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Ohne weitere Worte (vom 18. Juni)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Kann Guardiola mit dem FC Bayern erneut eine Ära prägen, wie es ihm mit Barcelona gelang, oder haben Spötter recht, die behaupten, dass mit Könnern wie Xavi, Iniesta und Messi in der Startelf sogar Peter Neururer die Champions League gewonnen hätte? (Spiegel)
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»Was ich mich die ganze Zeit gefragt habe, was das eigentlich heißen soll, dass Hoeneß für ganz Deutschland so ein Riesenvorbild war. Also für mich war er keins, nur weil er eine Wurstfabrik aufgebaut, einen Flugzeugabsturz überlebt und die Geschicke des FC Bayern aus einem billigen Korbstuhl heraus geleitet hat.« (Benjamin von Stuckrad-Barre, Autor und Medienmann, im SZ-Interview)
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»Mich hat die Tour so geprägt, dass ich mit Geburtstag, Weihnachten oder Silvester gar nicht mehr so viel anfangen kann. Ich hatte durch die Tour einen solchen Glücksschock bekommen, dass es schwer ist, die anderen Sachen noch vernünftig einzuordnen. Ich würde heute noch gerne die Tour fahren, wenn ich fit genug wäre.« (Erik Zabel im FAZ-Interview)
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Wo soll ich anfangen, Amigos? Dass sich 200 spanische Politiker wegen Korruption verantworten müssen? Dass ich nicht fassen kann, dass der größte Dopingskandal der spanischen Geschichte mit einer Bewährungsstrafe enden soll? Dass die Richterin in diesem Prozess die Vernichtung der Blutproben anordnete, um die Persönlichkeitsrechte der Doper zu schützen? (Juan Moreno im Spiegel, »warum ich meinen spanischen Pass zurückgeben möchte«)
Wenn keiner mehr Kugelstoßen der Frauen sehen will, wollen irgendwann auch keine Frauen mehr Kugeln stoßen. (FAZ über die nur fünf Stoßerinnen beim Meeting in Oslo)
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Es geht nicht um Aleppo und zerschossene Häuser. Nicht um Kinder, nicht um Politik. Es geht um Jan Josef Liefers und seinen Zynismus, in ein Kriegsgebiet zu fahren, um dann eine weltbewegende Katastrophe mit kindischen Lösungsvorschlägen zu banalisieren. (Süddeutsche Zeitung zur Bild-Titelstory »Tatort-Star Liefers in der Hölle von Syrien«)
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Aber wenigstens wissen jetzt auch die »Bild«-Leser, dass dort Bürgerkrieg herrscht. Jetzt will Liefers sogar mit Außenminister Westerwelle sprechen, wird Zeit, dass er es auch erfährt. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Ihre Wiedergeburt planen Sie schon heute, aber offenbar nicht in Tibet. (…) – »Wenn es mir um harte Arbeit ginge, dann würde ich Deutschland wählen. Aber sehr wahrscheinlich wird daraus nichts. Denn der heitere Typ in mir zieht Italien vor.« (Dalai Lama im Zeit-Interview)
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Der neue Papst (…) hat (…) eine »Schwulenlobby« im Vatikan entdeckt. (…) Im Vatikan haben also die Schwulen das Sagen, darauf deuteten die teilweise sehr schrägen Klamotten und der übertriebene Prunk ja immer schon hin. Und ein Laden, in dem seit Jahrtausenden ausschließlich Männer in Frauenkleidern das Sagen haben, dem darf wohl eine gewisse Nähe zu homosexuellen Kreisen unterstellt werden. Musste unser guter deutscher Papst gehen, weil er zu heterosexuell war? (»Zippert zappt« in der Welt) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle