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Wer bin ich? (Auflösung März-Runde: Walter Jens)

Da immer wieder gerne auch im Nachhinein mitgeraten wird, zunächst noch einmal die wichtigsten Hinweise, die auf die Spur des im März zu Suchenden führen sollten: Er kannte die Aufstellungen früherer großer Gegner seines Lieblingsklubs (»Wilhelm B. im Tor, davor Albert B., Walter R.«) auswendig / Sie sind alle schon lange tot. Aber nicht nur das Leben ist endlich, sondern auch das eigene Selbst kann im noch gelebten Leben endlich sein / Er war Fußballtorwart, musste die Karriere aber früh beenden, wegen einer Krankheit, an der heutzutage viele Spitzensportler leiden sollen / Einige (seiner nicht wenigen) Feinde machte er sich, als er, fürs deutsche Prestige in der Welt sei es hilfreicher, gegen ein afrikanisches Land zu verlieren, als den WM-Titel zu gewinnen.
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Die Spurensuche schloss mit: »Nun ja, vergeben und … vergessen. Wer bin ich? Das ist hier wieder die Frage, diesmal eine, die auch eine Spur zu dem Gesuchten legt.«
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Immerhin 22 Teilnehmer fanden die richtige Lösung: Walter Jens. Vielleicht auch gerade deswegen: »Ihren letzter Hinweis ›Wer bin ich?‹ finde ich genial. Walter Jens leidet an Demenz, was für ihn schrecklich sein muss – solange er das noch mitbekommt! Traurig, aber als Schlusssatz super!« (Waltraud Griep).
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Es gab noch andere Hinweise auf die Krankheit: »Der Satz, dass ›das Selbst schon im gelebten Leben zu Ende gehen kann‹, brachte mich darauf« (Dr. Sylvia Börgens).
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Zum Sportlichen: »Er war glühender Fan des TV Eimsbüttel, (Jens: ›Wenn ich den letzten Goethe-Vers vergessen habe, werde ich den Eimsbütteler Sturm noch aufzählen können.‹), der sich mehrmals für die Endrunde um die norddeutsche Meisterschaft qualifizierte. Dabei spielte man wohl auch gegen den HSV mit Wilhelm Blunk im Tor, davor Albert Beier und Walter Risse. Er war später Fußballtorwart in einer Freiburger Studentenmannschaft und Asthmatiker« (Wolfgang Egerer).
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»Auch meinte er, wohl 2002, ›es wäre hilfreicher für unser weltweites Prestige, etwa gegen Kamerun fair und nobel zu verlieren, als den Titel zu gewinnen.« Mit dieser Ansicht ist er nicht allein« (Manfred Stein).
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»Neben seinen vielfältigen Aktivitäten als Rhetorikprofessor, Altphilologe, Schriftsteller,Literaturhistoriker und -kritiker war er auch ein großer Sportfreund. Von Bedeutung ist in unserem Zusammenhang ferner die Tatsache, dass Walter Jens seit früher Kindheit an Asthma bronchiale litt und Medikamente anwenden musste, deren moderne Nachfolger heute von manchen Leistungssportlern eingesetzt werden. Diese sind nicht nur antiasthmatisch wirksam, sondern auch leistungsfördernd, und wenn der Arzt dem Athleten ein Asthma bronchiale attestiert hat, ist das ganze völlig legal. Andernfalls wäre es Doping. Erstaunlich ist aber, wie viele Spitzensportler angeblich Asthmatiker sind« (Dr. Paul Limberg)
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Trotz aller Hinweise: »Das war ja eine schöne ›Nuss‹. Ich musste diesmal eine Menge Zeit investieren« (Sven Liebig). – »Wieder eine spannende Runde, für mich immer wieder erstaunlich, mit welchen Zielpersonen Sie aufwarten« (Paul-Gerhard Schmidt).
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»Nun ist er inzwischen 90 Jahre und weiß leider nicht einmal mehr, dass der Herr Redakteur ihm noch eine Ratemeute hinterher hetzt. Walter Jens hätte dem Redakteur ansonsten tüchtig glossierend eingeheizt.« (Peter Storm)
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Danke für diese und weitere schöne Lösungswege. Auf der richtigen Spur waren:
Wolfgang Egerer (Rosbach-Rodheim), Doris Heyer (Staufenberg), Andreas Hofmann (Bad Nauheim), Ralf Kranich (Großen-Buseck), Dr. Paul Limberg (Linden), Walther Roeber (Bad Nauheim), Karola Schleiter (Florstadt), Rüdiger Schlick (Reichelsheim), Paul-Gerhard Schmidt (Mücke-N.-Ohmen), Jochen Schneider (Butzbach), Prof. Peter Schubert (Friedberg), Peter Storm (Wettenberg), Ingrid Wittich (Mücke-Merlau). – Sie alle stehen mit der Idealpunktzahl (3) auch an der Spitze der Jahreswertung.
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Auf Walter Jens kamen ebenfalls: Dr. Joachim Bille, Dr. Sylvia Börgens (Wölfersheim), Waltraud Griep (Rosbach), Andreas/Reinhold Kreiling (Gießen-Wieseck), Paul-Ulrich Lenz (Schotten), Sven Liebig (Bad Vilbel), Volker Michel (Friedberg), Uwe Paulus (Biebertal), Klaus Pradella (Kinzenbach), Manfred Stein (Feldatal). – Gratulation und Respekt! (gw)

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