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Samstag, 9. März, 14.55 Uhr

„Etwas würde mich noch interessieren: Welche Volksbank inseriert da in der GZ? Soweit mir bekannt ist, sind die Volksbanken eigentlich immer irgendwie regional strukturiert und vertreiben auch jeweils ihre eigenen Produkte, eine ‚deutsche‘ Volksbank gibt es meines Wissens nicht. Könnten Sie das noch aufklären?“, fragt Walther Roeber in seinen letzten und immer willkommenen (meist intern bleibenden) „Randbemerkungen“ zu Blog und Kolumne. Aufklären kann ich: In der ganzseitigen Anzeige der „Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken“ in der Athener „Griechenland Zeitung“ wird die „Anlagekompetenz“ der „DZ Privatbank“ gepriesen mit ihrem „Private Banking made in Luxemburg“. Und was ist die DZ-Bank? Auch da kann ich bestens aufklären, denn: „Die DZ Bank AG ist ein Finanzdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Deutschland. Sie ist eine Zentralbank der Volksbanken Raiffeisenbanken und ihr Auftrag ist es, die Geschäfte der vielen eigenständigen Genossenschaftsbanken vor Ort zu unterstützen. Sie gehört zu den Eckpfeilern des Allfinanzangebots der Genossenschaftlichen FinanzGruppe, die gemessen an der Bilanzsumme eine der größten Finanzdienstleistungsorganisationen Deutschlands ist.“ Woher ich das alles weiß? Ich bin kein Heuchler (hoffe ich), mein Hinweis auf die Anzeige (in Zusammenhang mit den steuerbefreiten Reedern) war kein Banken-Bashing, denn das tun mittlerweile ja alle, und da mache ich nicht mit, ist mir zu populärbillig – und ich selbst bin Kunde der Volksbank und, ja, besitze sogar eine Anleihe der DZ-Bank (über 10 Euro, glaube ich, bin schließlich Rentner, mehr kann ich nicht anlegen; Danke für Ihr Mitleid).
Für gediegene, seriöse Anleihen kriegt man ein paar Bruchteile mehr Zins als für Tagesgeld. Dennoch sollte jeder auch das Kleingedruckte lesen: „Kommt es zu einem Kreditereignis, entfallen Zins- und Rückzahlungsansprüche. Die Rückzahlung der Anleihe erfolgt dann in Höhe des Barausgleichsbetrags. Dieser entspricht maximal dem Nennbetrag, kann jedoch erheblich geringer sein als das vom Anleger investierte Kapital und kann im Extremfall Null betragen.“ Wer das weiß, darf sich später nicht beschweren.
Ich habe mich übrigens nie beschwert und fühle mich gut beraten. Und jetzt habe ich sogar ein neues Wort kennengelernt: „Kreditereignis“ – Totalcrash also.
Hüten Sie sich bitte vor Kreditereignissen jeglicher Art.
Und jetzt schalte ich den Fernseher an und lasse mich überraschen, wer im Derby ein Kreditereignis erlebt.

Baumhausbeichte - Novelle