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Ohne weitere Worte (vom 4. September)

»Ich war meiner Zeit voraus. Jupp Derwall und Helmut Schön haben gar nicht erkannt, dass ich als zurückgezogene Spitze am stärksten bin. So eine Neuneinhalb. Ich hab die Position vielleicht erfunden, heute reden alle davon. Das, was bei Borussia Dortmund Marco Reus spielt. (…) Ich war vielleicht nicht so schnell wie er, aber torgefährlicher.« (Manfred Burgsmüller in der Kicker-Serie »Was machen Sie eigentlich?«)
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»Den Spielern wird immer wieder suggeriert, Training sei schlimm und viel zu viel. Einige glauben das. Mancher Olympionike trainiert acht Stunden am Tag, studiert oder jobbt nebenbei und freut sich auf jede Herausforderung. Bei uns wird teilweise die einfachste Übungseinheit in der Saisonvorbereitung fast zur heroischen Glanztat hochgejubelt.« (Felix Magath im FAS-Interview)
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Der Bayer-Konzern warf ihn im Jahr 2004 raus, nachdem der Verdacht auf veruntreute Gelder aufgekommen war, angeblich 580 000 Euro. (…) Der Konzern hatte sich mit ihm arrangiert: Kein böses Wort mehr über den anderen und eine vorzeitige Direktorenpension, die sich Schritt für Schritt erhöht, so lange, bis er 65 wird. Inzwischen ist er bei rund 10  000 Euro im Monat angekommen, Calmunds Grundversorgung. Er ist jetzt 63.« (aus dem »Dossier« in der Zeit über Reiner Calmund)
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»Viele vergessen einfach, dass Oscar fast von Geburt an amputiert ist und damit nichts anderes gewohnt ist. (…) Er kann auf den Stümpfen quasi laufen, sie voll belasten. Das könnte ich nie, da würde mein Knochen durch die Haut kommen. Bei ihm sitzt der Stumpf direkt in der Prothese auf, bei mir geht es darum, möglichst wenig Endkontakt zwischen Stumpf und Prothese zu haben.« (David Behre im FAS-Interview)
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Beim Behindertensport gehören oberschenkelamputierte Einbahnfahrer gemeinsam mit doppelt Unterschenkelamputierten in die eine Leistungsklasse, diagonal Arm- und Beinamputierte oder doppelt Unterschenkelamputierte mit nur einer Prothese in eine andere Leistungsklasse. – An dieser Stelle lachen wahrscheinlich nur die behinderten Leser. (Maximilian Dorner, Schriftsteller und selbst im Rollstuhl sitzend, in einem FAZ-Gastbeitrag)
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»Wir wussten nicht, was das für Männer sind. Dass es Terroristen geben könnte, diese Idee hat damals nicht ein Gramm unseres Gehirns besetzt. Und auch wenn wir es gewusst hätten: Keiner von uns hätte gedacht, dass er einem Terroristen nachts um vier am Zaun des olympischen Dorfes begegnet.« (Byron MacDonald, der in München 1972 in der Nacht zum 5. September mit anderen kanadischen Schwimmern und zusammen mit den Terroristen über den Zaun kletterte/zitiert in der SZ)
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»Das war aber auch wirklich ein schlimmes Wochenende. Erst diese total unnötige Niederlage (Anm.: Leverkusens Niederlage in Frankfurt), dann muss ich am Sonntag im Doppelpass diese Niederlage vernünftig erklären – und dann dieser Tatort am Abend! Ich bin ja ein leidenschaftlicher Tatort-Gucker und hab mich auf die Ablenkung nach diesem Wochenende gefreut. Ich gucke in die Programmzeitung und sehe: Schweizer Tatort. Komm, dachte ich, gibst du den Schweizern mal eine Chance. Und dann setze ich mich vor den Fernseher und sehe, das können Sie ruhig so schreiben, den beschissensten Tatort aller Zeiten. Was für ein traumhaftes Wochenende!« (Rudi Völler im SZ-Interview)
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Welche Rolle im Fußballgeschehen könnte Sie heute noch reizen? – »Das Einzige, das ich könnte, mit einer gewissen Vorbereitung, wäre, eine Rolle als TV-Experte zu übernehmen. So wie Oliver Kahn oder Mehmet Scholl.« (Altbundeskanzler Gerhard »Acker« Schröder im Kicker-Interview)
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Aus Asien kommen Heerscharen von Spielerinnen (…), die wie Models über das Grün wandeln. Sie dagegen sind nicht gerade superschlank (…). Welche Rolle spielen Sie in diesem Feld? – »Ich spiele keine Rolle, ich spiele bloß Golf.« (Laura Davis im Spiegel-Interview) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle