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Ohne weitere Worte (vom 11. Dezember)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Es ist die Erkenntnis, dass der Fußball seinen eigenen Kopf behält (…), dass er also nicht im Traum daran denkt, sich der industriellen Entscheider-Logik zu unterwerfen, die in den Zentralen von SAP (Hoffenheim) oder VW (Wolfsburg) (…) etabliert wurde. (…) Solche Klubs schmücken sich besonders gern mit Meistertrainern wie Magath, McLaren oder Trapattoni, sie sind besonders anfällig für Alleinherrscher, Günstlingswirtschaft, Einflüsterer oder abrupte Strategiewechsel, und sie besitzen kaum gewachsene Führungskompetenz im Haus. (Süddeutsche Zeitung)
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Das System Hoffenheim, mit all seinen finanziellen Möglichkeiten und seiner fabelhaften Infrastruktur, steht vor dem Absturz. (…) Vor allem aber fehlt dem Klub etwas, das sich auch mit viel Geld nicht ersetzen lässt: Fußballsachverstand auf höchster Führungsebene. Dass es kein Korrektiv zum allmächtigen Dietmar Hopp gibt, erweist sich als Konstruktionsfehler. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
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Hitzfeld sagt, er habe »immer gern schwierige Spieler« trainiert. Sammer sei »belebend«. Hitzfeld sitzt kerzengerade in einer Gaststätte seiner Heimat Lörrach. Mimik und Zwischentöne machen deutlich, dass ihn die Nervensäge Sammer fast um den Verstand brachte. (Spiegel)
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»Ich habe noch nie gehört, dass Ballbesitz Tore garantiert. Oder dass man ein Tor mehr zugeschrieben bekommt, wenn man über 50 Prozent Ballbesitz hatte. Dann wäre solch eine Statistik wichtig.« (Leverkusen-Trainer Sami Hypiä im Kicker-Interview)
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Das größte Lob ist doch, wenn die Zuschauer sich nach den 90 Minuten fragen: Wer hat eigentlich gepfiffen? Es mag verrückt klingen, aber am tollsten wäre es, wenn der Fußball uns Schiedsrichter irgendwann nicht mehr bräuchte. Natürlich würde das eine unglaubliche Fairness voraussetzen. (…) Eigentlich  auch ein guter Traum für eine Polizistin. Hier also mein Aufruf: Macht meine beiden Jobs überflüssig! (Bibiana Steinhaus, Schiedsrichterin und Polizistin, in der Zeit-Serie »Ich habe einen Traum«)
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»Ich bin ein Mensch, der sehr offen über alles spricht, was er tut, über Fett absaugen, Lippen spritzen, Botox. Aber Anabolika, Doping? Nie! (…) Ich hätte davor viel zu viel Angst, zum Beispiel vor dem Wachstumshormon, das in Hollywood alle Stars nehmen.  (…) Bei Madonna zum Beispiel ist das längst gekippt, da ist keine Sinnlichkeit mehr, keine Weiblichkeit.« (Harald Glööckler, Modedesigner, im FAS-Interview)
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Wäre man Steinbrück (…) Nein, Steinbrück möchte man nicht sein, so wenig wie Felix Magath, die Mumie von Tutanchamun oder Horst Seehofer. (SZ-»Streiflicht«)
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Merkel ist eine hamburgische Uckermärkerin, was bedeutet, dass es Seeigel gibt, die stärkere Gefühlsregungen zeigen. (»Streiflicht«)
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Das Parteiverbot hingegen ist eine ewiggestrige Maßnahme gegen Ewiggestrige. (FAS) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle