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Wer bin ich? (Auflösung, Jahres- und “ewige” Rangliste)

Auch im dritten »Wer bin ich?«-Jahr bleibt es mir ein Rätsel, wie die WBI-Asse die immer schwieriger werdenden Fragen beantworten können. In der letzten 2012-Runde waren zwei besonders harte Nüsse zu knacken. Hier noch einmal die Anhaltspunkte in Kurzfassung: Beide Sportgegner sind schon mehr oder weniger lange tot, im Wirken aber noch lebendig, beide haben ihre Meinung geändert, einer von ihnen sprichwörtlich. Nummer eins, Spross einer berühmten Bierbrauer-Familie, protestierte schriftlich bei seiner Heimatstadt, als diese zur Olympia-Finanzierung eine Sondersteuer erließ, verdiente kurz danach aber mit Olympia zusätzliches Ansehen und Geld. Nummer zwei las den Sportlern briefeschreibend die Leviten und wurde spät vom Papst geehrt. – Wer sind die beiden? Hätten Sie’s gewusst? – Sie haben es gewusst:

Wolfgang Egerer
(Rosbach-Rodheim)
Ralf Kranich
(Großen-Buseck)
Dr. Paul Limberg
(Linden)
Volker Michel
(Friedberg)
Walther Roeber
(Bad Nauheim)
Karola Schleiter
(Florstadt)
Rüdiger Schlick (Reichelsheim)
Heidi u. Hans Schwaegrl
(Biebertal)
Prof. Peter Schubert
(Friedberg)
Manfred Stein
(Feldatal).
Gratulation und Respekt!
*
Ach so, wer war’s? Nummer eins: »Es geht um die Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen und der Gesuchte ist Richard Strauss, der am 1. Februar 1933 als Begründung für seinen Olympia-Widerstand u. a. schrieb: ›Mein Portemonnai ist genügend belastet durch Staatsteuern für Faulenzerunterstützungen, soziale Fürsorge genannt‹. Im Dezember 1934 jedoch schrieb er an Stefan Zweig: ›Ich vertreibe mir in der Adventslangeweile die Zeit damit, eine Olympiahymne für die Proleten zu componieren, ich – der ausgesprochene Feind und Verächter des Sports‹« (Wolfgang Egerer). – Der erste Gesuchte ist also »Richard Strauss, der berühmte Komponist, dessen Mutter Josephine eine geborene Pschorr war. Später hat er dann ohne langes Zögern den Auftrag angenommen, die olympische Hymne für die Sommerspiele 1936 in Berlin zu komponieren« (Dr. Paul Limberg).
*
Nummer zwei »hörte sich extrem biblisch an und ich wollte mich schon ›ärgern‹, dass hier gewisse Mitspieler einen Heim- oder Platzvorteil haben würden. Ich bin nämlich nicht gerade bibelfest … Aber die nächsten Überlegungen führten dann relativ schnell zur Lösung. Wer war als Briefeschreiber berühmt oder berüchtigt? Und wer änderte sprichwörtlich seinen Namen? Von Saulus zum Paulus, das war dann ziemlich einfach und ließ sich auch schnell bestätigen. Und da dann auch noch der deutsche Papst Benedikt XVI. im Jahre 2007 für 2008 ein Paulus-Jahr verkündet hatte, war Person 2 ›abgesichert‹« (Walther Roeber).
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Noch einmal in Kurzfassung: »Der weniger lange Tote ist der deutsche Komponist Richard Georg Strauss, der länger Tote ist der Apostel Paulus (von Tarsus)« (Karola Schleiter).
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Zusatzinformation von Prof. Peter Schubert zu Strauss, »dem es am Ende seines Lebens und dem Ende politischen Größenwahns an Selbstkritik und Distanz fehlte (nachzulesen bei Klaus Mann: Der Wendepunkt).« – Dazu passt diese Notiz von Strauss zum 30. April 1945 (habe ich soeben in Kempowskis »Echolot« gelesen), als Garmisch von US-Truppen besetzt wurde und Strauss’ Haus geräumt werden sollte: »Ich ging aber an das Auto, sagte dem jungen Major nur meinen Namen als Komponist des Rosenkavaliers und Salome, worauf er sofort artig wurde und mir die Hand gab und nach 2 Minuten war alles in Ordnung. Ich habe jedem mein Bild geschenkt und schließlich den Rosenkavalierwalzer gespielt: kurz: Abwehrerfolg durch den Geist!«
*
Mir bleibt nur das Staunen über die geistigen Abwehrerfolge gegen meine Fragen, die mal mit Beckenbauer begonnen haben und nun bei Richard Strauss und Apostel Paulus gelandet sind. Wen muss ich noch ausgraben, um die »WBI«-Fachwelt ratlos zu machen? Der nächste Versuch folgt bald.  (gw)

“Top 12″ 2012

1. Dr. Paul Limberg (Linden)  21
2. Walther Roeber (Bad Nauheim)  20
3. Rüdiger Schlick  (Reichelsheim) 19
4. Jochen Schneider(Butzbach) 18
5. Karola Schleiter (Florstadt) 17
Manfred Stein (Feldatal) 17
7. Paul-Gerhard Schmidt (N.-Oh.) 16
8. Peter Storm (Wißmar)  15
Andreas Hofmann (B. Nauheim) 15
10. Doris Heyer (Staufenberg) 14
11. Beate Dachauer, 12
12. Prof. Peter Schubert (Friedberg) 11

 

“Ewige” Rangliste

1. Walther Roeber (Bad Nauheim)  37
Rüdiger Schlick  (Reichelsheim)  37
3. Jochen Schneider (Butzbach)  35
4. Karola Schleiter (Florstadt)  34
5. Dr. Paul Limberg (Linden)  31
Paul-G. Schmidt (N.-Ohmen)  31
7. Manfred Stein (Feldatal)  27
8. Andreas Hofmann (Bad Nauh.)  26
9. Peter Storm (Wißmar)  25
10. Doris Heyer (Staufenberg)  23
Jost-Eckhard Armbrecht  23
12. Dr. Joachim Bille  21
Dr. G.-L. Fängewisch (Heuchelh.) 21

 

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