Archiv für August 2013

Sonntag, 25. August, 14.25 Uhr

Sonntagmorgenblog am Nachmittag, zum Dritten, dann ist aber Schluss: Bitte die „Mailbox“ anklicken, Dr. Sylvia Börgens löst dort das Schemel-Rätsel. „Montagsthemen“ sind schon in der Redaktion, dort bleibt das Rätsel ein Rätsel, passt auch besser zum Schluss.

Was Blödes gemacht: Das Youtube-Video von „Sommer, Sonne, Kaktus“ angeklickt, nachdem ich diverse Helge-Schneider-PRs (zum Beispiel von Moritz von Uslar in der Zeit) gelesen habe. Total beknackt, blödsinnig, alles passt nicht richtig zusammen, Text nicht, Musik nicht, Video nicht, das Ding scheint keine Melodie zu haben – und was passiert? Ich krieg’s nicht aus dem Kopf. Sommer, Sonne, Kaktus, dadidadudada, Sommer, Sonne, Kaktus, didididida, Sommer, Sonne … ich werd noch verrückt. In einer Stunde gucke ich die Eintracht, dann muss es weg sein. Sommer. Sonne, Kaktus …

Veröffentlicht von gw am 25. August 2013 .
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Sonntag, 25. August, 8.55 Uhr

Alle zurechtgelegte Lektüre durchgearbeitet, Nachtmeldungen gesichtet, im Themenzettelkasten gewühlt. Übrig bleiben im Steinesbruch für die „Montagsthemen“: Merkel in Dachau / 50 Jahre BL, Overkill der Nostalgie / BVB-Wespe, wie ein haushohes 1:0 auch hätte verloren werden können / Balic in Wetzlar und der Unterschied zu Madrid / die taz, die Grünen, die Verbrechen an Kindern / dummdreiste Coolness eines Labels / deutsche Innenansichten eines Arabers / der Schemel und die drei Beine / RTL und die Fußball-Rechte / Grasshoppers Skibbe / der Erbsenshake / Notbremse und Rote Karte / der Göttinger Elch / Luftgitarren-WM.

Mal aussortieren: Da eine Sportkolumne, sollten die meisten Sportthemen drin bleiben / Merkel in Dachau: zu komplex, zu tagespolitisch, ich versuch’s gleich im Blog / taz, Grüne, Pädophilie: kommt in „Ohne weitere Worte“ / dummdreiste Coolness: versuch ich auch erst mal nur im Blog / Innenansichten eines Arabers: dito; wahrscheinlich dann auch „nur“ „Ohne weitere Worte“ / Göttinger Elch: kommt rein; zum Schluss?

Also, Merkel in Dachau: Ihr wird angekreidet, zwischen zwei Wahlkampf-Terminen in Bayern mal schnell Dachau „gemacht“ zu haben. Grünen-Künast giftet: „Wer es ernst mit dem Gedenken an einem solchen Ort des Grauens meint, der macht einen solchen Besuch garantiert nicht im Wahlkampf.“ Doch eingeladen hatte sie der Vorsitzende der Lagergemeinschaft Dachau, ein 93-Jähriger, der Auschwitz überlebt hat. Als er von den beiden Terminen der Kanzlerin erfuhr, bat er sie, dazwischen auch nach Dachau zu kommen. „Man stelle sich vor, sie hätte abgelehnt“ (Süddeutsche Zeitung). Anschließend ging Merkel ins Festzelt, in dem bajuwarische Bierstimmung herrschte, und statt die CSUler mit deftigen Sprüchen zu erfreuen, berichtete sie zunächst von ihrem Besuch in Dachau. Da wurde es still im Zelt.

Dachau – da war ich mal. Weitläufige Anlage, am Vormittag war ich fast alleine. Viel zu denken dort. Floss auch ein in meine „Baumhausbeichte“ (Link rechts). Die Novelle will ich auch in das endlich ins Auge gefasste längere Projekt einbauen, mit dem ich im Herbst (noch mal: endlich) beginnen will.

Dummdreiste Coolness: Abercrombie & Fitch, eine angesagte Modemarke (von der ich noch nie etwas gehört habe) hat ein supersympathisches Geschäftsmodell, das ihr Chef Mike Jeffries so beschreibt (Zitate aus der SZ): „Wir wollen die coolen Kids. Viele Menschen haben in unseren Kleidern nichts zu suchen. In jeder Schule gibt es coole und gut aussehende Kinder. Und es gibt solche, die nicht so cool sind. Wir sind ganz offen hinter den Coolen her. Wir wollen das attraktive All-American-Kid, das gut drauf ist und viele Freunde hat.“

Ich bin zwar strikt gegen jede Form von Prügelstrafe, aber warum haut nicht jemand diesem Typen mal eine in die … nee, viel besser: Ihn müsste mal ein fieser Lehrer meiner Schulzeit am Haaransatz neben dem Ohr in die Höhe ziehen, schön lange, bis er schreit. Nein, noch viel besser straft die Realität: Die A&B-Aktie verlor in der letzten Woche an der Börse ein Fünftel ihres Wertes. Das sind allerdings noch vier Fünftel zu wenig. – Das möchte ich gerne auch in die „Montagsthemen“ bringen.

 

Die deutschen Innenansichten eines Arabers fand ich ebenfalls in der SZ, die diesmal den Steinesbruch großzügig beliefert. In der Kolumne „Mein Deutschland“, in der ausländische Journalisten schreiben, staunt Aktham Suliman „über deutsche Journalisten, die nach einigen Wochen Aufenthalt in einem arabischen Land gleich ein Buch über dessen Geschichte, Gegenwart und Zukunft veröffentlichen. Noch erstaunlicher sind diejenigen, die einem Syrer erklären, wer in seinem Bürgerkriegsland  auf wen schießt, warum und mit welcher Waffe. Es sind aber auch Politiker, die den Araber auf die Palme bringen: Guido Westerwelle gibt mit dem saudischen Außenminister eine Pressekonferenz zum Thema ‚Demokratie in Syrien‘ – dabei hat das Königreich Saudi-Arabien nicht einmal ein Parlament“ Und so weiter. Herrlich. Da staunt nicht nur der Araber, da staunt auch der Mittelhesse, den’s mit dem Araber auf die Palme treibt. Und damit Blog-Ende und „Montagsthemen“-Start. Bis dann.

 

Veröffentlicht von gw am 25. August 2013 .
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Sonntag, 25. August, 7.05 Uhr

„Warum stehen Sie Sonntags immer schon zu solch früher Stunde auf? Das habe ich schon nicht verstanden, als Sie noch abhängiger Beschäftigter  waren. Als unabhängiger Schreiber verstehe ich es aber auch nicht. Das  ist für uns Leser schon nett, bereits an einem freien Sonntag morgens die ersten Anregungen lesen zu  können, aber der Grund dürfte doch ein  anderer sein“, fragt und schreibt Thomas Koch.

Ja, warum eigentlich? Ich antwortete: „Reine Gewohnheit. Erst das Schreiben, dann die lange Redaktionsarbeit. Die fällt jetzt zwar weg, aber dafür unternehme ich dann etwas. Daher habe ich etwas vom Sonntag, trotz Blog und Montagsthemen.“ – Aber ist das die ganze Wahrheit? Bin ich zwanghaft? Nee, und schon beginne ich heute später als üblich.

Thomas Koch, unser langjähriger Leser aus Wiesbaden, fragte in einem P.S. zu seiner „Wer bin ich?“-Lösung. Schon viele Lösungen sind eingegangen, einige auch mit Anmerkungen wie von Doris Heyer aus Staufenberg: „Das Postfach quillt wahrscheinlich über, denn ich habe mich an die Anfangszeit von Wer bin ich? erinnert, damals ging
es doch los mit Halla, und danach wurde es dann immer schwerer und für mich manchmal auch nicht mehr lösbar.“ – Ja, diesmal war es – vielleicht!? – wirklich etwas einfacher, was auch den schönen Vorteil hatte, Stammleser der Kolumnen kennenzulernen, die erstmals mitmachten. Wie Klaus-Dieter Willers aus Hungen: „Nachdem ich noch nie eine Lösung eingeschickt habe, sondern alles nur aufmerksam verfolgt, will ich diesmal aber mitraten.“ Es gab auch liebenswürdige Anmerkungen der „Neuen“: „Ich lese Ihre Rubrik mit viel Spaß. Sie bringen die Dinge oft auf den Punkt.“ (Ulrich Schultheis/Friedberg).

Klaus Meisinger aus Niddatal: „Ansonsten liegt es mir am Herzen, Ihnen einmal zu sagen, dass Ihr Anstoss für mich das Highlight der täglichen Zeitungs-Lektüre darstellt. Die Art, wie Sie Politisches und Weltliches mit sportlichen Themen verbinden, ist sehr interessant und unterhaltsam. Egal, ob Sie über Doping, Griechenland oder auch die Eintracht referieren, es ist immer lesenswert. Machen Sie bitte so weiter und gehen Sie ja nicht in Ruhestand (wie Sie es das eine oder andere Mal schon erwähnt haben), mir würde echt etwas fehlen. Das schreibt Ihnen ein Vorruheständler!“  Danke. Ich betone zwar immer, dass mir Kritik oft mehr gibt als Lob, aber stimmt das auch? Ich gehe mal ganz kurz in mich …. NEIN! Dankeschön.
Schön auch, wenn alte Kumpel dank „Wer bin ich?“ auftauchen: „Als ständiger Leser Deiner Anstoß-Kolumne, der sich oft ein Grinsen nicht verkneifen kann, habe ich als Neu-Pensionär jetzt mehr Zeit, um auch an Deiner „Personen-Recherche“ „Wer bin ich?“ teilzunehmen. (… es folgt die Lösung …) Bitte amüsiere mich weiterhin mit Deinen hintergründigen Kolumnen, obwohl ich sicher nicht zu Deiner „liebsten Leser-Gruppe“ gehöre!“, schreibt „Dein Ex-Kommitlitone und Leichtathletik-Mitstreiter Reinhard Schmandt“.

Eine Zuschrift der etwas anderen Art: „Wie schwer musste es auch diesmal wieder für Sie sein, nach kürzlich heftig zu ertragener Kritik, sich erneut  für eine derart anspruchsvolle selbst antwortgebende Fragestellung zu entscheiden und hier auch noch 3 Punkte auszuloben. Ihr Einverständnis voraussetzend teile ich Ihnen zur Augustrunde 2013 lediglich die 3 Lösungsnamen mit. Sie werden im Nachfolgenden nachvollziehen können, welches dafür meine  Beweggründe sind. Sie kennen ja bereits meine Abhandlungen zu verschiedenen vergangenen Lösungsermittlungen. Diese waren oft dadurch geprägt, dass äußerst umfangreiche Gedankenspiele mit aus meiner Sicht logisch zusammengesetzten Lösungstatbeständen zu „akrobatischen“ Verrenkungen mit der Folge führten,  dass Lösungen auch dementsprechend gewandt im Leerlauf endeten. Ach, da fällt mir doch dazu und  zu „Akro…“ noch etwas ein! Ja, ich erinnere mich! Ihre  „Steffi Graf“ erschließt sich mir dabei  gedanklich und erinnerlich, die sich Ihnen kürzlich in einer vergangenen  „Wer bin ich ? Runde 2013“ akribisch auftat und spontan von Ihnen für Ihre Mitstreiter der Rategemeinschaft  auserkoren worden war. Das war eine besonders freundliche „ akro…, wie heißt doch noch das zugehörige Wort“, naja akrobatische Freundschaftsbekundung uns gegenüber. Ich scheute eben auch dazu gehörend und  erneut  keine aufopferungsvolle  Mühe, Ihnen, selbstverständlich auch Ihnen zur Ihrer Freude dargereicht, verschiedene Lösungsnamen zu unterbreiten. Ich führe dabei unseren Ulle und unseren Michi Schumacher an. Und dies natürlich in Erinnerung an  meine vorerwähnten  gewandten Leerläufe“ … tja. Muss ich alles verstehen? Welche heftige Kritik? Wer klärt auf?

Und nun zu meinem üblichen Gequengel, noch völlig ahnungslos zu sein, welche Montagsthemen in die „Montagsthemen“ kommen sollen. Am meisten interessiert mich eine Aussage des Chefs von Gut Neuhof in einem FAZ-Interview, dem es „immer darum ging, das Gut Neuhof auf drei Beine zu stellen, weil bekanntlich ein Stuhl mit drei Beinen nicht wackelt“. Och. Stimmt das? Die Liebste sagt ja und verweist darauf, dass ein Schemel drei Beine hat. Aber wie soll ich die ungelöste Frage in die „Montagsthemen“ einbringen?

So. Der Knicks kommt. Kaffee ist fertig. Pause. Bis später.

 

Veröffentlicht von gw am 25. August 2013 .
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Donnerstag, 22. August, 12.00 Uhr

War’s zu leicht? In Windeseile sind die ersten elf richtigen Lösungen eingetroffen, einige mit der Anmerkung, wenn schon – wahrscheinlich – diesmal so viele richtige Lösungen eingehen, wolle man wenigstens zu den ersten gehören. Das kann ja was werden! Auch drei Debütanten unter den Schnell-Mailern, auch ein paar liebe alte Bekannte aus uralten Gießener Zeiten – „Wer bin ich?“ macht’s möglich.

Warum ich nichts zu der „Zeit“-Geschichte schreibe, in der ich eine Rolle spiele, wird gefragt. Weil: Im Blog und im Blatt besteht D.-Thema-Tabu, diesmal, nach vielen vergeblichen Anläufen, absolut abgesichert durch die Tattoo-Gefahr. Zufällig in den Blog Hineingeratene verstehen jetzt nur „Bahnhof“, wen die Hintergründe interessieren, der möge in Blog und in den Kolumnen („gw-Beiträge Anstoß“) zurückblättern. Nur eines noch: „Meine“ Autorin Anna Kemper hat einen prima Job gemacht.

Veröffentlicht von gw am 22. August 2013 .
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Sonntag, 18. August, 9.10 Uhr

Noch ist ein großer, in den letzten Tagen liegen gebliebener Lektüreberg abzutragen, bevor ich mich an die Montagsthemen machen kann. Obenauf aber schon gelesen, im Feuilleton der „Zeit“, ein Erlebnisbericht von Helene Hegemann von den Wagner-Festspielen in Bayreuth. Hegemann, Sie wissen schon, Axolodingsbums, über das sich die deutschen Feuilletons monatelang echauffierten, delektierten, erektierten. Ich habe auch ein bisschen gestänkert, gegen beide, das hochpepushte Mädel und die Kulturschreibfritzen. Aber was sie jetzt schreibt, gefällt mir. Vorurteil zurückgezogen. Kleine, hübsche Beobachtung am Rande: „Zwei Hippieeltern in gebatikten Festivalhosen lassen ihre beiden Kinder auf dem Parkplatz kacken, direkt hinter McDonald’s. Danach fordern sie mich, anstatt die Kacke wegzumachen,  wutentbrannt dazu auf, meine auf dem Boden ausgedrückte Zigarette in den Mülleimer zu schmeißen.“ Hübsch auch: „Beim Auftritt des Rattenchors beobachte ich ein interessantes Phänomen (…): Sobald Tiere auf der Bühne erscheinen, geht ein gewaltiges Raunen durchs Opernpublikum. Ich habe derartige Reaktionen nicht mal bei zehnminütigen Masturbationsszenen erlebt.“ Besonders stark: „Im zweiten Akt (…) kotzt ein Mann drei Reihen vor mir in die Handtasche seiner Frau. Sie macht die Handtasche zu, es geht weiter.“ Nummer eins und drei kommen in die ganz enge Auswahl für „Ohne weitere Worte“.

Gestern vor, während und nach dem Spiel rund um das Waldstadion geradelt. Schon um zwölf Uhr hatten sie auf dem Parkplatz Isenburger Schneise die Sitzhocker rausgestellt und stärkten sich mit Speis und vor allem Trank für das bevorstehende Desaster, das keines wurde. Ich habe, sehr viel früher, nur einmal so weit weg vom Stadion geparkt. Nie wieder. Die beiden Märsche hin und zurück blieben in unangenehmer Erinnerung, das Spiel überhaupt nicht. Später parkte ich zwar auch weit ab vom Schuss (Gegend Gerbermühle), fuhr dann aber gemütlich mit dem Rad, eine Saison lang sogar mitten bis zu den VIP-Parkplätzen, freihändig, meinen Presse-Durchfahrtschein hochhaltend. Ging später nicht mehr, fuhr dann mit dem Rad bis Unterschweinstiege. War aber auch noch ziemlich komfortabel.

Ich hatte also auch, wie alle Journalisten, freie Fahrt bis nah dran, freien Eintritt, und wenn ich gewollte hätte, vor dem Spiel, in der Halbzeit und nach dem Spiel Speis und Trank für umme. Den Durchfahrtschein benutzte ich schon bald gar nicht mehr, Speis und Trank verschmähte ich sowieso, dennoch war mir klar, wie privilegiert wird sind gegenüber dem normalen Fan, der für den Stadionbesuch tief in die Tasche greifen muss (und sich daher bei den fliegenden Bier&Co-Händlern auf den Anfahrtwegen bedient statt bei den Apotheken im Stadion). Am meisten stank mir: Dass sich einige „Kollegen“ beschwerten über die Qualität des Freibier- und Freiess-Angebots. Meist waren es solche, die ihre Pressekarte von echten Kollegen geschnorrt hatten und selbst keine Zeile schrieben.

Apropos Gerbermühle. Als wir Samstag vorbeifuhren, standen zwei Wichtig-wichtig-Mienen in schwarzen Anzügen und mit weißkabeligem Knopf im Ohr vor dem Zaun. Drinnen (also draußen, hinter dem Zaun und vor dem Haus)nicht wie früher gediegen-rustikal, sondern schickimickihaft aufgemotzt, mit langen, blütenweiß betischdeckten Bänken. Muss ich also nicht mehr hin. Wahrscheinlich lassen mich die Wachmänner als sofort erkannten Provinzproleten erst gar nicht rein.

Stehen die immer vor der Gerbermühle? Oder speiste dort ein hochwichtiger Promi? Vielleicht Bouffier? In diesem Zusammenhang mache ich jetzt mal eine Wahlaussage, die von meinen Lesern lange erhoffte und geforderte: Ich wähle Bouffier, weil er Gießener ist und ein guter Basketballer war. Ich wähle Schäfer-Gümbel, weil er nicht nur Gießener ist, sondern dort sogar in „meinem“ Viertel aufwuchs. Ich wähle Gerhard Merz, weil er Gießener ist, den „Anstoß“ liest und ein netter Kerl zu sein scheint. Ich wähle Michael Beltz, weil er Gießener ist, den „Anstoß“ liest, ein netter Kerl zu sein scheint und der Bruder von Matthias Beltz ist.  Damit habe ich meine Kompetenz als homo politicus, dem es nur um die Sache geht, doch hoffentlich überzeugend bewiesen.

Da ich unter anderen mir Lieben auch Bouffier wähle, darf ich seiner Partei einen Tipp geben: Das Wahlplakat mit der Aufschrift „Hessen bleibt sicher“ findet sicher noch seinen Platz im absurdistaner Dada-Museum. Was wollt ihr uns bloß damit sagen? Inflation bleibt am Limes hängen? Kriegerische Einfälle sowieso? Bouffier ist Obelix und Hessen sein wehrhaft-störrisches Dorf? Oder ist die Aussage: Von hessischem Boden darf kein Krieg mehr ausgehen?  Auch wenn wir große Ausgeher sind, wie ich auf der Radtour gesehen habe: Als ich das letzte Mal rund um Frankfurt und den Main fuhr, kam ich noch durch viele Vorstadt-Wüsten. Jetzt ist alles aufgehübscht, sogar in Offenbach, und wenn man jede Einkehrgelegenheit nutzen wurde, könnte man keine zehn Meter am Stück fahren.

Wieder einmal hat’s geklappt: Über die allmähliche Verfertigung der Montagsthemen beim Drauflosschreiben des Sonntagmorgenblogs. Aus diesem Stein(es)bruch klau ich mir wieder ein paar Kieselchen. Bis dann.

Veröffentlicht von gw am 18. August 2013 .
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