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Montagsthemen (vom 4. Februar)

Dass »der Versuch, die eigene durch Training und Talent vorhandene Leistungsfähigkeit durch Zukauf externer Verbesserungsmittel zu steigern« eine »exakte Definition von Doping« sei, ist nach den Lakic-Toren in Hamburg nichts anderes als miese Spielverderberei. Welch eine clevere Neuverpflichtung! Endlich ein echter »Knipser« im Team! Wer hat bloß am Samstag diesen Quasi-Doping-Blödsinn geschrieben?
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Ich? Ach so. Was interessiert ein hessisches Fußballherz sein Geschreibsel von gestern? Aber hoffentlich endet Lakic nicht wie ein anderer Eintracht-Debütant. Erinnern Sie sich? Nein? Sic transit gloria … Martin Fenin war’s, der auf den Tag genau vor fünf Jahren (2. Februar 2008) alle drei Tore zum 3:0-Sieg in Berlin schoss.
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Das Staunen über die schwungvolle, spielerisch feine und taktisch reife Eintracht nimmt kein Ende. Ehre wem Ehre gebührt: Armin Veh. Dagegen Thorsten Fink und Jens Keller: Smart, eloquent – und sonst? Im Vergleich mit multimillionengepamperten Klubs wie HSV und Schalke spielt Eintracht Frankfurt mit nacktem Popo. Zum Glück scheißt Geld nicht immer Tore.
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Pfui. Sorry für den analfixierten Schreibfehler. Zur Strafe schreibe ich nachher einen frauenpolitisch korrekten Damenwitz von »Emma« ab. Aber vorher noch ein bisschen Fußball. Was kann einem solariumsbraun gegelten Macho Schlimmeres passieren, als aus Rücksicht auf sein wehes Seelchen weggeschont und von einem Torwart ersetzt zu werden, der bei seinem alten Klub nur dritte Wahl war – und das im Torhüter-Slapstickland England?! Armer Tim Wiese.
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Mitleid hat Jupp Heynckes nicht nötig. Die traumatische Erinnerung an den Elefanten im Frankfurter Porzellanladen verblasst, je souveräner und listiger der alte Fuchs in München agiert. Seinen neuen Nadelstich gegen die offizielle Bayern-Doktrin, Heynckes ziehe sich so was von freiwillig aufs Altenteil zurück (wetten, dass er in der Liga bleibt!?) und sei kein bisschen verstimmt über den Guardiola-Hype, piekste er vor dem Gastspiel in Mainz, als er Thomas Tuchel als »prädestiniert für Bayern« hochadelte. Tuchel ist gerade mal zwei Jährchen jünger als Guardiola …
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David Beckham ist kein Macho wie Wiese und nicht listig wie Heynckes, aber in mancher Hinsicht einer wie Guardiola: Der Hype um ihn in Paris ähnelt dem um Guardiola in München, und beide haben spezielle Verbindungen nach Katar. Und das geht so: Bei der skandalösen und sportlich irrwitzigen Wahl Katars zum WM-Ausrichter 2022 hat der französische UEFA-Boss Michel Platini für Katar gestimmt. Kurz darauf kauften die Scheichs mit ihren Fantastillionen die Senderechte für die französische Liga und stiegen bei Paris St. Germain ein, das sich daher trotz Platinis hoch gelobtem »Financial Fairplay« einen Ibrahimovic und Beckham leisten kann … und einen Platini-Junior, denn die Scheichs haben auch ein Herz für das notleidende Präsidentensöhnchen, das sich »Europachef« von PSG nennen darf.
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Und was haben Beckham und Guardiola damit zu tun? Der ach so andere, still-intellektuelle Bayern-Trainer in spe soll für schlappe elf Millionen Euro PR für das tolle Fußball-Land Katar gemacht haben, und der bislang nicht als Geistesriese gerühmte Beckham kommentierte als Augenzeuge die Wahl Katars für 2022 überrascht mit einem zwingend logischen Schluss: »Hier stimmt offensichtlich etwas nicht.« Schlauer David.
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Und nun der »Emma«-Witz: Was macht Mann, wenn Frau im Zickzack durch den Garten läuft? Weiterschießen. Zugabe: Was ist eine Frau in Salzsäure? Ein gelöstes Problem.
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Sind Sie zusammengezuckt? Sorry, mir ist wieder ein Schreibfehler unterlaufen, habe die Geschlechter vertauscht. In der Original-»Emma«-Version stehen Mann und Frau jeweils an der frauenpolitisch korrekten Stelle.
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Und sonst? Das »Dschungelcamp« ist für den Grimme-Preis nominiert, und Heino singt die Hits von Rammstein und Co. nach. Ungefähr genauso wie jede kräftige Stimme in jedem Männergesangverein. Aber nicht so kräftig wie Till Lindemann: »Hierrr kommmt die Sonnne!« (gw)

Baumhausbeichte - Novelle