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Walther Roeber: Randbemerkungen (zu Blog und Mailbox)

Kompliment an die offenbar noch mit weiteren Fähigkeiten
ausgestattete Zahnarztassistentin, gab es zu der Zeit auf Lesbos keinen
Zahnarzt?

Mich erinnert die Geschichte an zwei Erlebnisse mit Zähnen im Urlaub,
die mir vor einigen Jahren widerfuhren..

Einmal auf einer kroatischen Insel; über Nacht quälende Zahnschmerzen
unter einem überkronten Zahn. Der dort ansässige Zahnarzt spricht sogar
etwas Deutsch

und macht mir klar, dass er der Meinung ist, dass der Zahn raus müsste,
aber das will er mir am Anfang des Urlaubs nicht zumuten. Er könne aber
durchbohren und den Nerv

abtöten… Gesagt  getan, ohne Betäubung, ohne Assistenz, mein Kopf wie
im Schraubstock zwischen Ellenbogen und Körper eingeklemmt, geht er ans
Werk.

Urlaub gerettet, am nächsten Tag noch eine Nachschau und Verschluss der
Bohrung, die private Liquidation beläuft sich auf knapp 60 DM, die
später sogar zum größten Teil

von der Krankenkasse erstattet werden. Bei der Extraktion zu Hause
findet sich zwischen den Zahnwurzeln eine Eitertasche, die ein Überleben
des Zahns unmöglich gemacht hätte.

Kommentar meines Zahnarztes: Hat der Kollege ohne Röntgen aber sehr gut
erkannt…

Zum Zweiten: Auch ich gebe manchmal den “Ferguson”, allerdings nur, wenn
ich allein bin. So auch auf einer Fahrt zu einem Treffen mit vielen
Bekannten (und dichtem Programm)

in einem süddeutschen Kurort. Beim Mampfen spüre ich plötzlich, dass
sich in der Kaugummimasse ein Teil befindet, das da nicht hineingehört.
Zum Glück verschlucke ich es nicht,

sondern kann es in einem Taschentuch sichern. Oh Wunder, im tiefen Bayern gibt es sogar einen zahnärztlichen Dienst am Mittwochnachmittag! Dort wird die Krone wieder eingeklebt.
Auf meine Frage, was hätte passieren können, wenn ich das Teil
verschluckt hätte, heißt es nur ziemlich trocken: “Dann hätten wir etwas
länger für die Desinfektion gebraucht und erst

am Freitag oder Samstag wieder einkleben können!” Manchmal hat
Zivilisation doch etwas für sich…

Herrn Kreidlers mail-Beitrag habe ich nicht so ganz verstanden, er hat
wohl eher nicht das “Florett” (geiles Moped damals) ausgepackt, sondern
den Knüppel, den er besser im Sack

gelassen hätte. Aber vielleicht liegt das auch nur an unterschiedlicher
Sichtweise.

Wobei meine Sicht auf die Ausschnitte vom Lisicki-Spiel ziemlich
nüchtern ausfällt: Das war wohl nix! Zuviel Nerven, kein
Selbstvertrauen; außer im ersten Spiel, das sie Bartoli abnahm und

beim Spiel zum 5:3 im zweiten Satz, wo sie anscheinend weniger
nachdachte… Es war eine recht einseitige Geschichte, da brauchte es
keinen IQ von 175.

Bei den Leichtathletik-Meisterschaften nerven die Kommentatoren, früher
wurden damit ganze Wochenendprogramme bestritten, heute gibt es nur noch
Zusammengeschnipseltes. (Walther Roeber/Bad Nauheim)

Baumhausbeichte - Novelle