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Walther Roeber “zu Ihren Sonntagmorgen-Überlegungen”

Danke für die Erklärung betreffs “deutsche Volksbank”. Es ist also nicht eine oder die Volksbank, sondern es handelt sich um die Dachorganisation
der deutschen Volksbanken, was das Kapitalereignis im Fall des Falles auch nicht besser macht. “Weg ist weg!”
Zu Ihren Sonntagmorgen-Überlegungen…
Ist nicht jeder von uns, so zwischen Tag und Traum oder zwischen Traum und Tag, ein bisschen “weg”?
Allerdings haben wohl sowohl Neurochirurgen, Neurologen und alle anderen, die da im Fall des Falles evtl. versuchen,
ein Leben (?) zu retten (?), in solchen Momenten noch anderes zu tun, als Gehirnströme zu messen und hinterher
den Patienten zu befragen, was der gerade “erlebt” hat. Nach meinem Verständnis ist es eine Frage der Definition von “Tod”.
Herztod kann es wohl nicht sein, dazu gibt es inzwischen zu viele Menschen, die nach Herzstillstand oder Herz-Austausch
weiterleben.
Mir ist kein dokumentierter Fall bekannt, wo nach einem Hirntod, also VÖLLIGEM Ausfall jeglicher Hirnströme, jemand noch
wieder zurückgekommen wäre und von seinen Erlebnissen (?) hätte berichten können.
Fast tot war ich auch schon, habe aber keinerlei Erinnerung daran. Am Rande bemerkt: Man sollte seine Patientenverfügung
auf die richtigen Formulierungen hin überprüfen… Ob das Dasein als “living vegetable” (Wachkoma?) unbedingt erstrebenswert ist,
muss jeder für sich entscheiden.
“Weg sein” kann man aber auch in anderem Sinne – nicht nur wie HaPe Kerkeling – , sondern wie ich es schon persönlich erlebt habe
bei Yoga, TaiChi und Qigong. Zur Beeinflussung meines Tinnitus habe ich Übungen aus diesem Bereich sowohl in der Gruppe als auch allein
zeitweise recht intensiv betrieben. Dabei habe ich im Verlauf von fast 20 Jahren zwei oder drei Mal einen Zustand erreicht, wo ich “weg” war.
Leider gab es keinerlei Erklärung dafür und der Zustand lässt sich offenbar auch nicht willentlich erreichen, sonst würde ich das gern öfter erleben.
In Kurzform: Ich stand bei meiner Übung ganz entspannt und “bemerkte” auf einmal, wie ich aus mir “heraustrat” und nach oben wegschwebte.
Ich konnte die ganze Szene unter mir (einschließlich meiner eigenen Person) aus einer Höhe von vielleicht 15 m ganz locker betrachten und
fühlte eigentlich nur Leichtigkeit, keine Angst oder sonst etwas. Ich habe keine Ahnung, wie lange das anhielt, merkte dann aber mit Bedauern,
dass es wieder zurückging. In der Umgebung hatte niemand etwas davon bemerkt und der damalige Trainer konnte auch nur sagen, dass er
von solchen Fällen vereinzelt gehört hätte, dass es aber keine Erklärung dafür gäbe, weil eben keine willentliche Entscheidung vorläge. Er meinte
nur, man sollte sich dann daran erfreuen. Allerdings gebe ich zu, dass ich doch gewisse Bedenken hätte, allein wieder in diesen Zustand zu geraten.
Was ist, wenn man doch umkippen sollte und sich irgendwie verletzt? Das könnte ein “böses Erwachen” geben. (Walther Roeber/Bad Nauheim)

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