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Mittwoch, 23. Januar, 17 Uhr

Nachher Handball. Gefällt mir immer, wenn zuvor Niedergemachte Erfolg haben, von den Handballern bis Rösler. Gestern ist mir ein Satz entfahren, den ich eigentlich auch ins Blatt heben sollte: Erst entröslert ist die FDP ganz bei sich bei. Müsste ich erklären, wie ich das meine? Falls ja, würde es im Blatt zu weit führen. Handball: Ist ja mein Wurzel-Sport, schon als Schüler begonnen, zuerst sogar im Tor. Später als wilder Watz, explosiv und mit Brutalwurf, aber wenig Zielwasser, Ausdauer und Abwehrdisziplin (habe eigentlich nur darauf gewartet, dass die anderen endlich draufwerfen, damit wir wieder den Ball haben). Im Nachhinein, nach all dem Dopingmist, bedauert, nicht dabei geblieben zu sein und ähnlich hart und ehrgeizig trainiert zu haben wie für die Leichtathletik. Und das mit der damals nicht praktizierten (nicht erlaubten? Weiß nicht mehr) Möglichkeit, nur Angriff spielen zu dürfen und für die Abwehr ausgewechselt zu werden. Aber schon damals zwar unheimlich gerne Handball gespielt, aber nicht gerne  Spiele angeschaut. Geht mir heute noch so. Aber nachher doch. Ehrensache.

Ist aber nicht der Grund für den heutigen Blogeintrag. Werkele heute nachmittag an “So wahr das” weiter, obwohl ich immer noch nicht weiß, ob und falls ja wie ich das zu Ende bringen soll. Heute ein paar sehr schöne Zeitungsartikel gefunden, der schönste stammt von der Nachrichtenagentur United Press vom Mai 1952. Falls ich “So wahr das” doch noch in den eigenen Orkus werfe, sollte wenigstens diese kühne UP-Analyse nicht verschwinden. Daher – voila:

Negern liegt der Kommunismus nicht. Viel
ist in letzter Zeit von der kommunistischen Agitation in Afrika die
Rede, deren Bedeutung gewiß nicht unterschätzt werden darf. Ebenso
darf man aber nicht vergessen, dass diese Agitation dem afrikanischen
Eingeborenen eigentlich gegen die Natur geht, denn im Grunde ist er
ein geborener Kapitalist. Das Streben jedes Eingeborenen, ob er nun
Zulu, Massai oder Aschanti ist, geht nach der Ansammlung von Reichtum
und nach Besitz, dessen Höhe sich je nach der Landessitte an der
Zahl der Frauen, Rinder oder Kupferbarren ablesen läßt.
Der durchschnittliche Eingeborene ist den Freuden des Lebens und des
Besitzes hingebungsvoll zugeneigt. Jede Art von Jux und Scherz
versetzt ihn in Ekstase. Die Humorlosigkeit des Kommunismus und seine
Verständnislosigkeit für irdische Genüsse sind dem Wesen des
Negers völlig fremd.
Nicht nur psychologisch, sondern auch
wirtschaftlich fehlen dem Kommunismus in Afrika viele
Voraussetzungen. Selten verfügen die Neger über wirklichen
Reichtum, viele aber sind relativ wohlhabend und fast alle haben ihr
gutes Auskommen. Das ergibt sich logisch aus der wirtschaftlichen
Struktur des Landes.
Eine gefährliche Situation wie zum Beispiel
in vielen asiatischen Gebieten, wo dichtbesiedelte Länder vielfach
ausschließlich auf Reis angewiesen sind und eine Mißernte
katastrophale Folgen mit Hunger und Elend haben kann, ist in Afrika
nicht gegeben und vorläufig auch nicht denkbar.

 

 

Baumhausbeichte - Novelle