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Thomas Nagel: Anmerkungen zu “So wahr das”

Habe mir über die Osterfeiertage Ihre Notizen zu “So wahr das” mal mehr, mal weniger intensiv zu Gemüte geführt und dabei eine interessante Parallele zur momentanen Lektüre festgestellt:

—schnipp
In Deutschland haben wir etwas wirklich Neues erfunden, eine Uhr ohne Zeiger, auf der die Zeit in Zahlen steht. Also jetzt im Moment wäre es „14:27“, eine Minute später springt die Zahl auf „14:28“. Genial!
(Martha Müller an Anna Radiger/26. April 1952)
—schnapp

Gerade lese ich “Das steinerne Herz” von Arno Schmidt – und finde da auf den Seiten 16/17 der Ausgabe v. 1956/Reprint 1985 folgende Passage:

“Wann wird es endlich Uhren geben, auf denen man klipp und flink 21/34 ablesen kann?! Ich gaffte meinem Zeitstück ins runde Affengesicht; verwechselte natürlich erstmal die Zeiger; und übertrug dann gerunzelt die grafische Darstellung in menschliche Zahlen: alles verlorene Zeit! (Dabei wärs so einfach! : 2 nebeneinanderlaufende Zellofantrommeln; die Stunden rot, Minuten schwarz; alle 60 Sekunden schnappt die letzte eins weiter, sodaß man im Schlitz mühelos läse : 21/34; man kann bloß n Kopf schütteln. [...]).”

Das scheint die Leute mächtig umgetrieben haben Anfang der 50er-Jahre.
Es erinnert mich an die Uhren mit Klappziffern, die so in den 70er Jahren erhältlich waren, bevor Quarzuhren mit Leuchtziffern in Mode kamen.

Beste Grüße aus dem hohen Norden // war 1977 Zuschauer bei den Dt. Leichtathletik-Meisterschaft 1977 im altehrwürdigen Volksparkstadion! // habe deswegen Ihr “Sport-Leben” auf meinem iPad komplett durchgeackert, was sehr lesenswert & “zeit”erhellend war, Dank dafür! (Thomas Nagel/Hamburg)

Baumhausbeichte - Novelle