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Ohne weitere Worte (vom 23. April)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Wer ist der geheimnisvolle Multimillionär aus der Fußball-Bundesliga, der laut »Stern« 600 Millionen Franken auf einem Schweizer Nummernkonto gebunkert hat? (»Montagsthemen« vom 21. Januar 2013)
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Karl-Heinz Rummenigge hat damals in seiner Festrede den sprachlich etwas verquasten Satz gesagt: »Uli ist der Vater Teresa vom Tegernsee, der Nelson Mandela von der Säbener Straße und die Mutter aller Manager.« Genau deswegen wäre ein Steuersünder Hoeneß eine so tiefe Enttäuschung. (Spiegel online)
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Nun bricht die schöne Fassade zusammen. (…) Die Moral, die Hoeneß predigte, wird nun als Doppelmoral entlarvt. (Welt)
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Es freue ihn ja, dass jetzt auch Vereine wie Bayern und Dortmund in ihre eigenen Talente investierten, aber dann sagt er (Anm.: Guillermo Amor, Leiter der Nachwuchsakademie des FC Barcelona) den Satz, der den wunden Punkt der neuen Konkurrenten trifft: »Kopieren reicht nicht aus, um uns zu besiegen.« (Zeit)
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Welcher Satz auf Bayerisch klingt besonders schön? – »Da möchte ich natürlich den Klassiker nennen: Mir san mir und schreim uns uns.« (aus »99 Fragen an Werner Herzog« im Zeit-Magazin)
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Hat nach 2009 (Anm.: 0:4 gegen Barcelona) ein Umdenken in der Klubphilosophie stattgefunden? – (…) »Es ist ja auch die Frage, wer damals Trainer war (Jürgen Klinsmann; d. Red.). Wir haben uns Gedanken machen müssen, dass wir einen echten Fußballtrainer brauchen.« (Uli Hoeneß im Sport-Bild-Interview)
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Jürgen Klopp gesteht seine Haartransplantation. (…) Was ist los mit dem Mann? (…) Heute ist eine Glatze männlicher denn je (…). Für eine Studie wurden Probanden Bilder von Männern mit Haaren und digital manipulierter Platte gezeigt. Ergebnis: Die Glatzköpfe wurden als dominanter eingeschätzt, als stärker und durchschnittlich zwei Zentimeter größer. (Frankfurter Rundschau)
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Wozu braucht er Haare? Die Antwort lautet natürlich: Er braucht keine. Er wollte aber trotzdem welche. (Spiegel)
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Deshalb ist Jürgen Klopp ein Held der neuen deutschen Männlichkeit. Er fand halt, dass er Haare brauchte. Also hat er sie sich geholt. Hätte er mit einem Auto, das ihm gefällt, wohl genauso gemacht. (Zeit)
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Cool ist das nicht. (Spiegel)
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Cooler Typ. (Zeit)
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Als Naturtalent im Medienzirkus erinnert Klopp an Thomas Gottschalk. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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»Die Krise des griechischen Fußballs hat dieselben Gründen wie die Finanzkrise des gesamten Staates. Dieses Land ist von den Superreichen verraten worden und von den Politikern, die das zuließen oder davon profitierten. Schon vor neun Jahren wurden einigen Fußballvereinen 90 Prozent ihrer exorbitanten Steuerschulden erlassen. Dem Staat entgingen dabei im Fall AEK über 100 Millionen.« (Ewald Lienen, jüngst entlassener Trainer von AEK Athen, im FAZ-Interview)
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Sogenannte Anti-Schwerkraft-Laufbänder, bei denen eine Luftkammer mit Überdruck den Stützapparat des Läufers entlastet, Unterwasser-Laufbänder, Rüttelplatte, Kältekammer, Höhenzelt und ganze Wohnungen, deren Atmosphäre durch den Entzug von Sauerstoff der in einigen tausend Metern Höhe entspricht.« (FAZ über das »Oregon-Project von Nike im Langlauf)
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Doping? Ach was! Jedenfalls sind laut Welt-Anti-Doping-Agentur Wada die Höhenhäuser sportmoralisch nicht zu beanstanden. Alles nur eine Frage der Dialektik. Mit der kann man ja, Hegel sei Dank, fast alles logisch auf einen Nenner bringen. (Anstoß/August 2010)
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Es ist bitterkalt. Kein Wunder, dass die ohnehin durch die Bank recht kleinen Aktivistennudeln auf Spätzlegröße geschrumpft erscheinen. »Unser Vorteil gegenüber diesen durchtrainierten jungen Frauen ist, dass eben gerade durch das Fehlen jeder ästhetischen Komponente nicht vom Wesentlichen abgelenkt wird. (…) Der Sprecher lächelt und reibt sich mit dem Fäustling kurz die halb erfrorenen Hoden. (taz über die Männer-Protestgruppe Hemen, die in Berlin »unten ohne« demonstrierte). (gw)

Baumhausbeichte - Novelle