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Wer bin ich? (Auflösung August-Runde)

Für manche war’s einfach, aber viele werden überrascht sein (auch weit vorne Platzierte), wer der Gesuchte der August-Runde ist. Für späte Mitrater stellt er sich noch einmal in Kurzform vor (zum Teil im O-»Ton«): Für mich war der Sport das Wichtigste im Leben. Mein Traum war, einmal Zehnkampf-Olympiasieger zu werden. Ich trainierte sehr hart, ja fanatisch. Ich wurde Bezirksbester im Diskuswerfen mit 34,21 m. Damit gehörte ich zu den 24 besten Diskuswerfern meiner Altersgruppe, der A-Jugend, in unserem Land. Am 1. Mai 1960 gewann ich einen Stabhochsprung-Wettkampf, an dem auch Sportler aus der Bundesrepublik teilnahmen, mit einem Sprung von 3,60 m. Der Sport bestimmte auch sonst mein Leben. Ich begann vor dem Radio mit den Reportern zu wetteifern. Dieses Spiel machte mir einen solchen Spaß, dass ich bald auf die Idee kam, Sportjournalist zu werden, wenn aus der olympischen Goldmedaille nichts werden sollte. Ich übte zielstrebig als Möchtegern-Sportreporter, und mit meiner, wie alle sagten, einprägsamen Stimme wäre ich sicher auch in diesem Metier bekannt geworden.
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Sicher, auch der Tenor Peter Hofmann hatte eine einprägsame Stimme, die hat auf seine Art auch Bundespräsident Joachim Gauck (die beiden meistgenannten Fehltipps). Aber wer war’s wirklich? Bei Dr. Paul Limberg »bewährte sich das schon häufiger geübte Verfahren, den Text wieder und wieder und vor allem zwischen den Zeilen zu lesen.« – Der Gesuchte »wollte klingen wie Heinz Florian Oertel, der Star unter den Sportkommentatoren der DDR«, weiß Wolfgang Egerer (Rosbach-Rodheim), »doch nach einer politischen Rede in seiner Schule war nicht mehr daran zu denken« (Beate Dachauer). – »Aus den Tipps konnte man schließen, dass der Gesuchte aus der DDR oder einem der sozialistischen Bruderländer stammte« (Paul-Gerhard Schmidt/Nieder-Ohmen). – »Da kam mir der Gedanke (den Sie im Blog so schön mit den Worten beschrieben haben, dass Ihnen die ›Linkssozialromantik lebenslaufbezogen nicht fremd‹ sei, dass man diese Person vielleicht (wieder einmal) im eher linken gesellschaftlichen Spektrum suchen sollte« (Jochen Schneider/Butzbach, mit leichtem Tadel?). – »Im Westen wurde er später zum Kopf der Studentenbewegung mit dem bekannten, tragischen Ende« (noch einmal P.-Gerh. Schmidt). – »Den Jüngeren wird der Name nicht mehr viel sagen«, glaubt Manfred Stein, Prof. Peter Schubert ist »in den Tiefen meines Gedächtnisses« auf ihn gestoßen, und Peter Rosenberger (Lorsch) singt uns schließlich den gesuchten Namen: »Es gibt nur ein Rudi Dutschke, ein Rudi Duuuutschke.«
Neben den zitierten Lesern kamen auch Andreas Hofmann (Bad Nauheim), Karola Schleiter (Florstadt), Ralf Kranich (Buseck) und Rüdiger Schlick auf Rudi Dutschke. Insgesamt immerhin zwölf richtige Lösungen – Respekt! Die September-Runde folgt demnächst und wird noch etwas schwieriger. Versprochen! (gw)

Zwischenstand Jahreswertung 2012

1. Dr. Paul Limberg 15
2. Walther Roeber 14
 Jochen Schneider 14
4 Rüdiger Schlick 13
5. Paul-Gerh. Schmidt 12
 Manfred Stein  12
7. Beate Dachauer 11
 Andreas Hofmann 11
9. Karola Schleiter 11
 Peter Storm 11

Baumhausbeichte - Novelle