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Ohne weitere Worte (vom 6. November)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Felix Magath, der in Wolfsburg im Zuge einer allenfalls von Spezialkräften der Psychiatrie zu erhellenden Sehnsucht nach Scheitern seinen Ruf ruinierte. (Süddeutsche Zeitung)
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»Ich wollte den Spielern vorschreiben, dass sie nicht bei McDonald’s essen gehen. Einmal hatte ich einen Ernährungsberater engagiert, der dem Team einen Vortrag über gesundes Essen hielt. (…) Drei Tage später fahre ich bei McDonald’s vorbei – und was sehe ich? Da stehen drei Autos meiner Spieler. Von dem Moment an wusste ich: Meine Energie als Trainer stecke ich lieber woanders hin.« (Armin Veh im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Der Pfälzer lernte Spengler, arbeitete bei der Berufsfeuerwehr, verkaufte Immobilien und hat sechs Kinder, zwei davon mit Anke Huber. Er managte mal den Eishockeyklub Berlin Capitals und züchtet auf einem Hof in Niederbayern Trabrennpferde. (…) Uli Hoeneß hat er öffentlich als »hohl« bezeichnet. (Stern über den Spielerberater und Dietmar-Hopp-Freund Roger Wittmann)
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»Diese österreichische Tendenz, den eigenen Wahnsinn zu leben, an äußerste Grenzen zu gehen. Früher sind dadurch Weltkriege entstanden, heute beschädigen sich die Leute nur mehr selber, falls es nicht funktioniert. Das ist ein großer Fortschritt.« (Josef Hader, österreichischer Kabarettist, im Stern über den Ballonspringer Baumgartner und andere extreme Landsleute)
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Im Holzhausenpark umspielen die spätgeborenen Kinder deutscher Lehrstuhlinhaber die Knie ihrer afrikanischen oder osteuropäischen Nannys, im Ristorante Settimo Cielo durchblättern emeritierte Systemkritiker die »taz« und ruhen sich bei fair getradeten Victoriabarschen und einem guten Tropfen aus heimischen Spitzenlagen vom Marsch durch die Institutionen aus. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung über das Frankfurter Nordend)
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Geld negiert die Welt. (»Tweet der Woche« in der Zeit)
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Sie haben zwei erwachsene Töchter, die Ihnen vermutlich nahelegen, endlich das Schreiben von E-Mails zu erlernen. Wann knicken Sie ein? – »Wenn Sie das Wort einknicken noch mal verwenden, stelle ich Sie hinaus in den Regen. Einknicken, sich herauslehnen, verschnarcht: Die scheußlichsten Wörter der Bundesrepublik kommen von Journalisten.« (Peter Handke im SZ-Magazin)
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Ihre Frau Sophie Semin lebt in Paris, Sie in Chaville. Wie ist Ihr Verhältnis? – »Worum geht es denn jetzt plötzlich? Jetzt ist es aber genug!« (…) Einen Führerschein haben Sie immer noch nicht? – »Haben Sie keine anderen Probleme mir nahezubringen?« (Handke/SZ-Magazin)
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»Wir wollten eigentlich Ihre Hirnströme messen, sind aber nur auf stehende Gewässer gestoßen.« (Text zu einem Cartoon in der FAS-Serie »Da lacht das Labor«) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle