Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Ohne weitere Worte (vom 27. November)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
*****
Rode, Jung, Trapp – welchen Eintracht-Jungstar würden Sie nehmen, wenn Sie wählen dürften? – »Charly Körbel.« (Schalke-Manager und Ex-Eintrachtler Horst Heldt im Kicker-Interview)
*
»Leider hat’s nie zum Erstligaspieler gereicht. Mit 18 Jahren habe ich beim FC Gütersloh meinen ersten Vertrag unterschrieben. (…) Ich habe nie den Verein gewechselt. Schon alleine deshalb nicht, weil ich nie ein Angebot eines anderen Vereins bekommen habe.« (Eintracht-Manager und Ex-Zweitligaspieler Heribert Bruchhagen im Bild-Interview)
*
Sie finden Real Madrids Trainer Jose Mourinho »sympathisch«. Das hat mich gewundert. – »Weil er sehr nett ist! (…) Sympathisch, offen, locker. (…) Beim Spiel in Madrid dann hat er mir gesagt, dass er sich den grauen Anzug, den er da trug, nur gekauft hat, weil er meinen so gut fand beim Hinspiel.« (Jürgen Klopp in Sport-Bild, interviewt von Monica Lierhaus)
*
Im Jahr 2009 wurde Hrubesch zum »Trainer des Jahres« gewählt. Nach den Gesetzen des Fußballs hätte nun eigentlich sein Aufstieg beginnen müssen. Aber nichts geschah. (…) Auch beim DFB ging es nicht voran. Der damalige Sportdirektor Matthias Sammer (…) setzte in Personalfragen auf Klientelpolitik. Wenn es um Trainerjobs ging, erinnerte sich der Europameister von 1996 immer wieder seiner ehemaligen Mitspieler (…) – sowie seiner ostdeutschen Herkunft. Der Nachwuchsbereich war bald fest in der Hand der Europameister von 1996 und des Fußball-Ostens. (Michael Horeni in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in einer Hommage an Horst Hrubesch)
*
Sie mussten im Januar 2010 pausieren. Wie haben Sie es damals empfunden, als Burn-out-Opfer dargestellt zu werden? – »Das war überzeichnet. Wenn man meinen Zustand von damals Burn-out nennt, wäre das eine Beleidigung für jeden, der wirklich krank ist. Letztlich habe ich in der Phase das Training nicht mehr verkraftet. (…) Ich hatte den Bogen etwas überspannt. Nicht weiter tragisch.« (Martin Schmitt im SZ-Interview)
*
Ihr seid die Helden der Formel 1, aber warum liebt Euch keiner? Weil Ihr die Helden vergangener Zeiten seid. Luftverschmutzer, Benzinfresser, Sinnlos-um-Kurven-Fahrer. (…) Wir brauchen Euer Auspuffgejohle nicht mehr. (»Post von Wagner« in Bild an Sebastian Vettel und Michael Schumacher)
*
Es ist schon weit nach Mitternacht, als Ulrich Tukur das gefährliche Wort »Dekadenz« ausspricht. Der gerade mit einem Bambi ausgezeichnete Rommel-Darsteller sagt: »(…) Bloß, weil die in ihrer Dekadenz ein schlechtes Gewissen haben, müssen die anderen doch nicht den ganzen Abend ausharren.« (SZ über die vielstündige Bambi-Verleihung)
*
Sie sind reich, unterstützen die Labour Partei. Und tragen in England sogar den Beinamen »Champagnersozialist«. Ärgert Sie das? – »Nein, wieso? Es stimmt doch.« (Ken Follet im SZ-»Wochenende«-Interview)
*
»Wie kann guter Journalismus überleben?«, fragt die Wochenzeitung »Die Zeit« in ihrer neuesten Ausgabe. Das ist aber nicht die Frage. (…) Die entscheidende Frage: Wie kann eine Gesellschaft ohne guten Journalismus überleben? Jetzt (…) riskieren wir eine ganz einfache und ebenso gelassene Vorhersage: gar nicht. (Frank Schirrmacher in der FAS) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle