Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Ohne weitere Worte (vom 9. Juli)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
*****
»Facebook? Twitter? Absolut nichts für mich. Ich verstehe dieses ganze Mitteilungsbedürfnis nicht und dass die Kommunikation auch noch öffentlich geschieht. Ich laufe doch auch nicht nackt durch die Fußgängerzone.« (Sebastian Vettel im Stern-Interview)
*
»Wer überrascht ist, dass die Radprofis alle dopen, ist nicht ganz dicht.« (»Philippe«, als Armstrongs Doping-Kurier verdächtigt, zitiert in der Süddeutschen Zeitung)
*
Die Tour kann man ohne Doping nicht fahren – was halten Sie von dieser Theorie? – »Ich verstehe, wenn Lieschen Müller das sagt. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, 140 Anschläge pro Minute auf der Schreibmaschine zu schaffen. Das geht aber trotzdem. Jemand, der jeden Tag bei McDonald’s isst und ohne Fahrstuhl nicht in den dritten Stock kommt, wird sich nicht vorstellen können, dass man eine Tour sauber fahren kann. Das geht aber trotzdem. Die Frage ist, mit welcher Geschwindigkeit? Die Zeiten haben sich geändert, auch am Berg: Pantanis Zeit zum Beispiel hinauf nach Alpe d’Huez ist heute unerreichbar, obwohl das Material deutlich besser geworden ist.« (Rolf Aldag im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
*
Guardiolas Fazit bei seinem ersten echten Auftritt als Trainer des FC Bayern war eine so pointierte wie großartige Beschreibung dieses Klubs, und das in einer der schwierigsten sprachlichen Formen nicht nur des Deutschen, der doppelten Verneinung: »Bayern München ist nicht der beste Ort, um nicht zu gewinnen.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
*
In die SPD-Zentrale ist er nicht rein wie der schlaue Pep Guardiola bei Bayern München, lernwillig, bescheiden, demonstrativ demütig. Sondern wie der Sonnenkönig Louis van Gaal, kraftstrotzend, selbstgewiss, übergeschnappt. (Stern über Peer Steinbrück)
*
Sammer sagt also eigentlich: nichts. Wie so oft. Aber er sagt es so, als wisse er alles. (…) Er spricht so feierlich und gemessen, als sei jede Aussage der öffentlichkeitsverträgliche Rest eines gewaltigen Überschusses an Geheimwissen. (Zeit)
*
Ist es bitter, wenn die Steueraffäre um Uli Hoeneß die Marke in Mitleidenschaft zieht? – »Nein. In der Wahrnehmung draußen wird zwischen Marke und Privatperson deutlich unterschieden. Wenn das anders wäre, müsste es Nike mit dem gesponserten Golfer Tiger Woods und seinen persönlichen Problemen, mit Rennradler Lance Armstrong und der Doping-Affäre oder mit dem unter Anklage stehenden südafrikanischen Läufer Oscar Pistorius schlecht gehen.« (Adidas-Boss Herbert Hainer im FAZ-Interview)
*
»Bei Mario tut heute überhaupt nichts mehr weh. (…) Jetzt kann ich mir das völlig schmerzfrei im Fernsehen angucken, wie Mario im Nike-Shirt eine Pressekonferenz gibt.« (Jürgen Klopp im Bild-Interview)
*
Dortmund hat ja auch einen Neuen bekommen … – »… Aubackemeinjung.« – Aubameyang, richtig. (Parodist Matze Knop im Welt-Interview) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle