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Ohne weitere Worte (vom 14. August)

Die deutschen Athleten haben bei den Olympischen Spielen die Zielvorgaben des Deutschen Olympischen Sportbunds deutlich verfehlt. Das war Befehlsverweigerung. Dazu passt die Meldung, dass es in Deutschland immer weniger Apotheken gibt. (»Zipperts Wort zum Sonntag« in der Welt am Sonntag)
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Björn Otto (…) hebt auch in seiner Freizeit gerne ab. Mit dem Gleitschirm fliegt er auf Höhen von bis zu 5000 Metern. »Einmal düste sogar ein F-16-Kampfjet unter mir durch.« (Bild am Sonntag)
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Zu Hause haben die Nauruer großen Hunger, auswärts haben sie schweres Heimweh. (Holger Gertz in der Süddeutschen Zeitung über einen schwergewichtigen Olympiateilnehmer aus Nauru)
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Hätte, sagen wir, Robert Harting in diesem Fall höflich mit der Kampfrichterin diskutiert, einer reifen Dame mit grünem Hut? Hätte er sich lächelnd auf den Rasen gesetzt und ruhig darauf gewartet, dass die Dinge in Ordnung kommen? Und hätte er, als die Lady mitteilte, alles sei geregelt, diese umarmt, wie es Betty Heidler tat? (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Sie sind der Anti-Gel-Mann. (…) Sie sind so ein romantischer Mann, ein Macho, ein Einsamer, ein Held. Was Sie nicht sind, ist eine Gel-Lusche. (»Post von Wagner« in Bild an Robert Harting)
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Von Heroes schreiben die Zeitungen, singen die Sänger, Hero reimt sich auf Zero, da ist der Bereich gleich abgesteckt. (Gertz/SZ über olympisches Heldentum)
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Wenn man den stattlichen Pferden bei ihren seltsamen Tänzen zusieht, fragt man sich, wann eigentlich Schlangenbeschwörung olympisch wird. Oder Flohzirkus. (Der Spiegel über das Dressurreiten)
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Sein (Anm.. Heribert Bruchhagens) blasser Realismus ist verblichen hinter dem braungebrannten Optimismus Bruno Hübners. Der Sportdirektor ist ein umtriebiger Gebrauchtspielerhändler. Hübner könne am Nordpol Kühlschränke verkaufen, heißt es, leider kauft er auch welche ein, siehe Friend. (Potsdamer Neueste Nachrichten)
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Victoria Beckham, ehemaliges Spice Girl, Gemahlin des englischen Fußballers und Mutter von vier Kindern (…) verdankt ihr makelloses Aussehen und ihre faltenlose Haut (…) dem Star-Dermatologen Howard Lancer (…), der Landwirten die Nachgeburten ihrer Schweine abkauft, diese durch den Fleischwolf dreht und mit etwas Goldstaub vermischt. Die Paste trägt er seiner mit kleopatraähnlichen Zügen gesegneten Patientin auf die Gesichtshaut. (Zeit)
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Der Radsportler Sloterdijk fährt an der Donau bis Tulln und zurück, von Wien bis zur tschechischen Grenze und zurück, den Blechen rauf und runter, so dass man sich irgendwann fragt: Ist Peter Sloterdijk möglicherweise gedopt? (FAS über den Philosophen Sloterdijk, 65)
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Sind Sie denn fit? – »Auf jeden Fall kann ich noch 100 Kilometer Fahrrad fahren – am Tag wohlgemerkt.« (Kurt Beck, 63, im SZ-Interview)
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Die Arbeit eines Fußballexperten besteht darin, Ereignisse, die zum Teil mit Zufall zusammenhängen, hinterher als unvermeidliche Folge von Fehlentscheidungen des Trainers darzustellen. (…) Ein Physikexperte kann vorhersagen, bei wie viel Grad das Wasser kocht. Das nenne ich wahres Expertentum. (…) Mein Fazit der EM: Manchmal gewinnt Spanien, manchmal wird Griechenland Meister, oder auch ein anderes Land. (Harald Martenstein in seiner gleichnamigen Kolumne im Zeit-Magazin)
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»Hätte der Neoliberalismus Titten aus Zement, er sähe aus wie Heidi Klum.« (Sloterdijk in »Zeilen und Tage. Notizen 2008 – 2011«, gelesen in der FAS)
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Bild guckt Olympia mit Totilas. Seine Kollegen holen keine Medaille – er wiehert trotzdem vor Glück. (Bild-Schlagzeile) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle