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Ohne weitere Worte (vom 28. Mai)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Wie nehmen (…) Fans (…) das komplexe Geschehen eines Fußballspiels wahr? (…) Psychologen (…) der Uni Tübingen analysieren am Samstag, wie 61 Fans von Borussia Dortmund und Bayern München das Spiel kognitiv verarbeiten. (…) Über die Aussagekraft der Ergebnisse kann man streiten. Sind Fans repräsentativ, die sich freiwillig das Ereignis des Jahres in einem Tübinger Forschungslabor ansehen? (Zeit)
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Was den Sport angeht, ist bis heute der Wimbledonsieger Boris Becker der wichtigste deutsche Botschafter. Er wird hier – anders als in Deutschland, wo er als rund gewordener Unsinn-Twitterer und Witzfigur gilt – geachtet. (»Eine Recherche aus aktuellem Anlass« in der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel »Ze Krauts are allright«)
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Dass der FC Bayern und das Land Bayern ein und dasselbe sind, wird nur noch von den Sechzgern bestritten. Die CSU hat es als Faktum in ihr Grundsatzprogramm aufgenommen. (…) Bei den Borussen ist die Lage vielschichtiger. In der Frühzeit wurde Dortmund als »Throtmanni« erwähnt, was nun wirklich nicht nach Preußen klingt, sondern eher nach einem, der (…) in der Abwehr der Schwarz-Gelben stehen könnte. (SZ-»Streiflicht«)
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Das Schöne am Leben als normaler Mensch ist, dass man keine Bierdusche fürchten muss. (…) Im Fußball hingegen gehört die Bierdusche zum Alltag (…) – und doch ist sie etwas Ekelhaftes. Warum muss der Mensch (…) damit rechnen, (…) in seinen besten Klamotten von Aberlitern Bieres eingesaut zu werden und hernach zu stinken wie ein ungespültes Holzfass? (»Das Beste aus aller Welt« von Axel Hacke im SZ-Magazin)
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Warum ist Tim Wiese, der Torwart von Hopp Hopfenheim, obwohl er nicht spielt, mit ganzem Herzen dabei, wenn sein Klub (…) gegen den Abstieg aus der ersten Liga kämpft? Weil dann sein Vertrag in Hoffenheim bis 2016 weiterläuft, was ihm rund zehn Millionen Euro bringt. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Die Grenze, ab der sich Denkleistung verschlechtert, wollen Forscher der New Yorker Albert Einstein-Universität gefunden haben: 2000 Kopfbälle pro Jahr. Wer öfter seinen Kopf hinhält, riskiere seine Denkfähigkeit. (…) Sehr viel tragischer ist das Schicksal von Krzysztof Nowak. Der ehemalige Bundesliga-Profi des VfL Wolfsburg litt an amyotropher Lateralsklerose (ALS), einer Erkrankung des motorischen Nervensystems. Nowak starb 2005, mit 29. Er ist kein Einzelfall. Fußballprofis haben ein erhöhtes ALS-Risiko. (…) Eine mögliche Ursache für ALS: regelmäßige Erschütterungen des Kopfes. (Zeit)
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»Wenn ich mich verspreche und Sie sich gleichzeitig verhören, kann es doch sein, dass Sie genau das verstehen, was ich eigentlich sagen wollte.« – »Ich finde es zumindest nazivollbart.« – »Ich finde es auch nachvollziehbar.« (Cartoon-Dialog von »Rattelschneck« im SZ-Wochenende) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle