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Dr. Sylvia Börgens zu David Gelernter und der existenziellen Einsamkeit

David Gelernter (was für eine schöner Name für einen Gelehrten!) ist ja mit seiner Visualisierung des Ichs ganz originell, aber eine neue Idee ist das mit der existenziellen Einsamkeit des Menschen nicht.
Hermann Hesse ist nicht fern an einem Tag wie diesem:

“Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allem ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.”

Für Trauernde habe ich geschrieben: “Gemeinsam zu trauern, ist eine schöne Idee. Tatsächlich ist es eher so, dass jeder auf seiner Insel sitzt. Einander Flaschenpost zu schicken, wie es einem geht, wo man gerade steht, ist da schon viel.”
Mein Kollege Michael Kastner hat es so ausgedrückt: “Gelingende Kommunikation ist der Glücksfall, nicht die Regel.”
In Zuständen des “Außer-Sich-Seins” glaubt man, seine eigene Begrenztheit und Vereinzelung hinter sich zu lassen. Beispiel: Fußballanhänger im Stadion … (Dr. Sylvia Börgens/Wölfersheim)

Baumhausbeichte - Novelle