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Ohne weitere Worte (vom 5. Februar)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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»Wir wollen Basketball auf höchstem Niveau. Dirk wird erst in der NBA aufhören, wenn er kaum noch laufen kann. (…) Wir sind (…) kein Altersheim für Basketballer.« (Münchens Auch-Basketball-Präsident Uli Hoeneß in Bild am Sonntag)
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Beckham hat die Pariser Herzen im Sturm erobert, als er sich beim neureichen Klub PSG vorstellte (…), weil Beckham (…) sich selbst auf den Arm nahm. (…) Von seiner Schnelligkeit hätte er nichts verloren, sagte der Engländer selbstironisch, »denn besonders schnell war ich nie«. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Balotellis sportmedizinische Untersuchung bei Mailänder Ärzten quittierte der frühere englische Nationalspieler Gary Lineker mit einer hämischen Twitterbotschaft: »Ich bin neugierig, was sie in seinem Kopf finden werden.« Ein positiver Befund lag dieser Zeitung bis Redaktionsschluss nicht vor. (FAS)
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Wie bewerten Sie die ganze Geschichte um Lance Armstrong? – »Mir tun die Protagonisten leid. Mir hat auch Jan Ullrich leidgetan. (…) Wir haben alle stillschweigend akzeptiert, dass da was nicht mit rechten Dingen zugehen kann. (…) Armstrong war dennoch der Beste. (…) Ich möchte kein Verständnis für ihn aufbringen – ich will nur alles ein wenig geradeschieben.« (Jürgen Klopp im Sport-Bild-Interview)
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»Usain Bolt etwa spricht ständig davon, eine Legende sein zu wollen. Ja, was ist denn das für eine Ausdrucksweise? (…) Sporthelden werden in eine Sphäre weit weg von der Menschlichkeit katapultiert.« – Warum? – »Weil wir nirgendwo mehr Persönlichkeiten haben, die charismatische Führer sind. (…) Und der Sport stößt in diese Lücke.« – Mit seiner Botschaft, dass es allein darum geht, besser als alle anderen zu sein? – »Ja, der Sport ist eine grausame Welt. Sie ist nur dadurch zu rechtfertigen, dass dort Regeln eingehalten werden.« (Gunter Gebauer, Sportphilosoph, im Zeit-Interview)
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Für seine vorteilhafte Unfähigkeit, Selbstzweifel, Erschöpfung oder Melancholie glaubhaft auszustrahlen, wird Schwarzenegger von den zerknirschten Vertretern des therapeutischen Zeitalters gehasst. Keine Depressionen? Kein Burnout? Keine Sinnkrise? Ja, ist das überhaupt noch erlaubt? (…) Schwarzenegger ist eine Beleidigung für alle, die ihre Stimmungsschwankungen mit Persönlichkeitstiefe und Misserfolge mit Avantgarde verwechseln. (Süddeutsche Zeitung)
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Wer sind denn Ihre Zuschauer? – »Es sind überwiegend alternde Männer, die leicht vom Leben enttäuscht sind und nicht rechtzeitig den Satz gelesen haben: Vor Frauen gibt es nur eine Rettung – Flucht.« (Harald Schmidt im Welt-Interview) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle