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Ohne weitere Worte (vom 19. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Armin Veh ist jetzt auch schon 22 Jahre im Geschäft. Nicht, dass das irgendwie wichtig wäre. Aber man kommt halt nicht vorbei an dieser Zahl. Veh ist jetzt nämlich schon so lange im Geschäft, dass er inzwischen jeden seiner Sätze mit der Bemerkung einleitet: »Ich bin jetzt ja auch schon 22 Jahre im Geschäft.« (Süddeutsche Zeitung)
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Sagt Euren Eltern bloß nicht: Wenn ich groß bin, werde ich mal Stoßstürmer! Ganz schlechte Idee. Der Beruf stirbt nämlich aus. (…) Wir ahnen schon, dass in ein paar Jahren Stoßstürmer in langen Schlangen vor den Jobcentern der Republik stehen werden. (…) Lernt lieber was Anständiges. Bankkaufmann oder Bäcker (…) Oder werdet Innenverteidiger oder eine Nummer sechs. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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»Er kommt zu mir und fragt: ›Ey Jayjay, was macht denn ihr mit eurem Zeug?!‹ Ich: ›Wir verstecken es im Staubsauger.‹ Er: ›Naja, wir werden es wahrscheinlich irgendwo verbuddeln – und nach der Tour wieder abholen.‹ Auf den Punkt gebracht: Wir hatten uns gegenseitig erzählt, dass auch wir dopten.« (Jörg Jaksche im SZ-Interview über eine Unterhaltung mit Jens Voigt während der Tour 1998 nach dem Festina-Skandal)
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Es gab schon »Brennpunkte« zum Rauswurf von Jürgen Klinsmann als Trainer von Bayern München, es gab sie wegen Peer Steinbrücks Nominierung zum Kanzlerkandidaten und diese Woche, weil im Winter Schnee fiel. Entschuldigung, weil »eine Schneewalze über Deutschland raste«. (FAS)
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Ein Schrei von einer Intensität, die sonst nur von Überfallkommandos bei der Erstürmung einer Wohnung erreicht wird: »Tor!« meldet die Stimme. Es ist das Organ der Sportreporterin Sabine Töpperwien. »Tooor in Dortmund!« (SZ-»Streiflicht«)
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»Der Unterschied zwischen Mann und Frau ist schon unglaublich. (…) Wir sind fast sieben Jahre zusammen, es gibt echt so ein paar Sachen. Wenn er eine Geschichte erzählt, hört sie sich ganz anders an, als ich sie erlebt habe. Oder wenn wir uns über etwas streiten, hat er eine ganz andere Version als ich. (…) Manchmal denke ich, er macht das mit Absicht.« (Schauspielerin Diane Kruger im FAS-Interview)
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Auf den neuen Papst warten große Aufgaben. (…) Der Papst muss erklären, ob man am Ende des Gottesdienstes die Pille danach nehmen darf. Franziskus sollte jegliches patriotische Interesse hintanstellen und auf eine Seligsprechung von Lionel Messi verzichten. Aber er darf auch anderen nicht nachgeben, die von ihm verlangen, den soeben verstorbenen Hamster von Justin Bieber heiligzusprechen. (»Zippert zappt« in der Welt)
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Das war nicht immer so. Noch vor einem Jahr etwa leitete Veh jeden seiner Sätze mit einer anderen Bemerkung ein, sie lautete: »Ich bin jetzt ja auch schon 21 Jahre im Geschäft.« (SZ) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle