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Donnerstag, 8. August, 16.35 Uhr

“Ich gehöre zu den Lesern Ihrer Texte, seit es diese gibt, mithin also zur ‘liebsten Zielgruppe” – so beginnt einer der mir liebsten Leserbriefe seit langer Zeit, und das, obwohl ich von Barbara Tomsch aus Reichelsheim streng kritisiert werde. Zu Recht. Ich leiste Abbitte und werde tätige Reue anbieten. Morgen, wenn ich den “Sport-Stammtisch” schreibe. Lassen Sie sich überraschen, worum es geht, um welche ganz besonderen “Haustierchen” beziehungsweise “Hauttierchen”.

Der Brief ist handgeschrieben, dürfte also streng genommen nicht in die “Mailbox” aufgenommen werden, doch wenn schon der neue Papst nicht päpstlicher als der Papst ist, wer bin dann ich, dass ich es wäre? Aber erst morgen schreibe ich ihn ab (den Brief, nicht den Papst), und auch erst morgen kommt die Mail von Walther Roeber (Bad Nauheim) in die “Mailbox”, denn mit ihm soll der “Sport-Stammtisch” beginnen, und ich will im Blog nicht vorpreschen.

In der Roeber-Mail geht es um das leidige Thema, an dem ich mich abmühe, seit Barbara Tomsch meine Texte liest. Die Leser unserer Blätter kennen alle “Enthüllungen”, die jetzt “enthüllt” werden, und noch einiges mehr dazu. Nur eine notwendige Enthüllung wird nicht enthüllt, sie hat es auch schwer, denn sie betrifft die berufsmäßigen Enthüller. Ein Stichwort, Stichsatz für die morgige Kolumne: Die Mitschuld der Medien als Wach- und Schießhunde der Nominierungs-Potentaten des bundesdeutschen Staatsdopings. Na ja, ein bisschen schwerfällig, der Satz. Aber selbst wenn ich mich morgen allzu verbissen abmühen sollte, halten Sie durch, bis die “Haustierchen” kommen!

Vorhin: Anruf der “Zeit”. Bitte um ein Gespräch. Fast immer sage ich solche Dinge ab. Ausnahme: Nach Ralf Reichenbachs Tod ein Hintergrundgespräch mit dem “Spiegel. Lange her. Wollte wieder absagen, doch zum einen wirkte die “Zeit”-Journalistin auf mich vertrauenerweckend, zum anderen hatte ich während des Telefonats schon so abwehrend  drumrum geplappert, dass es wie eitle Ziererei wirken könnte, und sich eitel Zierende nerven ganz gewaltig. Also zugesagt. Mit meinen üblichen Bedenken als Kontrollfreak: Trau keinem Text außer dem eigenen, und nicht mal dem!

 

Baumhausbeichte - Novelle