Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Donnerstag, 30. Mai, 11.40 Uhr

Wenn Petrus in diesen Regentagen schon mal den kleinen trockenen Finger reicht, muss man das ausnutzen: Schöne Zweieinhalbstunden-Tour durchs Hinterland. Aber man ist ja nie zufrieden: Prompt meldet sich der Heuschnupfen, der wegen des Wetters seinen Saisonstart weit nach hinten verlegt hat.

Wie immer bei solchen flotten, aber nicht schnellen Touren arbeitet das Hirn auf Hochtouren und produziert Themen, Themchen und Stichworte am laufenden Rad. Leider hatte ich nichts zu schreiben dabei, einen Minirecorder besitze ich gar nicht, daher habe ich das meiste schon vergessen. Vielleicht gut so.

Apropos gut: Das habe ich mir gemerkt: Gutmensch, warum das kein passendes Wort ist. Über Merkels Enttäuschung über und ihren Handschlag für Hoeneß will ich morgen für den Sport-Stammtisch versuchen zu beschreiben und zu erklären, wie ich das meine und warum “gute Menschen”, die ohne Arg gegen andere, tolerant und einfühlsam sind, nicht als Gutmenschen veralbert werden sollten. “Gut” ist nicht nur grammatisch positiv, die “Gutmenschen”, die bei der Veralberung gemeint sind, sind keine guten Menschen, sondern insofern die Steigerungsform, als sie sich in ihre selbstgerechte Gutheit hineinsteigern, mit viel Toleranz und Einfühlungsvermögen, leider nur für sich selbst. Die Bessermenschen also.

Außerdem: Kinderfasching im Silicon Valley. Nicht mehr verkleidet als Cowboy und Indianer, sondern als Nerds und Jogger.  Und so wenig Fußball wie möglich. Aus Kreisen der liebsten Zielgruppe wuchs in letzter Zeit die Kritik: Sooo viel Fußball, immer nur Fußball, bist wohl auch Fußball-Depp geworden. Depp vielleicht, aber nicht Fußball. Glaube ich. Werd’s demnächst in den Sommer-Kolumnen zu  beweisen versuchen. Schon morgen und am Montag sollen weder das Länderspiel (bei dem trotz des netten Kicks niemand mitspielte, der in Brasilien in der Anfangself stehen wird) noch das Pokalendspiel eine Rolle spielen. Bis dann.

Baumhausbeichte - Novelle