Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Sonntag, 28. Juli, 17.45 Uhr

Endlich ist alles erledigt. Zum Schluss schnurrte der Tunnel wie am Schnürchen. Oder schnurrte das Schnürchen wie im Tunnel? Tunnelte schnurrend das Schnürchen? Schnürte das Schnurchen? Sorry, nachdem Sonntagmorgenblog und Montagsthemen  geschrieben und in Blatt und/oder Blog untergebracht sind, bricht sich Erleichterung die Bahn, den Bann brechend, die Bahn erleichternd, den Bann … jetzt aber Schluss mit albernlustig.

Für die nächste Kolumne, die “Ohne weitere Worte”-Zitate, schon einiges vorbereitet. Zum Beispiel aus einem “Zeit”-Titelblattthema: “Die Allzuguten – Den Grünen steht beim Umgang mit den Pädophilie-Vorwürfen die Selbstgerechtigkeit im Weg” (Autor: Bernd Ulrich). Ein Zitat daraus werde ich “ohne weitere Worte” übernehmen, ein anderes hat mich verblüfft: “Der wahre Konservative nämlich ist zutiefst überzeugt vom Talent des Menschen zum Schlechten, auch vom eigenen.” Nie hätte ich gedacht, dass ich ein wahrer Konservativer bin, doch wenn diese Definition zu Recht auf der Schublade steht, dann bin ich tatsächlich einer und lass mich dort reinstecken. Was mich an den Grünen stört, trotz mancher sympathischer Ansätze und Personen: Dass sie bzw. unverhältnismäßig viele von ihnen sich für das Schlechte für vollkommen untalentiert halten und den Gesinnungsgegner vollkommen untalentiert für das Gute – eine unangenehm wirkende Haltung,  idealtypisch personifiziert im derzeitigen Obermacker (nicht in seinem weiblichen… wie heißt das Wort? Widerpart? Nee, seiner  Führungspartnerin). In Sachen Pädophilie zitiert Ulrich, wie Roth oder Künast die katholische Kirche angriffen, wie die Grünen aber ihr eigenes ekliges Problem aussitzen, verschweigen, wenn sie nicht schweigen, dann kleinreden und als lässliche Jugendsünden verschleiern.

So gewinnt ihr meine Stimme nicht. Aber wer gewinnt sie schon?

Baumhausbeichte - Novelle