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Ohne weitere Worte (vom 4. Juni)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Jeden Morgen um sechs steht Sepp Blatter auf und tanzt. Er stellt das Radio an, sucht nach Popmusik (…) und tanzt durch seine Wohnung am Zürichberg (…), rudert rhythmisch mit den Armen, singt mit, wenn er das Lied kennt, eine Viertelstunde lang. Das sei seine Gymnastik, damit halte er sich fit. (Spiegel)
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Was war das für ein Schaltgespräch, welches das ZDF zwischen dem Bundestrainer Joachim Löw und (…) Jupp Heynckes (…) zu installieren trachtete. Ja, hallo? Wer ist denn da? Können Sie mich hören? Mit wem spreche ich? (…) Und Jupp Heynckes war anzusehen, dass er nicht wusste, wie ihm geschah. Auch als es dann so weit war, hatte das Nichtgespräch Loriot-Format: Hallo? »Hier isch der Jogi.« Ah, ja. Herzlichen Glückwünsch. (FAZ)
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Klopp selbst sagt über seinen Alternativ-Job: »Ich würde wohl irgendwas mit Fernsehen machen. Über etwas reden, was mich nicht interessiert, und dazu freundlich grinsen, das kann ich.« (Sport-Bild)
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Als Manchester United Sie 2003 verpflichtete, bezeichnete Sie die englische Boulevardpresse als »Behinderten« und »fluchenden Keeper«. (…) – »Ungebildete Leute schreiben eben unqualifizierte Dinge. Damit muss ich leben.« (Tim Howard, US-Nationaltorwart mit Tourette-Syndrom, im Spiegel-Interview)
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»Helden werden heute durch Sponsoren, durch Werbung generiert. (…) Wie viel Heldenhaftes, Vorbildhaftes dann wirklich substantiell drinsteckt, das stelle ich hiermit in Frage. Die drei bekanntesten Beispiele sind: Tiger Woods – Sex, Lebenswandel; Armstrong – mafiöses Dopingsystem, Rücksichtslosigkeit; Pistorius – Waffennarr, unter Mordverdacht.« (Michael Teuber, vierfacher Paralympics-Sieger im Radsport, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Wie viel angenehmer sähen deutsche Städte aus, wenn ein starker gesellschaftlicher Druck dafür sorgte, dass Volltrunkenheit außerhalb der eigenen vier Wände als Schande gälte? (…) Wenn Fußballultras verstünden, dass man sich im öffentlichen Raum zu benehmen hat, dass nicht gegrölt, gekotzt, an Häuserwände gepinkelt werden darf? (FAS)
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»Warum wird im Jugendfußball den Kids heute beigebracht, wie sie die richtige Schwalbe machen, also möglichst effektiv zu schummeln? Braucht man sich nur die Videos auf Youtube anzuschauen.« (Teuber/FAS)
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»Kann die Demokratie in kritischen Situationen parlamentarische Mehrheiten für eine Politik herbeiführen, die ökonomisch notwendig ist? (…) Ist Demokratie eine Schönwetter-Verfassungsform?« (Knut Borchardt, »Doyen der Wirtschaftsgeschichte«, im FAS-Interview)
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Was die Sonnenbrille für den Hipster, ist die Trekkingjacke für den Philister. (Welt über »eine neue Uniform der Mittelschicht«)
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Was stört Sie so an Gesichtsrenovierungen? – »(…) Ich würde mich komplett unauthentisch fühlen. Ich bin auch kein Kandidat für einen falschen Busen, obwohl ich vier Kinder gestillt habe. Ich mag nicht mit etwas rumlaufen, das nicht meins ist.« (Heidi Klum im Stern-Interview)
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Schon die Abschaffung der Zusatzzahlziehung – das einzige deutsche Wort mit vier »z« – war ein Akt der Willkür. (»Zipperts TV-Welt« in HörZu)
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»Ich habe in meinem ganzen Leben außer meinem Sparbuch noch nie ein Buch gelesen.« (Heino in der Hamburger Morgenpost, zitiert in Bild)
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»Ich hasse ihn (OWW-Anm.: seinen Vater) nur dafür, dass er mir einen Nachnamen gegeben hat, den ich noch nicht mal selber aussprechen kann.« – Waren Ihre Eltern empört, als sie sich im Fernsehen während einer Talkshow einen Joint angezündet haben? – »Nein, sie waren froh, dass es keine Heroinspritze war.« (US-Komiker Zach Galifianakis im SZ-Interview) (gw)

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