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Ohne weitere Worte (vom 23. Mai)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Wie müssen die Bayern spielen im Finale? »Sie müssen sich darstellen als das, was sie ja auch sind. Die geilen Jungs aus dem Süden gegen die Taubenzüchter aus dem Kohlenpott. (…) Die Bayern müssen risikoreich einen Fußball spielen, der die anderen schwindelig macht. (…) Und die Zuschauer in London sollen in Ohnmacht fallen.« (Klaus Lemke, Filmemacher und Bayern-Fan, in der Süddeutschen Zeitung)
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»Die Kollegen lästern schon, dass die Deutschen im Moment scheinbar auch noch im Fußball Spitze sind. Aber (…) wenn der Schiedsrichter im Viertelfinale nicht offenbar zu sehr begeistert gewesen wäre, um abzupfeifen, wäre Dortmund ausgeschieden. Das ist ja wohl die Wahrheit. (…) Und (…) dass sie sich (…) beim Rückspiel in Madrid so in die Bredouille bringen lassen, das zeigt jedenfalls nicht, dass Deutschland so dominierend ist.« (Wolfgang Schäuble, Finanzminister und Bayern-Fan, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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»Warum fragst du mich so kindisches Zeugs«, herrschte mich Hoeneß mal an. »Es ist doch klar, warum Spieler wechseln. Es ist immer nur eine Frage des Geldes.« An die Wirkung einer neuen Umgebung, einer neuen Sprache und der Erweiterung des persönlichen Horizontes glaubte er nur am Rande. (Sport-Bild-Journalist Raimund Hinko in seiner Serie »Uli Hoeneß – zwischen Himmel und Hölle«)
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Wer ihn zuletzt beim Autokorso durch München gesehen hat, der weiß, dass Hoeneß für den FC Bayern nicht mehr der Frontmann sein wird, der er mehr als 30 Jahre lang war. Sein Lächeln wirkte gequält, sein Blick abwesend. Er steht mit einem Bein auf dem Gipfel seines Schaffens, mit dem anderen im Knast. (Spiegel)
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Die BVB-Fans wollen in Wembley in Bezug auf Uli Hoeneß’ Steueraffäre singen: »Steht auf, wenn ihr Steuern zahlt« … – »›Steht auf, wenn ihr Meister seid‹, können sie dieses Jahr auch schlecht singen …‹« (Karl-Heinz Rummenigge im Sport-Bild-Interview)
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»Die Niederlagen gegen Inter und Chelsea sind sicher noch in den Köpfen der Spieler. Wenn du als Tennisspieler mal Wimbledon gewonnen hast, weiß du auch im nächsten Jahr, dass du diesen Titel mal geholt hast. Die Bayern wissen, dass sie den Titel zweimal verspielt haben. Da hast du auch Zweifel im Kopf.« (Oliver Kahn im SZ-Interview)
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»Ich fühle mich wie der neue Bochum-Coach Peter Neururer, der jahrelang auf ein Angebot gewartet hat und nun, wo schon keiner mehr daran geglaubt hat, doch noch mal einen Bundesligaclub trainieren darf.« (Jörg Thadeusz, Moderator der für den Sommer geplanten ZDF-Serie »durchgedreht«, im Spiegel-Interview)
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Nun gibt es böse Stimmen, die behaupten, so ein öffentlich gemachter Eingriff sei doch in Wahrheit für eine berühmte Schauspielerin eine geniale Methode, sich ihre durch das Stillen von drei Kindern vielleicht in Mitleidenschaft gezogenen Brüste nicht nur wieder schön operieren zu lassen, sondern das Ganze auch noch dafür zu nutzen, das eigene Image ins nahezu Überirdische aufzupolieren. (…) Aber vielleicht sind diese Stimmen ja gar nicht so böse, sondern einfach nur etwas ehrlicher als der weltweit gerade einheitlich bejubelte Pressechor. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Bekommen viele Frauen einen Hängebusen, eben weil sie einen BH tragen? – »Das ist meine Vermutung. (…) Also: Tragen sie ihn so selten wie möglich. Mir ist klar, dass es gerade im Berufsleben nicht ohne geht, aber sobald Sie zu Hause sind, weg damit.« (Prof. Jean-Denis Rouillon, Autor der Studie »Faktoren der morphologischen Entwicklung des Busens nach Aussetzen des Büstenhalter-Tragens«, im Welt-Interview) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle