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Samstag, 8. Dezember, 11.35 Uhr

Hab’s wieder getan. Die Hälfte des Sport-Stammtischs an das Doping-Thema vergeudet. Liegt auch daran, dass es in Blog, Mailbox und privaten Mails wieder hoch kam. Soll nicht wieder vorkommen. Ein Vorsatz, zum x-ten Mal gefasst und genauso oft gebrochen.

Bei aller überzeugten Meinung behaupte ich nicht, recht zu haben. Ein gefährlicher Satz, was die Stellung des Kommas betrifft. Also: Ich behaupte nicht, recht zu haben …. und nicht: Ich behaupte, nicht recht zu haben.

Die besten Ideen für die Kolumnen kommen mir beim Radfahren, das im Moment flach fällt, ersatzweise beim schnellen Gehen (das mir stinkt; bald nehme ich auch noch Stöcke dazu und spotte meiner eigenen spöttischen  Nordisch-Walzen-Beschreibung). Früher hatte ich ein Diktiergerät dabei, bis es mir zu umständlich (und auf dem Rad zu gefährlich) wurde, später das eigene Gebrabbel abzuhören und aufzuschreiben. Dann habe ich manchmal sogar angehalten, das Notfall-Handy angestellt und mir auf den Festnetz-AB die Idee/Notiz/Assoziation o.ä. gesprochen. Jetzt wünsche ich mir einen Mini-Recorder, um den Hals zu hängen, mit so was wie einem USB-Stick, den ich später in den PC stecken kann und der meine Sprache in Schrift überträgt. Gibt’s so was schon? Funktioniert das? Ist das bezahlbar? Im Internet bin ich nicht so richtig fündig geworden, auch mangels Fähigkeit, die Fachsprache zu verstehen. Sind “digitale Diktiergeräte” das, was ich suche? Profi-Gerätze sind sauteuer, über tausend Euro, das wär’s mir nicht wert. Ich diktiere ja nicht, ich mache mir nur gesprochene Notizen, manchmal in ganzen Sätzen, manchmal in Stichworten, aber selbst, wenn es nur Gebrabbel ist, wäre es schön, es im Schriftbild zu haben und damit zu arbeiten.

Wäre auch beim Fußballgucken hilfreich. Wenn ich was schriftlich notiere, verpasse ich garantiert eine wichtige Szene. Heute: BVB (mit Wechsel zu den Bayern) und danach die Eintracht. Fürs Fußball-Gemüt aller (außer dem der Bayern-Fans) müsste Dortmund gewinnen und Bayern verlieren, damit es vorne wenigstens ansatzweise spannend bleibt. Fürs Hessen-Gemüt müsste die Eintracht wenigstens einen Punkt holen gegen die allerdings unberechenbaren neuen Bremer, damit bei den schnell verdrossenen Fans keine Negativstimmung aufkommt (ist ja schon ein bisschen, irrerweise).

Gerade im HR gehört, Vehe habe im FR-Interview sinngemäß auf die Frage, welche Überschrift er sich nach dem, Spiel wünsche, geantwortet: Mit der Rundschau geht’s weiter. Clever. Gibt Sympathiepunkte.

Gibt Antipathiepunkte: Wäre nicht mein größter Wunsch, trotz des Mitleids mit den FR-Leuten. Die Struktur stimmt einfach nicht,dazu kommt die Diskrepanz zwischen Nostalgie, Selbstbewusstsein und redaktioneller Leistung. Schön wäre es nur, wenn es mit der FR auf neuem Niveau weiterginge, auf Weltniveau wie SZ und FAZ und vielleicht noch ein Stückchen besser.

Baumhausbeichte - Novelle