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Ohne weitere Worte (vom 30. April)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft – und diesmal zwangsläufig ausgesprochen monothematisch.
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Hoeneß hat immer noch eine Chance, dass sich die Selbstanzeige als wirksam herausstellt und das Verfahren eingestellt wird. Diese ist vergleichbar mit den Chancen des FC Barcelona im Halbfinal-Rückspiel der Champions League am Mittwoch. (Süddeutsche Zeitung)
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Die Indiskretion über den Wechsel des Mittelfeldspielers am Tag vor dem Halbfinale gegen Madrid soll laut »Handelsblatt« über einen Kontaktmann von Hoeneß in die Welt gesetzt worden sein. (…) Karl-Heinz Rummenigge aber wies (…) jeden Vorwurf in Richtung des FC Bayern zurück und lobte den investigativen Journalismus so überschwänglich, als würde er gerade persönlich den Pulitzerpreis verleihen. In diesem Moment hätte man sich (…) einen Lügendetektor gewünscht. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
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Jürgen Klopp hatte (…) seine Enttäuschung (…) nicht verborgen. Aber er schützte und unterstützte dennoch seinen Spieler. Er (…) appellierte an die Fans (…). Es war vermutlich die schwierigste und wichtigste Ansprache, die Klopp bisher in Dortmund gehalten hat. Ein rhetorisches Glanzstück, geprägt von kluger Menschlichkeit. (FAZ)
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Bekanntermaßen plagiieren die Bayern ja neuerdings die Dortmunder Taktik, um eigene Defizite auszugleichen. Man sollte die Herren Sammer und Guardiola im Auge behalten. (Zeit-Magazin zu Klopps Haar-Transplantation)
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Die Tatsache, dass der Transfer (OWW-Anm.: von Mario Götze) just zur selben Zeit eingefädelt wurde, als Uli Hoeneß laut darüber nachdachte, der Fußball-Bundesliga eine Prise Sozialismus zu verabreichen, passt aber bedauerlicherweise in das Bild, das er auch in der Steuersache abgibt: Das, was einer sagt, muss noch lange nicht mit dem korrespondieren, was er tut. (Frankfurter Rundschau)
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Einen wie ihn, der im Fernsehen Steuermoral predigt und dann sein Schweizer Konto lüftet, den hätte ein Uli Hoeneß in Topform verbal nach allen Regeln der Kunst verwurstet. (Kicker)
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Die Roten bereichern sich nun mit dem Wundertrainer Pep Guardiola, die Blauen befreien sich gerade von Hep Monatzeder (OWW-Anm.: Noch-1860-Präsident und Grünen-Politiker). Hopp oder top, Pep oder Hep. Letzte Fragen, durchaus auch mit Blick auf Uli Hoeneß: kriegt jeder das, was er verdient? (Süddeutsche Zeitung unter dem Titel »Erster sein. Fußball ist Menschenkunde, Fußball ist Münchenkunde. Warum hier immer alle die Größten sein müssen und selbst Verlierer sich Löwen nennen«)
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Laut Gerüchten aus Spanien (…) soll Bayern-Coach Jupp Heynckes in der nächsten Saison gleich drei Klubs trainieren: den FC Barcelona, Real Madrid und Athletic Bilbao (Frankf. Allg. Sonntagszeitung)
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Immer hängt hinten das Unterhemd raus, ein weißes Unterhemd, das Cristiano Ronaldo weder raushängen lassen noch überhaupt jemals anziehen würde. (SZ über den »auffällig uneitlen« Thomas Müller, den »Animateur im Unterhemd)
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»Sicher, Bayern hat 150 Titel. Aber wer hat den ältesten Torwart der Liga, und wer hat den Rekordspieler?« (Rekordspieler Charly Körbel im Bild-Interview)
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Autofahrer können auch in Zukunft ihre Punkte in Flensburg durch Teilnahme an Erziehungsseminaren reduzieren. (…) Wer alkoholisiert am Steuer angetroffen wird, darf weiter hoffen. Das gilt auch für Uli Hoeneß, der Anfang des Jahres sogar ganz ohne Steuer erwischt wurde. (…) Er müsste einfach nur Kurse zum Thema »So bereue ich öffentlichkeitswirksam« belegen, dann darf er nicht nur den Führerschein behalten, sondern bekommt auch den Heiligenschein zurück. (»Zippert zappt« in der Welt)
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Groß und schlank sitzt er auf seinem schönen Pferd, das Kinn hoch, das blonde Haar modisch frisiert, wenn er selbst ein Pferd wäre, würde man sagen, ein schicker Typ. (FAS über den Dressurreiter Edward Gal) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle