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Ohne weitere Worte (vom 12. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Ein großes Dankeschön an das ZDF. War wieder eine tolle Champions-League-Woche. Gut, die Partien Borussia Dortmund gegen Schachtjor Donezk und Manchester United gegen Real Madrid waren am Dienstag nicht live zu sehen, aber es ist ja auch nicht viel passiert dabei (…), jedenfalls konnten wir den Knaller der Woche zwischen Paris St. Germain und Valencia (oder war es Sevilla?) am Mittwoch in voller Pracht und Länge sehen. (…) Große Klasse, ZDF! Die 54 Millionen pro Jahr für die Übertragungsrechte der Champions League sind echt prima angelegt. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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»Wenn die Leute mich gesehen haben, haben sie wau-wau gerufen«, sagt er. Er erinnert sich noch an den Kegelklub, der ihn erkannt hat, Herr Rausch, haben die gefragt, können wir mal die Narbe sehen? Frau Rausch erinnert sich auch noch, was ihr Mann geantwortet hat. Er sagte: »Wenn die Männer rausgehen, zeig’ ich den Frauen die Narbe.« (aus der SZ-Serie »50 Jahre Bundesliga« über Friedel Rausch, dem 1969 als Schalker Spieler im Derby gegen Dortmund der Schäferhund eines Ordners in den Hintern gebissen hatte)
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Hat Ihre Jugend auf den Ascheplätzen des Ruhrgebiets Sie abgehärtet, so wie Sascha Mölders, (…) der kürzlich davon berichtete? – »Ich habe gegen Mölders noch auf Asche gespielt. Noch schlimmer als die rote Asche war die schwarze. An trockenen Sommertagen qualmte die. Der Platz war knochenhart, das Fallen hat immer wehgetan. Da hat man Narben davongetragen.« (Manuel Neuer im FAZ-Interview)
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Sie galten damals zu Gladbacher Zeiten als Frauenheld. – »So ein Blödsinn. Ich war schüchtern (…), scheu, ein Spätzünder.« – Und wie haben Sie dann Ihre Frau kennengelernt? – »Bei der Gepäckausgabe am Flughafen. Ich faselte irgendetwas (…) und habe sie dann im Auto mitgenommen.« – Sie soll schon damals Ihren Fahrstil nicht gemocht haben. – »Das tut sie bis heute nicht. Ich fahre seit 40 Jahren schnelle Autos und erlaube ihr nicht mitzufahren. Denn Fahren ist der einzige Punkt, wo sie mir die Freude nimmt.« (Günter Netzer im SZ-Interview)
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Es ist das größtmögliche und armseligste Grauen, das der Sport über sich ergehen lassen muss. (…) Das einzig Erfreuliche an diesem Abend: Auch Graciano Rocchigiani, wunderbar gelangweilt und angewidert im Kreis der Dilettanten, konnte in der Ringecke mal wieder ein paar Euro verdienen. (FAS über das »Promiboxen« von SAT.1)
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Kinder ohne Handy sind heute Außenseiter. – »Das ist furchtbar, wie abhängig sie sind vom Handy. Vom Computer. Sie klicken (…) – und bekommen die Information, an die man sich nicht erinnert. (…) Was nur vorübergehend auf einem Schirm wahrgenommen wird, bleibt nicht.« (Tomi Ungerer im FR-Interview)
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Im Jahr 1901 (…) knipste (…) in der Feuerwache des Städtchens Livermore in Kalifornien irgendjemand das Licht an. Es leuchtet noch immer. Die Glühbirne von damals brennt seit 112 Jahren. (…) Alle Lampen könnten so lange halten. Allerdings würden die Hersteller dann kaum noch Birnen verkaufen. Also sprachen sie sich ab, das war 1924, und machten den Draht zur Sollbruchstelle. Die Ingenieure entwickelten nicht bessere, sondern schlechtere Glühbirnen. 1941 flog der Pakt auf. (…) Die kurze Lebensdauer aber blieb den Glühbirnen bis heute. (Zeit)
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Wenn erst mal jeder jeden heiraten kann, ist viel erreicht. Dass nämlich jeder jeden heiraten kann. (FAS) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle