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Sonntag, 30. Juni, 6.25 Uhr

Draußen hell, sonnig. Durchbruch des Sommers? Meldungen der Nacht nicht umwerfend. Unter den sportlichen am hessisch interessantesten: Halil Altintop kündigt seinen Vertrag bei Trabzon. Mensch, Junge, komm doch zurück zur Eintracht! Verletzungs-Bulletin des Pechvogels Tony Martin: “Tiefe Schnittwunde am Ellenbogen, die fast bis auf den Muskel geht. Gehirnerschütterung, Quetschung des linken Lungenflügels sowie diverse Prellungen und Abschürfungen.” Dennoch will er heute an den Start gehen. “Gehen”? Rollen? Gerollt werden?

Marcel Kittels Coup könnte kurz die Montagsthemen einleiten, dann ein bisschen was über unterschiedliche Transfers, zum Schluss die sportliche Leistung einer Marathon-Rednerin. Wohl nichts über die Brustmuskelzerrung von David Storl: zu speziell. Der Brustmuskel (pectoralis maior) ist der vielleicht heilungssensibelste Muskel eines Werfers. Dazu der etwas enttäuschende Auftakt und das Munkeln von Insidern über Storls Einstellung und Verhalten – das Sensations-Talent steht vor einem entscheidenden Punkt seiner Laufbahn. Hoffentlich kein Wendepunkt, wie ihn der viel jüngere Jacko Gill schon hinter sich zu haben scheint. Von ihm hört und liest und sieht man gar nichts mehr. Zuletzt 21,43 mit der Jugendkugel, was schon viel fassbarer klingt als seine früheren Fast-25-Meter-Weiten mit der Fünfer. Aber eben: zu speziell für die Montagsthemen.

Ein echter Hammer, gestern in der Frankfurter Rundschau gelesen: Das berühmte Foto vom Ende des 2. Weltkrieges mit dem heulenden Jungen in der zu großen Wehrmachtsuniform soll in Rechtenbach gemacht worden sein. In Rechtenbach! Zwischen Gießen und Wetzlar, mitten im mittelhessischen Handball-Gebiet, jeweils am Rande der Verbreitungsgebiete von unserer Gießener Allgemeinen und unserer Wetterauer Zeitung und der Wetzlarer Neuen Zeitung, für die ich als Jugendlicher die ersten Sportberichte schrieb. Dort und bei uns steht nichts davon. Schöner Coup der FR. Der Junge auf dem Foto hieß Hans-Georg Henke, machte später in der DDR Karriere und verlegte, wohl aus Staatsräsongründen, die Aufnahme in die Ostzone/SBZ/”DDR” (die drei West-Schreibweisen der DDR).

Montagsthemen werden heute erst spät geschrieben. Zuvor der Ritt über die Sauerlandlinie.

 

Baumhausbeichte - Novelle