Killer, der Arm der Vergelter.« (Interview mit den Harting-Brüdern in der Frankf. Allg. Sonntagszeitung)

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»Wenn wir vorrechnen können, dass sich eine Energiesparmaßnahme finanziell lohnt, werden die Bürger freiwillig mitmachen. Man überzeugt die Leute leichter mit einem erhobenen Rechenschieber als mit einem erhobenen Zeigefinger.« (Boris Palmer von den Grünen, Oberbürgermeister in Tübingen, im Spiegel-Interview)

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Unter anderem werden aus der Partei Verbote von (…) Weichmachern im Sexspielzeug und des Angelns bei Nacht gefordert. (…) Ich war ziemlich überrascht, als ich las, dass ausgerechnet Wladimir Putin eine gesellschaftspolitische Idee der deutschen Grünen aufgegriffen hat, das Werbeverbot. Putin hat in Russland die Werbung für Homosexualität verbieten lassen. (…) Andererseits muss man Putin zugute halten, dass er zur Homosexualität immerhin noch ein positiveres Verhältnis zu haben scheint als die Grünen zum Angeln bei Nacht. (Harald Martenstein im Zeit-Magazin)

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Tatsächlich ist die Fortpflanzung, bei der die Partner einander in die Augen schauen, unter Säugetieren selten. Das hat häufig schon rein anatomische Gründe – man versuche nur, sich das bei Elefanten vorzustellen. (Aus der Zeit-Serie »Stimmt’s«? zur Frage: »Ist der Mensch das einzige Säugetier, das beim Sex die Missionarsstellung praktiziert?«)

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Ich bin gegen einen Boykott. Stattdessen sollten alle deutschen Sportler (…) Werbeslogans für Homosexualität tragen. (…) Für Skirennläuferinnen plädiere ich für die Duplo-Parole »Wahrscheinlich die schnellste Lesbe der Welt«. Das bei Bommerlunder entlehnte »Der große Schwule aus dem Norden« würde sich auf dem Trikot eines hochgewachsenen Eishockeyspielers gut machen. (Martenstein/Zeit)

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Pessimist: Schlimmer geht’s nicht. Optimist: Doch. (aus der Humor-Seite des Stern)

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»Im zweiten Akt (…) kotzt ein Mann drei Reihen vor mir in die Handtasche seiner Frau. Sie macht die Handtasche zu, es geht weiter.« (Helene Hegemann beobachtet für die Zeit die Festspiele in Bayreuth)

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»Ich mache es wie ein Dackel im Wald. Ich belle ganz laut, damit keiner merkt, dass ich ein kleiner, ängstlicher Köter bin.« (Kabarettist Georg Schramm im taz-Interview)  (gw)

Baumhausbeichte - Novelle