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Ohne weitere Worte (vom 15. Januar)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Wer sagt eigentlich, dass er jetzt zu bedauern ist? (…) Christian Wulff ist 53 Jahre alt, und er ist Bettina los. Diese blonde Hypothek aus Enttäuschungen, Wunden und geplatzten Hoffnungen. (…) Schon im Herbst glaubten viele zu wissen, die Trennung des einstigen First Couple stünde unmittelbar bevor, aber dann waren die van der Vaarts doch noch schneller. (Stern)
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»Meines Erachtens geht die Berichterstattung in manchen Medien einen merkwürdigen Weg. Da ist es für viele interessanter, wie der HSV auf die Trennung der Eheleute van der Vaart reagiert, als einmal zu fragen, wie es möglich ist, dass der HSV Jahr für Jahr in der Tabelle hinter einem kleinen Klub wie Mainz 05 steht.« (05-Manager Christian Heidel im FAS-Interview)
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»Wir lassen jedes unserer Spiele extern auf 50 Seiten analysieren. (…) Genauso gibt es eine Gesamtbewertung von Spielern. Das läuft per Indexwert. Da fließt alles ein. Messi steht vielleicht bei 450, ein Oberligaspieler bei 5.« (Heidel/FAS)
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Bei Inter Mailand verlor sogar José Mourinho die Nerven. Der heutige Trainer von Real Madrid sagte, Balotelli sei untrainierbar, »weil er nur eine Gehirnzelle hat«. (Sport-Bild)
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»Nie hat der FC Bayern einen moderneren, zeitgemäßeren und attraktiveren Fußball in seiner Historie gespielt.« (Jupp Heynckes im Münchner Winter-Trainingslager)
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»Mit zwölf Punkten Rückstand ist man kein Jäger, sondern Beobachter.« (Jürgen Klopp im Bild-Interview)
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Tyler Hamilton fürchtet sich weiterhin vor Armstrongs langem Arm. (…) Kurz nachdem er im Frühjahr 2011 im Fernsehen ausgepackt hatte, traf er Armstrong zufällig in einem Restaurant, (…) Armstrong habe gedroht, ihm »das Leben zur Hölle zu machen«. Und die Wirtin habe ihm für alle Zeiten Lokalverbot erteilt. Und was tat Hamilton? Er entschuldigte sich bei Armstrong und der Wirtin. (Spiegel)
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Höhepunkt war ein arrangierter Waldspaziergang für Journalisten. Christian und Bettina Wulff schlenderten auf die bestellten Kameras zu; Wulff sagte mit überraschtem Gesichtsausdruck: »Wie haben Sie denn herausgefunden, wo wir immer sonntags spazieren gehen?« (Süddeutsche Zeitung)
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Zum Beispiel schlug man Ihnen 2004 den Wunsch aus, bei der Eröffnungsfeier für die Olympischen Spiele in Athen zu singen. Hat Sie das verletzt? – »Ja, sie wollten ein irgendwie moderneres Bild von Griechenland vermitteln, zu dem ich nicht mehr passte. Anderen war ich nicht patriotisch genug, weil ich schon so lange im Ausland lebe. Schwamm drüber.« (Nana Mouskouri im FR-Interview)
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»Man muss, wie Hannah Arendt sagen würde, auch mal dahin denken, wo es wehtut.« (Barbara Sukowa, Arendt-Darstellerin im neuen Film von Margarethe von Trotta, im SZ-Interview) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle