Archiv für Januar 2013

Mittwoch, 30. Januar, 17.30 Uhr

Soeben taucht in der „Mailbox“ (in Ludger Behnens Mail) die Vermutung auf, ich hätte mich mal als konservativ zu erkennen gegeben.
Ich und konservativ? Nee. Progressiv? Nee. Generell nichts davon, in Einzelfällen mal so, mal so. Man kann Gutes bewahren. Man kann in dumme Richtung voranschreiten. Man kann Dummes bewahren. Man kann in gute Richtungen voranschreiten.
Dass ich zu keinem Lager gehöre, wird hoffentlich auch am Samstag in der „Nach-Lese“ zu erkennen sein. Thema: „Neger“, worüber sich jetzt alle die Köpfe vollschreiben. Problem: Wer nicht mit seinem Haufen mit anderen Haufen rauft, sondern als einsames Schaf gegen die im Haufen Raufenden anblökt, den haben die Haufenraufer schnell „gefressen“. Zum Glück bin ich als alter Hammel schon viel zu zäh, als dass mich wirklich jemand fressen wollte. Meine „Neger“-„Nach-Lese“ wird sowieso nur wenigen schmecken. Hoffentlich Ihnen. Bis dann.

Veröffentlicht von gw am 30. Januar 2013 .
Abgelegt unter: Blog – Sport, Gott und die Welt | Kommentare deaktiviert für Mittwoch, 30. Januar, 17.30 Uhr

Sonntag, 27. Januar, 11.50 Uhr

Noch ist das Blitzeis nicht da, aber schon die Blitzkolumne: „Montagsthemen“ stehen online (unter den Links rechts bei „gw-Beiträge Anstoß“, siehe rechts Links).

Tja, wieder einmal die Rechts-Links-Scherzkeks-Kombination. Aber lieber Kalauerkönig als wandelnder Altherrenwitz. Ebenfalls der ewig gleiche Grund, die Kolumne so früh vor der Veröffentlichung im Blatt online zu stellen: Erstens sind wir hier unter uns (Klickzahlen kenne ich leider keine), und zweitens gibt es unter den Stammlesern oft einen hilfreichen Kopf, der mich noch vor Drucklegung vor Fehlern oder allzu großen Peinlichkeiten warnt (die kleinen Peinlichkeiten bleiben drin).

Was ich in den letzten beiden Kolumnen unterbringen wollte und platzmäßig nicht geschafft habe: die Chancenverwertungs-Frage von Prof. Börgens plus Auflösungen unterzubringen. Hätte „Sport-Stammtisch“ und jetzt die „Montagsthemen“ platzmäßig gesprengt. Wenn’s die Lage zulässt, schreib ich in der Wochenmitte ein Extra-Kolümnchen dazu oder packe es noch komprimierter in den nächsten „Sport-Stammtisch“. Bis dann!

 

Veröffentlicht von gw am 27. Januar 2013 .
Abgelegt unter: Blog – Sport, Gott und die Welt | Kommentare deaktiviert für Sonntag, 27. Januar, 11.50 Uhr

Sonntag, 27. Januar, 6.20 Uhr

Rausgelinst: Schneeeisregenwalze lässt noch auf sich warten. Dennoch ein schöner Vorteil des neuen Schreiberlein-Schreiberseins mit Tunnelblick durch das Tunnelsystem, dass notfalls der ganze Sonntag im warmen, trocknen Zimmerchen verbracht werden kann und nicht zweimal in die Redaktion  jeweils hin- und zurück gefahren werden muss.

Schnell das Wichtigste der dpa-Nacht abgehakt: Joey Heindle wird 75 und Tony Marshall ist Dschungelkönig. Oder so.

Und nun ans Eingemachte. Dazu bitte ich, zunächst rüberzuklicken und die Mail von Dr. Hauschild zu lesen.

Ist erledigt?

Dann also erst mal kurz zu Punkt eins: Bin ich da missverstanden worden? Ist der Spott auf „uns“ nicht erkennbar? Falls ja: mein Fehler.

Bei Punkt zwei muss ich weiter ausholen. Früher, sehr viel früher, war ich der Basketball-Reporter unseres Verlags. Und das kam so: Als Student in Heidelberg und Kugelstoßer beim dortigen USC hatte ich 1970/71 viel Kontakt mit den Heidelberger Bundesliga-Basketballern. Schon als freier Mitarbeiter der Rhein-Neckar-Zeitung schrieb und redigierte ich in Sachen Basketball. Vor und nach dem jeweiligen Training „räusten“ wir mit ein paar Bundesligaspielern auf einen Korb. Im Spiel eins gegen eins gewann ich oft gegen kräftige Center, denn die waren damals kaum größer als ich, wenn überhaupt, aber nur halb so kräftig (gegen kleine, wieselflinke Spieler hatte ich allerdings keine Chance). 1972 begann ich als Volontär in Gießen und übernahm durch diese Vorgeschichte gleich die Berichterstattung über den MTV 1846. Auch hier blieb ich buchstäblich am Ball, denn ich trainierte in der Osthalle parallel mit den Basketballern (und spielte mit ähnlichem Erfolg und Misserfolg „Eins gegen  eins“), was auch hier beste Insiderkenntnisse mit sich brachte, denn als ständiger Trainingsbeobachter und Davor-Danach-Miträuser war ich topinformiert über die Vorbereitung auf den nächsten Gegner, die Strategie des Trainers und die Form der Spieler. Die meisten von ihnen blieben, wie in Heidelberg,  jahrelang im Verein, Fluktuation gab es kaum, und selbst der eine erlaubte Amerikaner (der eine erlaubte Ausländer im Team war immer ein Amerikaner) war kein Ein-Jahr-Legionär, sondern blieb meist mehrere bis viele Jahre und war zudem fast immer der bewunderte Held der Fans (Ausländerfeindlichkeit? Gab’s nicht. Nur das Gegenteil. Auch das geflügelte Insider-Wort „Schwarz muss er sein und hüppe muss er könne“ war ressentimentfreie Frotzelei und kein Rassismus, sondern eher die Übersetzung der resignierten Erkenntnis: White boys can’t jump). Nach einiger Zeit gab ich mein  Basketball-Amt an den Kumpel und Kollegen Helmut Schwan (ging später zur FAZ) ab und schrieb nur noch ab und an Randstorys und Kommentare. Im Lauf der Jahre (jetzt sind wir schon in den 90ern) verlor ich langsam, aber sicher das Interesse am Bundesliga-Basketball. Die neuen Ausländer-Regeln (immer mehr pro Team erlaubt) förderten das Wandersaisonarbeitertum und das Verschwinden der Identifikation. Die Eventisierung, die alberne Amerikanisiererei (diese Vereinsnamen! Dieses Puschel-Gehoppse!), die Auslagerung in Betreibergesellschaften, in denen Dilettantismus und Großmannssucht eine unheilvolle Allianz einzugehen begannen und vor allem die in schier endloser Zahl und wachsender Geschwindigkeit vorüberziehenden, übererstklassig bezahlten und unterzweitklassigen Spielern aus immer mehr osteuropäischen Ländern (neben den Korbballern aus US-Freizeitligen, die hier gutes Geld verdienten) brachten mich immer mehr vom Bundesliga-Basketball ab, bis ich nicht nur nicht mehr darüber schrieb, sondern mich nicht einmal informierte und bald weniger wusste und vor allem wissen wollte als jeder Osthallenbesucher. Was in den letzten Jahren und nun aktuell im Gießener Basketball Sache war und ist, hielt ich also bewusst von mir fern. Ich wusste nur: Das kann nicht gutgehen, das wird nicht gutgehen. Da wird viel fremdes Geld (Sponsor-Geld, auch Quasi-Zwangsgeld von Gießener Bürgern und Steuerzahlern) gesammelt und mit x-bliebigen wechselnden Bratschipinskis im Team verdaddelt, um in der ersten Liga unten mitspielen und die Staffage für die oben Mitspielenden liefern zu dürfen, und wenn dann doch einmal die finanzielle und/oder sportliche Pleite drohte, wurden schon von irgendwoher ein paar Euro zusammengekratzt und/oder „e wild Katt“ geschenkt, um weiterdaddeln zu können, was aber immer nur eine Fristverlängerung vor dem irgendwann Unvermeidlichen war. Nun ist das Irgendwann da.

Dass ich darüber nicht schrieb und allenfalls mal einen Nebensatz im „Anstoß“ fallen ließ, hat zwei einfache Gründe. Der erste ist rein zeitungstechnischer Natur: Der „Anstoß“ erscheint im „Mantel“ unserer Zeitungen, also im überregionalen Sportteil aller unserer Ausgaben, die Basketball-Berichterstattung bleibt aber dem Gießener Lokalsportteil vorbehalten, da sie so ausführlich ist, dass das in den dem Basketball weniger verbundenen anderen lokalen Sportteilen unangemessen wäre (das Pendant dazu: Eishockey, der in unserer WZ die Rolle des Basketballs in der AZ spielt). Im „Anstoß“ verzichte ich daher auf beide Sportarten (na ja, ab und zu geht der Nowitzki-Fan mit mir durch). Oder haben Sie schon mal einen gw-Satz über Eishockey gelesen (wäre auch mangels Fachwissen sehr anmaßend)? Beim Basketball könnte ich, da die Gießen-Causa mittlerweile überregionale Wellen schlägt, durchaus auch im „Anstoß“ Stellung nehmen – nur fehlt mir auch hier selbstvordnet (siehe oben) das Insiderwissen, um seriös kommentieren zu können, über die gefühlte Abneigung (ebenfalls siehe oben) hinaus.

Letzte Anmerkung: Der Verleger unserer Zeitungen ist uraltes Vereinsmitglied und war lange Zeit maßgeblich im Hintergrund entscheidend mittätig. Was ich damals manchmal an Kritischem schrieb, hat ihm sicher gar nicht gefallen. Er sagte nie ein Wort dazu und ließ mich gewähren. Wir hatten immer und haben allerbestes Einverständnis. Auch heute noch.  Zensur findet nicht statt und würde ich mir auch nicht gefallen lassen.

So, das musste oder sollte mal gesagt werden. Und nun ran an die Montagsthemen. Bis dann.

Veröffentlicht von gw am 27. Januar 2013 .
Abgelegt unter: Blog – Sport, Gott und die Welt | Kommentare deaktiviert für Sonntag, 27. Januar, 6.20 Uhr

Mittwoch, 23. Januar, 17 Uhr

Nachher Handball. Gefällt mir immer, wenn zuvor Niedergemachte Erfolg haben, von den Handballern bis Rösler. Gestern ist mir ein Satz entfahren, den ich eigentlich auch ins Blatt heben sollte: Erst entröslert ist die FDP ganz bei sich bei. Müsste ich erklären, wie ich das meine? Falls ja, würde es im Blatt zu weit führen. Handball: Ist ja mein Wurzel-Sport, schon als Schüler begonnen, zuerst sogar im Tor. Später als wilder Watz, explosiv und mit Brutalwurf, aber wenig Zielwasser, Ausdauer und Abwehrdisziplin (habe eigentlich nur darauf gewartet, dass die anderen endlich draufwerfen, damit wir wieder den Ball haben). Im Nachhinein, nach all dem Dopingmist, bedauert, nicht dabei geblieben zu sein und ähnlich hart und ehrgeizig trainiert zu haben wie für die Leichtathletik. Und das mit der damals nicht praktizierten (nicht erlaubten? Weiß nicht mehr) Möglichkeit, nur Angriff spielen zu dürfen und für die Abwehr ausgewechselt zu werden. Aber schon damals zwar unheimlich gerne Handball gespielt, aber nicht gerne  Spiele angeschaut. Geht mir heute noch so. Aber nachher doch. Ehrensache.

Ist aber nicht der Grund für den heutigen Blogeintrag. Werkele heute nachmittag an „So wahr das“ weiter, obwohl ich immer noch nicht weiß, ob und falls ja wie ich das zu Ende bringen soll. Heute ein paar sehr schöne Zeitungsartikel gefunden, der schönste stammt von der Nachrichtenagentur United Press vom Mai 1952. Falls ich „So wahr das“ doch noch in den eigenen Orkus werfe, sollte wenigstens diese kühne UP-Analyse nicht verschwinden. Daher – voila:

Negern liegt der Kommunismus nicht. Viel
ist in letzter Zeit von der kommunistischen Agitation in Afrika die
Rede, deren Bedeutung gewiß nicht unterschätzt werden darf. Ebenso
darf man aber nicht vergessen, dass diese Agitation dem afrikanischen
Eingeborenen eigentlich gegen die Natur geht, denn im Grunde ist er
ein geborener Kapitalist. Das Streben jedes Eingeborenen, ob er nun
Zulu, Massai oder Aschanti ist, geht nach der Ansammlung von Reichtum
und nach Besitz, dessen Höhe sich je nach der Landessitte an der
Zahl der Frauen, Rinder oder Kupferbarren ablesen läßt.
Der durchschnittliche Eingeborene ist den Freuden des Lebens und des
Besitzes hingebungsvoll zugeneigt. Jede Art von Jux und Scherz
versetzt ihn in Ekstase. Die Humorlosigkeit des Kommunismus und seine
Verständnislosigkeit für irdische Genüsse sind dem Wesen des
Negers völlig fremd.
Nicht nur psychologisch, sondern auch
wirtschaftlich fehlen dem Kommunismus in Afrika viele
Voraussetzungen. Selten verfügen die Neger über wirklichen
Reichtum, viele aber sind relativ wohlhabend und fast alle haben ihr
gutes Auskommen. Das ergibt sich logisch aus der wirtschaftlichen
Struktur des Landes.
Eine gefährliche Situation wie zum Beispiel
in vielen asiatischen Gebieten, wo dichtbesiedelte Länder vielfach
ausschließlich auf Reis angewiesen sind und eine Mißernte
katastrophale Folgen mit Hunger und Elend haben kann, ist in Afrika
nicht gegeben und vorläufig auch nicht denkbar.

 

 

Veröffentlicht von gw am 23. Januar 2013 .
Abgelegt unter: Blog – Sport, Gott und die Welt | Kommentare deaktiviert für Mittwoch, 23. Januar, 17 Uhr

Dienstag, 22. Januar, 17.50 Uhr

Soeben die Wer-bin-ich-Auflösungskolumne geschrieben, mit schönen Leser-Anmerkungen (siehe Link rechts zum Anstoß). Nun warte ich auf den Anruf von htr, der Korrektur liest und Schlampereien von mir melden soll (zum Beispiel nachzählen, ob es wirklich 32 sind, die Holger Geschwindner erkannt haben und die aufgelistet sind).

Ah, da kommt der Anruf. Kurze Unterbrechung.

Stolz melde ich: htr hat nur ein falsch gesetztes Anführungszeichen gefunden. Ha!

Jetzt kann ich mich ja weiteren Rätseln widmen. Momentan das dringlichste: Die Vögel fressen sich in meinen drei Futterhäuschen dumm und dämlich, aber nur an Sonnenblumenkernen.  Fettfutter verachten sie, obwohl es doch angeblich so wichtig ist, Fettfutter auszulegen. KEINER geht da ran: Die Amseln nicht (ja, in meinem Garten leben sie noch, meine Lieblingsvögel, und trotzen dem großen Amselsterben in Deutschland), die Meisen nicht, der Dompfaff nicht (ich habe ihn nicht erkannt, aber meine allerliebste Zielgruppe weiß es), der fette Eichelhäher nicht, die Elstern nicht (so, jetzt habe ich alle aufgezählt, die ich kenne, der Rest bleibt namenlos), auch das Eichhörnchen nicht, das noch dicker und fetter als Markwart der Häher im Futterhäuschen sitzt, so dass ich ständig nachfüttern muss, damit die Vögel nicht zu kurz kommen. Was ist los mit meinem Streu-Fettfutter?

Drei Futterhäuschen? Klar doch. Zwei davon selbst gebastelt. Halten schon seit Jahren. Toll, nicht? Ich gönn mir ja sonst nix an Eigenlob. Kolumne fast fehlerfrei und wetterresistente Futterhäuschen, das mache mal einer nach.

Leider picken die Vögel (und das Eichhorn, oder sind’s mehrere?) nicht nur alle Sonnenblumenkerne, sondern mir auch die Haare vom Kopf. Ich hab einen Verbrauch, von dem ein starker Raucher seinen gesamtem Paffkonsum finanzieren könnte.

Für die Samstags-Kolumne (bis dahin ist gw-Ruhe) schon vorgemerkt: Chancenverwertungs-Auflösung, garniert mit Bremen -Dortmund (Tore: 0:5, Chancen: 60:40 – genaue Zahl muss ich noch nachschauen) /  Mertesacker als deutscher Schuldeneintreiber bei Arsenal / Kubicki-Zitat aus dem Spiegel/Reichsparteitag, dafür bekam KMH im ZDF Bundesprügel. Und manches mehr. Zurückhalten sollte ich mich aber mit Auslassungen zur Kubicki-Partei. Würde zu humorlos. Erst entröslert sind sie ganz bei sich bei. Brüderle! Mal bei youtube gucken, ob es dort noch seinen Auftritt bei Harald Schmidt gibt.

Nachtrag: Gerade ist ein später Widerspruch (von Arndt Schöniger) angekommen, den ich noch schnell in die Mailbox gestellt habe. Es geht um Boateng und den Spielabbruch. Bitte Link rechts anklicken. Danke.

 

Veröffentlicht von gw am 22. Januar 2013 .
Abgelegt unter: Blog – Sport, Gott und die Welt | Kommentare deaktiviert für Dienstag, 22. Januar, 17.50 Uhr