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Ohne weitere Worte (vom 19. Februar)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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»Ich bin sicher, dass damals unsere Schlacht um Stalingrad auch von der internationalen Wettmafia verschoben wurde und der saubere Feldmarschall Paulus einen ordentlichen Reibach gemacht hat.« (aus einem Stern-Cartoon mit zwei Greisen im Altersheim)
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Nichts könnte symbolhafter sein als das Ringen. So etwas schafft man doch nicht ab und belässt surrealistischen Quatsch wie Doppeltrap-Schießen im Wettbewerb. Oder den Modernen Fünfkampf. (…) Was soll daran modern sein? Da könnte man ja genauso gut VHS-Rekorder-Programmieren zur olympischen Disziplin erheben. (»Zippert zappt« in der Welt)
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Trotz all Ihrer Sehnsucht nach Umverteilung akzeptieren Sie, dass es in einer Marktwirtschaft immer Gewinner und Verlierer geben wird, oder? – »Ja, klar. Ich bin ein großer Freund von Wettbewerb. Was glauben Sie, wie ich mich selbst früher über die 400- und 800-m-Strecke gezwiebelt habe.« (der Historiker Hans-Ulrich Wehler im Spiegel-Interview)
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Am intensivsten habe ich das in Männergruppen empfunden, Sportvereinen zum Beispiel. (…) Jungs unter sich, das gilt vielen als höchste Form der Freiheit und ist dann oft doch nichts anderes als eine Zusammenballung verschwitzter, homophober, latent gewaltbereiter Schwachköpfe. (aus dem »Brief eines Vaters an seinen Sohn« im SZ-Magazin. Überschrift. »Frauen wünschen sich Männer, die es nicht gibt«)
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Während in Deutschland eine parteiübergreifende Sozialdemokratie herrscht, hat das klamme Italien mit Berlusconi als ewigem Untoten des Populismus sein System komplett entgegengesetzt ausgerichtet. Man darf es getrost Suizidaldemokratie nennen. (Dirk Schümer in der FAZ)
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Cascadas Auftritt, der ein bisschen wirkte, als sei er als Höhepunkt für den Festakt beim jährlichen Landpomeranzentreffen ausgedacht. (…) Cascada singt den Titel »Glorious«, aber sie verkörpert durch und durch die deutsche Provinzunterhaltung und die Discofoxdiktatur der Festzelte. (Südd. Zeitung über den deutschen Beitrag für den Eurovision Song Contest)
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Was würde denn Uwe Wöllner zu Rainer Brüderle sagen? – »Uralte Männer, die junge Frauen geil finden, so was ekelt Uwe.« – Aber jüngere Männer dürfen das schon? – »Ja, die dürfen das. Ein alter Mann sollte Laub harken gehen.« (Christian Ulmen über seine TV-Kunstfigur »Uwe Wöllner« im Welt-Interview)
(gw)

Baumhausbeichte - Novelle