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Ohne weitere Worte (vom 5. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Doch der China-Vergleich, der hinkt: Denn wer statt des Originals die Fälschung kauft, der bekommt meist Probleme mit der Qualität. (…) Derartige Beschwerden sind über den Fußball made in Bayern derzeit nicht zu hören. (Süddeutsche Zeitung)
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Spüren Sie nun persönlich mehr Anerkennung im Umfeld? – »Weniger ging ja nicht mehr.« (Schalke-Trainer Jens Keller im Kicker-Interview)
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Neururer sagt über (Klaus) Fischer, er habe »dieses Rhetorik-Problem«, weil Fischer wenig spricht. Fischer hat kein Rhetorik-Problem. Er hat gelernt, die Stille auszuhalten. (Spiegel)
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Jetzt war Maradona in Italien, Neapel, dort vergöttern ihn immer noch viele. (…) Allerdings soll er aus dieser Zeit noch Steuerschulden vor sich her schieben. (…) Auf einer Pressekonferenz forderte Maradona die italienische Justiz auf, ihn in Ruhe zu lassen. (…) »Ich habe niemanden umgebracht.« Das kann in Neapel bestimmt nicht jeder von sich behaupten. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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»Die Ski-Welt ist zwielichtiger, als ich dachte. (…) Kein Geigenprofessor wollte je schwarz bezahlt werden, so wie es mir jetzt mit Skilehrern passiert ist. (…) Ich laufe Ski, seit ich Geige spiele. 2009 bin ich nach Zermatt gezogen, wollte unbedingt eine bessere Fahrerin werden und kam so auf die Idee, für Thailand in Sotschi anzutreten.« (Geigerin Vanessa-Mae im Stern über ihre Ambitionen, 2014 bei Olympia in den alpinen Skiwettbewerben zu starten)
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Wir sind aggressive Männer. (…) Wir stehen auf Tribünen von Fußballstadien und belassen es leider nicht dabei. Bei einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters schreien wir schon wieder. Erneut schlimme Begriffe, die gewiss keinen jungen Fußballspieler ermuntern, sich zur gleichgeschlechtlichen Liebe zu bekennen. (…) Selbstverständlich verstehen wir den Peer, wenn es gegen Italiener geht. (…) Wenn wir aber ganz nüchtern und durch einen schönen Kuss für einen Moment die ganze Wut los sind, dann ahnen wir, dass nur ein ewiger Dörfler mit Klartext die Welt zu beschreiben versucht. Und so einer sollte besser kein kompliziertes Land regieren. Auch wenn er einer von uns ist. (»Lieber Herr Thadeusz«-Kolumne in der Frankfurter Rundschau)
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Stehen Sie noch jeden Morgen unter der kalten Dusche und zählen bis 100? – »Bis 99, um korrekt zu sein. Sie können sich aber gar nicht vorstellen, wie schnell ich zählen kann.« (Franz Müntefering im Stern-Interview)
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Wer wissen will, was sich amerikanische Journalistinnen für sexistische Sprüche anhören müssen, kann (…) jetzt im Blog »Said to Lady Journos« nachlesen (…), was sich eine Journalistin auf einer Militärbasis im Irak gefallen lassen musste: »Wenn du einen Granatsplitter im Arsch hast, ziehe ich ihn dir gerne raus.« (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Die Sonne gibt es gar nicht. Sie scheint nur. (»Tweet der Woche« in der Zeit) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle