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Ohne weitere Worte (vom 9. April)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft – heute per Zufall in etwa so »unsportlich« wie die Dame, von der gleich die Rede sein wird.
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»Sie waren stark, schnell, technisch und das auf allen Positionen«, sagte Innenverteidiger Leonardo Bonucci. »Wir hatten Glück, dass wir da noch lebendig rausgekommen sind«, so Abwehrspieler Giorgio Chiellini. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung über Juve-Reaktionen nach dem Bayern-Sieg)
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Seit (Angela) Merkel nach ihrer Meniskusoperation vor zwei Jahren zur Physiotherapie musste, hat sie das beibehalten, einmal in der Woche, danach Massieren. Sie nennt das »mein Workout« mit dem aufrichtigen Stolz der Unsportlichen (Süddeutsche Zeitung)
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Wie ist das Leben mit dem Ruhm? – »Es ist ein fairer Deal. (…) Ich kann nicht mehr so einfach in die Shopping-Mall gehen. Dafür kann ich mir dort alles kaufen.« (»Gangsta-Rapper« 50 Cent im Spiegel-Interview)
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Fidel Castro, laut Diego Maradona der einzige Politiker auf der ganzen Welt, der – wegen seiner »riesigen Eier« – Wahlen “nicht durch Geld, sondern mit dem Gewehr« gewinnt, hat Nordkorea vor einem Krieg gewarnt. (FAS)
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»Warum schmust man? In meinen Augen ist es ein sexuelles Vorspiel. Das will ich nicht haben.« (Kurameddin Korkmaz im SZ-Interview über den Grund, warum er in seinem Innsbrucker Lokal das Küssen verbietet)
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Der Vollpfosten (…) ist längst in die Umgangssprache eingedrungen, wo er dem Volldepp alias Volltrottel den angestammten Platz streitig macht. Solche Entwicklungen richten an sich keinen großen Schaden an. In diesem Fall trifft es freilich Männer mit dem Vornamen Horst ganz besonders, weil der Vollpfosten auf mysteriöse Weise im Vollhorst eine Weiterführung und Steigerung gefunden hat. (Hermann Unterstöger in der Süddeutschen Zeitung)
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»Die Romantik des Fahrrads ist ewig. Frauen finden es auch 2013 noch schön, von Männern auf dem Gepäckträger mitgenommen zu werden.« (»Mobilitätsexperte« Mikael Colville-Andersen, »Cycle Chic«-Blogger, im Stern-Interview)
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Einmal schlief ich während des Unterrichts ein, mit dem Kopf auf dem Tisch. (…) Unbewusst hielt ich mich am Tisch fest. Offenbar packte ich so doll zu, dass Tisch und Stuhl umfielen und ich in den Gang knallte. (Devid Striesow in der Zeit-Serie »Ich habe einen Traum«)
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Über neun Millionen haben ihn als Ermittler im »Tatort« gesehen. Trotzdem fällt keiner vom Stuhl, als Devid Striesow die Wirtschaft in Berlin-Pankow betritt. (Einleitung zu einem Interview mit dem Schauspieler im SZ-Wochenende)
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Pro Jahr schreibe ich 150 Kolumnen, das geht zack, zack, wumm, wumm, und ich bin nicht mehr der Jüngste. Wenn ich morgens zum Schreiben aufstehe, hört man noch drei Häuser weiter das Knacken der Knochen. (…) Ich schreibe aus dem gleichen Grund weiter, aus dem Clint Eastwood weiter Filme macht. Wenn wir aufhören, sterben wir sowieso, da können wir genauso gut weitermachen. (Harald Martenstein in seiner Kolumne im Zeit-Magazin) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle