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Sonntag, 11. August, 18.05 Uhr

Uff. Viel zu spät aus dem Bergischen Land zurück. Auf dem Rückweg erst Autobahn gesperrt. Radio: Polizei leitet den Verkehr um, aber nix Polizei, nix Umleitung. Zurück zur vorigen Auffahrt, rauf auf die Autobahn – und bei der nächsten Abfahrt kommentarlos durch Absperrungen wieder zur vorigen Auffahrts-Straße runtergeführt. Nach diesem aparten Kreisverkehr quer durchs Bergische Land über Landstraßen Richtung Sauerlandlinie – plötzlich Baustelle, einspurige Verkehrsführung für beide Richtungen, Ampel, Riesenstau. Und ich bin nun wirklich kein heimlicher Stau-Lustmolch, ich könnte mich kriminal ärgern, auch über die Schwachköpfe, die sich kamikazeartig hart an den Gegenverkehr stürzen, um in eine Lücke zu preschen. Zu Hause schnell die am frühen Morgen begonnenen “Montagsthemen” abgeschlossen (siehe gw-Beiträge Anstoß), gleich geht’s rüber zum WM-Gucken, 18.15 Uhr Diskus Frauen. Vorher muss ich aber UNBEDINGT verraten, dass ich das Geheimnnis von Altenothe gelöst haben. Blog-Leser wissen: Ein Denkmal oberhalb des Ortes, gewidmet “Den Opfern der Zeit”. Sind wir das nicht alle? Eine kryptische Inschrift, über die ich viel nachgedacht und die verquersten Erklärungen gefunden hatte. Heute: Neben dem Denkmal Feuerwehr-Grillfest. Lauter Alteingesessene, vornehmlich mit Betonung auf “Alt”. Die müssten es doch wissen? Klar doch. Ich frage einen, wer die “Opfer der Zeit” denn seien, der schaut mich verständnislos an: “Na, unsere Kriegstoten natürlich!”

Ach so. Wie nennt man das? Euphemismus? Verdrängung? Opfer der “Zeit”, keine “Kriegsopfer”, keine Toten eines verschuldet angezettelten Weltkrieges, sondern eben “Opfer der Zeit”. Darauf muss man erst mal kommen.

Baumhausbeichte - Novelle