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Ohne weitere Worte (vom 26. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Da gibt sich jemand große Mühe, an der Wahrheit vorbeizureden, ohne als Schwindler zu gelten. (Frankfurter Allgemeine Zeitung über Armin Vehs Hinhaltetaktik)
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»Ich war extremer Jay-Jay-Okocha-Fan. Mein ganzes Zimmer war volltapeziert mit seinen Postern. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen, als Jupp Heynckes damals die drei besten Spieler rausgeworfen hat. (…) Jetzt muss ich oft schmunzeln: Damals hat Heynckes meinen Traum platzen lassen – jetzt ist er mein Trainer.« (Mario Gomez im FR-Interview)
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Im Vergleich zu den Pressweh-Analysen, diesem Plattitüden-Rausgequetsche, plauderte Ballack so wunderbar locker, dass es eine Freude war. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung über Ballack als Kahn-Ersatz beim ZDF)
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Theo Zwanziger, der zum Zeitpunkt Ihres Suizidversuchs DFB-Präsident war, hat in seiner Rede nach dem Selbstmord des Torwarts Robert Enke zu mehr Menschlichkeit aufgerufen. Hat er sich nach Ihrem Selbstmordversuch bei Ihnen gemeldet? – »Nein. Er hat am Tag nach der Tat das Hotelzimmer inspiziert, er war bei der Polizei, er hat eine Pressekonferenz in Köln gegeben; bei mir im Krankenhaus war er nicht. Das hat mich auch im Nachhinein extrem aufgewühlt.« (Babak Rafati im Stern-Interview)
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»Ich habe 40 Jahre lang professionell gesungen. Das war Leistungssport mit einem behinderten Körper. (…) Mir ist es lieber, wenn die Leute sagen: ›Schade, dass er aufgehört hat‹, als wenn sie sagten: ›Den hättest du mal vor zwei Jahren hören sollen!‹« (der zurückgetretene Bassbariton Thomas Quasthoff im Stern)
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Auf stern.de stand das Frei-Wild-Zitat: »Sprache, Brauchtum und Glaube sind Werte der Heimat. Ohne sie gehen wir unter.« Das könnte doch auch irgend so ein bedrohter Indianerstamm im Amazonasgebiet singen. (…) Offenbar soll man in der modernen Jugendmusik immer nur, Song für Song, das grüne Parteiprogramm vertonen.« (Harald Martenstein in seiner Zeit-Magazin-Kolumne zur Diskussion um die angeblich rechtslastige Band aus Südtirol)
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»Wir ignorieren den Nervfaktor, der von allzu selbstgerechten Menschen ausgeht.« (Tübingens grüner OB Boris Palmer im Welt-Interview über seine Partei)
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»Aus meiner Sicht soll man Gesetze machen, damit die Schwächsten nicht umfallen können. Ansonsten hat man mit der Beachtung der Straßenverkehrsordnung schon genug zu tun.« (Harald Schmidt im FAZ-Magazin)
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»Zuweilen verfügen sie (Anm.: alte Menschen) über eine solide Schandmaulkompetenz. Man braucht im Alter keinen Mut mehr, um in Fettnäpfchen zu treten, weil man nicht mehr genug Zukunft hat, um wiedergetreten zu werden.« (Odo Marquard, zitiert in der Zeit / neues Buch: »Endlichkeitsphilosophisches«)
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Sind Sie privat eigentlich auch eher ein Softie? – »Nein, denn mal ehrlich: Typen, die jeden Abend auf der Bühne die harten Kerle raushängen lassen, reiten in ihrer Freizeit doch auch eher Ponys.« (Sänger Josh Groban im FR-Interview) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle