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Dienstag, 7. Mai, 11.55 Uhr

Mich hätte es früher tierisch genervt, wenn ein alter Sack und Vorgänger mir immer meine Fehler unter die Nase gerieben hätte. Mach ich also erst gar nicht, zumal ich glaube, dass es eine Alterseselei ist zu glauben, unter der eigenen Regie sei alles besser gewesen. Ich leite daher Mails wie die soeben in die “Mailbox” gestellte nur kommentarlos an die Redaktions-Adresse weiter (selbst das hätte mich früher tierisch genervt).
Ebenfalls online: Die zweite Abteilung der laufenden Wer-bin-ich-Runde. Immer noch verkneife ich mir allzu Verräterisches, auch die Namen der fünf Drei-Punkte-Gewinner bleiben noch geheim (sonst werden die Guten noch von den im Dunklen Tappenden belagert).
Lange keine Radgeschichte mehr im Blog? Bitte sehr: Gestern eine Tour getestet, die ich nächste Woche mit zwei alten Klassenkameraden fahren will. Gestern: Windstärke 12, mindestens, und auf 80 km mindestens 100 km voll von vorn. Anschließend den Jungs die gefahrene Strecke beschrieben: Rodheim – Bieber (fast durchweg lange Steigung, durch Wald und Feld bis Hohensolms; anstrengendstes Stück, aber schön und interessant) – Königsberg (evtll. kleiner Abstecher zu einer Art Thingstätte, flacher Hügel, von dem aus man bei guter Sicht Hoherodskopf und Feldberg sieht; weitere Abstecher-Möglichkeit: Altenberg, ein Aussichtsturm mitten im Wald)- Hohensolms (hier Erweiterung möglich, wie auf unserer ersten Tour um den Aartalsee; ca 15 km mehr) – Frankenbach (sehr schöner Radweg nach Kirchvers) – Kirchvers (ab hier Hinterland-Heimatkunde auf Landstraßen, aber fast ohne Verkehr, die Orte kennt Ihr sicher gar nicht) – Altenvers – Kehna – Allna – Hermeshausen – Haddamshausen – Niederweimar (hier erste große Einkehr möglich, am Badesee) – Odenhausen – Sichertshausen – Friedelhausen (Hofgut) – Odenhausen – Lollar – Badenburg – Launsbacher See – Gießen – Rodheim. (Länge: 78,5 km; Zeit: fast fünf Stunden gebraucht; blamabel).
Die Jungs lassen sich nicht abschrecken. Nächste Woche fahren wir die Tour zusammen (einer aber mit E-Bike!).
Auf der Titanenfahrt gestern kamen Assoziationen: alte Klassenkameraden – unsere monatlichen Treffen – das Thema Rassismus – mein Beitrag: Bimbos und Veronikas – Walter weiß, wie die Amis auf “Veronikas” kamen – Walter weiß sowieso alles – dazu die kürzlich gelesene Glosse von Klaus Harpprecht in der Literarischen Welt (“Gesucht: Ein Denkmal für das deutsche Fräulein”), in der plötzlich meine alten “Veronikas” auftauchen – und zum Schluss das Amt für Befragungswesen, denn: Walter weiß alles (wird wahrscheinlich die Überschrift). Klingt kryptisch, wird aber mein roter Faden für die “Nach-Lese” im nächsten Samstags-Feuilleton.

Baumhausbeichte - Novelle