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Ohne weitere Worte (vom 13. August)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Die Denksportaufgabe der Woche lautet: Wie nennt man es, wenn eine Mutter ihren 50. Geburtstag feiert und drei Tage später eines ihrer Kinder 75 wird? (…) Zu den Besonderheiten und Absonderlichkeiten der Bundesliga (…) gehört halt auch, dass sie zu einem Zeitpunkt das Licht der Welt erblickte, als ihre ersten Kinder schon laufen konnten (…). Zum Beispiel Otto Rehhagel, der am Freitag seinen Fünfundsiebzigsten feierte und sich mit dem ihm eigenen Pathos als »Kind der Bundesliga« bezeichnet. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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Mainz, Freiburg und Nürnberg sind in diesem Transfersommer ja wieder von der Konkurrenz überfallen worden (…) – gemessen an der jährlichen Mühsal dieser Klubs ist das, was der Sportler Sisyphos mit seinem Felsblock anstellt, nur eine leichte Jogging-Einheit in der Sommerpause. (Süddeutsche Zeitung)

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Sammer dreht noch ein bisschen weiter an den Daumenschrauben (…): »Wir wollen wieder das Triple in Angriff nehmen. Dazu den europäischen Supercup und die Club-WM.« Fehlt nur noch die Mars-Meisterschaft und der Universum-Cup. (…) Guardiola kann einem fast schon ein wenig leidtun. (taz)

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Können Sie sich vorstellen, dass Schalke Meister wird? – »Es fällt schwer, sich etwas vorzustellen, was man in seinem bisherigen Leben noch nicht erlebt hat.« (BVB-Sportdirektor Michael Zorc im FAZ-Interview)

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»Sie werden doch nicht glauben, dass ich dem Jogi in den Rücken falle. Da sind sie bei mir an der falschen Adresse. Der Jogi wohnt Luftlinie 100 m von mir weg. Ich bin stolz, so nahe neben so jemandem zu wohnen.« (Freiburgs Trainer Christian Streich auf die Frage, ob er verstehe, dass Bundestrainer Joachim Löw den Leverkusener Stefan Kießling nicht nominiert, notiert vom sid) .

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Deine Entwicklung ist wie des Dax – von links unten nach rechts oben. Das kennt man sonst nur von RAF-Anwälten. (aus Harald Schmidts Laudatio auf die Bundesliga in der Welt am Sonntag)

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Manchmal hätten ihm Kleinigkeiten geholfen. Zum Beispiel beim Deal mit Persien. Der Schah sei Beckenbauer-Fan gewesen. Das habe er genutzt. Am Ende stieg der persische Staat mit einigen Hundert Millionen bei Krupp ein und machte den Konzern wieder flüssig. Eigentlich habe Beckenbauer eine Provision verdient. (aus Fritz Pleitgens Nachruf auf Berthold Beitz im Stern)

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Auch in Westdeutschland ist offenbar seit 1972 planmäßig gedopt worden. (…) Man kann davon ausgehen, dass praktisch alle Bescheid wussten. Das wirft vor allem die Frage auf, weshalb westdeutsche Sportler so wenige Medaillen gewonnen (…) haben? Was war mit unseren Dopingmitteln nicht in Ordnung? (»Zippert zappt« in der Welt)

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Sie reden so überzeugend, dass Sie dem Papst mühelos ein Doppelbett andrehen könnten. (Stern in einem Interview mit Hannelore Kraft) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle