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Ohne weitere Worte (vom 13. Februar)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft – diesmal ein besonders angebrachter Hinweis ist, denn heute ist die gesamte Palette dabei.
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Wettanbieter, das ist die Zukunft, das ist das einzige wahre Start-up in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Man erkennt das schon daran, dass bei uns um die Ecke im Viertel noch vor der schäbigsten Wettklitsche nur schwarzpolierte Autos in Panzergröße parken (…), immer mitten auf dem Bürgersteig abgestellt, so wie früher im Wilden Westen die Pferde vor dem Saloon. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Wie es scheint, macht in diesen Tagen eine Erkenntnis die Runde, die man eigentlich schon für verbreitet hielt, dass nämlich der Fußball nicht besser ist als die Welt, in der er gespielt wird. (…) Halten wir (…) den Ball ruhig mal flach. (Die Zeit zum Wettskandal)
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Die DFB-Elf muss sich den Vorwurf gefallen lassen, keine Führungsspieler zu haben. Zu Recht? – »Das ist typisch deutsch. Ihr seid es gewohnt, dass jemand die Richtung vorgibt, der mal so richtig auf den Tisch haut und einen Kraftausdruck benutzt. Uns in Frankreich ist diese Debatte völlig unverständlich. Wie kann man das wollen?« (Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps im FAZ-Interview)
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»Ich glaube, als Männer sollten wir nicht so großen Wert darauf legen, das starke Geschlecht zu sein. Wir sind es doch sowieso.« (Handball-Nationaltorwart Silvio Heinevetter im Stern-Interview zur Sexismus-Debatte)
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»Immer mehr Männer werden heute impotent, weil sie so verweichlicht sind.« (…) – Sie scheinen sich jedenfalls keine Sorgen um Geschlechterrollen zu machen. – »Sie sollten sich auch keine machen, Herrgott noch mal. Frauen wollen einen guten Typen, Männer wollen eine gute Alte. Keiner will mit einer Idiotin zusammen sein, die nur geil aussieht und sonst hohl ist wie eine Brosche.« (Schauspieler Jürgen Vogel im SZ-Wochenende)
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»Frauen können so knochenhart sein, dass die Unterschiede zum Mann verschwinden (…), die zeigen ihre Härte durch seelische Kälte, sprachlich, sozial. Giftmord ist weiblich.« (Schauspieler Henning Baum, »Der letzte Bulle«, im FR-Interview)
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»Ich hab mal eine Psychologin gefragt, ob ich ein Egoist bin. Sie sagt Nein.« – Vielleicht wollte sie nur nett sein. – »Ich hab mich im Sommer von meiner Freundin getrennt, im Guten. Das ist besser so für mich. Jetzt bin ich allein, kann machen, was ich will. (…) Ich kann leben wie ein junger Hund, das genieße ich.« (Filmmusik-Komponist Harold Faltermeyer, 60, im SZ-Interview)
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Warum ausgerechnet Tanz als Protest gegen Gewalt? – »Wer tanzt, der beansprucht mit seinem Körper Platz im öffentlichen Raum und macht auf sich aufmerksam.« (US-Frauenrechtlerin Eve Ensler im Spiegel-Interview)
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Meinen Sie ernsthaft, dass die FDP antisemitisch ist? – »Ich glaube natürlich nicht, dass die FDP antisemitischer ist als die Linkspartei oder andere Parteien. Vielleicht dümmer, auch unsympathischer, aber nicht antisemitischer.« (Titanic-Chefredakteur Martin Sonneborn im FR-Interview)
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Hat das Leben einen Sinn? – »Ja sicher: Der Beste zu sein, der du werden kannst.« (Schauspieler Moritz Bleibtreu im chrismon-Interview) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle